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Von allem etwas und ein umfassender Überblick

Checkliste Häkchen abhaken Geschäftsmann hakt ab (© Melpomene - fotolia.com)

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Den Studienabschluss hatte er in der Tasche, aber die Entscheidung für ein Berufsfeld fiel ihm schwer. Deshalb hat sich e-fellow Alexander als General-Management-Trainee bei der Mittelstand GmbH sein eigenes Bild gemacht - in der Rechtsabteilung, Vertragsabwicklung und im Controlling.

Der besondere Reiz

Die Möglichkeit, im Rahmen eines Trainee-Programms einen umfassenden Überblick über ein Unternehmen zu bekommen, hat auf mich einen besonderen Reiz ausgeübt. Darüber hinaus hat man die Chance, sich in verschiedenen Bereichen weiterzuentwickeln und die eigenen Fähigkeiten und Präferenzen genauer kennenzulernen. In meinem persönlichen Fall bei einem mittelständischen Unternehmen für kaufmännische Dienstleistungen und Rechtsberatung war besonders interessant, dass mir von Beginn an signalisiert wurde, dass es sich bei dem Programm nicht um eine starre Konstruktion handelt, sondern eine Einflussnahme meinerseits möglich und erwünscht ist.

Trainee-Programm vs. Direkteinstieg

Ich fühlte mich nach meinem Studium nicht in der Lage, mich klar auf einen Bereich festzulegen, in dem ich mein Arbeitsleben beginnen möchte. Eher als Unternehmensjurist oder doch im Bereich Finance und Controlling? Marketing oder Vertrieb schienen mir ebenfalls interessant zu sein. In dieser Situation bietet ein Trainee-Programm die Möglichkeit, weitergehende Erfahrungen ohne zu starke Spezialisierung zu sammeln. Durch das Programm konnte ich verschiedene Arbeitsweisen, Mentalitäten, Probleme und Problemlösungen kennenlernen, ohne einen bestimmten Bereich meiner Ausbildung oder meiner Interessen vollständig vernachlässigen zu müssen.

Trainee-Programm als Orientierungsphase

Die Schwierigkeit, sich inhaltlich auf ein bestimmtes Gebiet festzulegen bzw. das breit gefächerte Interesse an verschiedenen Bereichen des Unternehmens hat sicher auch mit meinem eher generalistisch angelegten Studium des deutschen und europäischen Wirtschaftsrechts zu tun. Ich hatte hier zwar bereits einige Veranstaltungen und Arbeitsbereiche identifizieren können, die mir zusagten – aber nicht in dem Maße, wie es für eine sichere Berufswahl notwendig gewesen wäre.

Kennenlernen und Auswahlprozess

Den ersten Kontakt zu meinem Arbeitgeber knüpfte ich durch eine Befragung im Rahmen meiner Diplomarbeit zum Thema Unternehmensnachfolge – kurze Zeit später wurde ich vom Geschäftsführer selbst kontaktiert. Es folgten zwei weitere Vorstellungsgespräche, bevor mir ein Angebot unterbreitet wurde. Das erste Gespräch führte ich ausschließlich mit dem Geschäftsführer, beim zweiten Interview war auch der Personalverantwortliche dabei. Die Fragen drehten sich hauptsächlich um meinen bisherigen Lebenslauf und Werdegang sowie meine mittelfristigen beruflichen Vorstellungen. Außerdem wurde mir dabei verdeutlicht, wie sich das Unternehmen meine Rolle und meine Entwicklung vorstellen könnte.

Einblicke in alle Bereiche

Ich habe im Rahmen meines insgesamt 18-monatigen General-Management-Trainee-Programms zunächst die Fertigung eines Mandanten aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau kennengelernt. In diesen drei Monaten erlitt ich den obligatorischen Praxisschock, verlor aber auch die akademische "Hochnäsigkeit". Anschließend durchlief ich verschiedene Abteilungen: kaufmännische Vertragsabwicklung (unternehmensspezifische Mischung aus Vertragsmanagement-, Export-/Versandabteilung und ein bisschen Vertrieb), die Rechtsabteilung (in unserem Fall bestehend aus einer Justitiarin) und den Bereich Betriebswirtschaft (Finance/Controlling). Außerdem begleitete ich den Geschäftsführer über zwei Monate hinweg in assistierender Funktion. Ich arbeitete stets zwischen 40 und 45 Stunden. Die Bezahlung lag im für Wirtschaftswissenschaftler bei einem Direkteinstieg mittleren bis hohen Bereich.

Profilschärfung durch Allrounder-Ausbildung

Das Trainee-Programm hat mir persönlich geholfen, meine beruflichen Interessen klarer zu definieren. Ich bin zwar weiterhin eher generalistisch tätig, identifiziere aber immer besser, in welchen Bereichen ich mein Profil schärfen möchte. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man während des Trainee-Programms laufend mit neuen Menschen in Kontakt kommt, und nachdem man sich mühsam in einer Abteilung eingearbeitet hat in die nächste springt. Das kann unter Umständen anstrengend sein und erfordert auch ein gewisses Maß an sozialen Fähigkeiten. Es ist ebenfalls zu bedenken, dass die abteilungsspezifischen Aufgaben in der Regel keine Managementaufgaben sind. Man lernt die jeweilige Abteilung und die jeweiligen Abläufe – zumindest war das in meinem Programm der Fall – von der Pike auf kennen. Wer dazu nicht zumindest zeitweise bereit ist, wird sich womöglich schwertun. Ein wichtiger Punkt für ein gelingendes Programm ist nach meiner Erfahrung eine offene Kommunikation mit den Verantwortlichen. Nur bei entsprechendem Feedback kann auch der Arbeitgeber, zum Beispiel durch eine Modifizierung des Ablaufes, reagieren.

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