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USA für Frühaufsteher

Uhr, Teilzeit (Quelle: freeimages.com, Autor: beni_bb)

Quelle: freeimages.com, beni_bb

Von Mannheim nach Indianapolis – ein Kulturschock war es für Trainee Julia Frei dennoch nicht. So konnte sie sich voll auf ihre Rolle als Bindeglied zwischen den deutschen und amerikanischen Kollegen konzentrieren. Die Arbeitszeiten haben sie anfangs dennoch überrascht.

Nach meinem Studium bin ich bei Roche als Management-Start-Up (MSU)-Trainee im Bereich Global Supply Chain & Global Procurement durchgestartet. Die unterschiedlichen Projekte gaben mir zahlreiche Möglichkeiten, die verschiedenen Funktionen innerhalb der Bereiche kennenzulernen und mir ein breites Netzwerk aufzubauen. Für mein Auslandsprojekt, welches ein fixer Bestandteil des MSU Trainee Programms ist, ging es drei Monate in die USA.

Bindeglied zwischen Mannheim und Nordamerika

Dort sollte ich das Rollout eines neuen IT-Systems zur Bearbeitung von logistischen Reklamationen (zum Beispiel Transportschäden) an den nordamerikanischen Standorten begleiten und so das Bindeglied zwischen dem Projektteam in Mannheim und den Usern in Nordamerika bilden. Neben der Schulung der ca. 140 User in Trainings an allen Standorten gehörte es ebenfalls zu meinen Aufgaben, die aktuellen Prozesse in Nordamerika zu strukturieren und für das Projektteam transparent zu machen. Mein Hauptstandort in den USA war Indianapolis, aber ich habe auch die Standorte Tucson und Branchburg besucht. Da ich bereits in meinen vorherigen Projekten mit Kollegen aus Indianapolis zusammengearbeitet hatte, freute ich mich sehr, sie und ihr Arbeitsumfeld persönlich kennen zu lernen.

Premium-Platz mit Aussicht

Roche USA [Quelle: Roche]

Am ersten Tag erschien mir mein Arbeitsplatz wie aus einem amerikanischen Hollywood-Streifen: ein Großraumbüro mit schätzungsweise 80 "Cubicles", durch halbhohe Trennwände eingeteilte, quadratische Einzelarbeitsplätze. Immerhin gab es für mich als Gast aus Deutschland einen Premium-Platz am Fenster mit Blick nach draußen. Ich wurde von allen mit offenen Armen empfangen.

Mein Projekt war vom ersten Tag an spannend. Mein eigentliches Projektteam saß zwar in Mannheim, es gab aber viele Ansprechpartner in den USA mit ganz unterschiedlichen Funktionen und Aufgabengebieten. Diese wollte und musste ich auch alle kontaktieren, denn die Ausgangssituation war komplex. So vergingen die ersten Wochen wie im Flug, während sich mir in zahlreichen Meetings und Telefonkonferenzen die Strukturen und Verantwortlichkeiten in Nordamerika immer mehr erschlossen. Vor allem hatte ich viel Spaß daran, vor Ort absolut eigenverantwortlich und frei zu agieren und gleichzeitig stets zu 100 Prozent auf die Unterstützung des Teams in Mannheim zählen zu können. 

Der frühe Vogel …

Roche USA [Quelle: Roche]

Auch lernte ich schnell, dass die Arbeitszeiten etwas anders sind als in Deutschland. Um 7 Uhr morgens kann man gerne Termine vereinbaren, aber alles was nach 16 Uhr stattfinden soll, wird eher zähneknirschend akzeptiert. Wie war das noch mit dem frühen Vogel …?

Zu meinen Highlights zähle ich definitiv die Workshops, welche ich in Tucson und Branchburg geleitet habe. Zum einen nutzte ich die Workshops, um den Usern das Projekt und das neue System näher zu bringen. Zum anderen zielten die Workshops darauf ab, zusammen mit allen beteiligten Parteien des jeweiligen Standorts ein gemeinsames Verständnis für die zukünftigen Prozesse zu schaffen und die Rollen und Verantwortlichkeiten der einzelnen Stakeholder zu klären. Die Teilnehmer waren hierbei sehr motiviert bei der Sache und zeigten eine große Wertschätzung für die standortbezogene Beratung vonseiten des Projektteams. Das Feedback zu den Workshops war überwältigend. Zur Abrundung der Reisen bekam ich jeweils exklusive Führungen durch die Produktion. Die in die Tat umgesetzten Lean-Manufacturing-Ansätze haben mich dabei schwer beeindruckt.

Wochenende im Park

Auch in der Freizeit gab es jede Menge in und um Indianapolis zu entdecken. Insbesondere Sport-Events ziehen in den USA große Besucherzahlen an – und ich war live dabei. Anfang April war das Finale der 2015 NCAA Men's Division I Basketball Tournament – auch bekannt als "March Madness" – in Indianapolis. In diesem Turnier treten 68 College-Basketball-Teams gegeneinander an. Als Rahmenprogramm zum großen Finale gab es drei Tage Gratis-Konzerte in einem großen Park in der Innenstadt, von Imagine Dragons über Rihanna bis hin zu Country Bands wie Lady Antebellum. Und zwischendurch die Basketball-Spiele auf Großleinwand. So kann man ein Wochenende im Park verbringen!

Der American Way of Life

Die amerikanische Kultur ist in Deutschland hinlänglich bekannt und so war mein Auslandsaufenthalt nicht mit einem Kulturschock verbunden. Dennoch sorgte der "American Way of Life" in regelmäßigen Abständen für ein Schmunzeln bei mir. Gleich in der ersten Woche wurde ich mit viel patriotischem Stolz in die amerikanische Küche eingeführt. Es ging zum örtlichen Barbecue-House, um dort fantastisches Pulled Pork zu essen – ein Klassiker des amerikanischen Barbecues. Und genau wie in der Kantine gab es auch hier ausschließlich Plastikgeschirr und -besteck. Es muss eben einfach praktisch sein. Auch wird der Starbucks-Kaffee gerne im Drive-Through bestellt und mit der Handy-App bezahlt. Dank einer Indianapolis-Starbucks-Tasse als Abschiedsgeschenk von den Kollegen werde ich diese und viele andere Erfahrungen nach meiner Rückkehr nach Deutschland nicht so schnell vergessen.

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