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Bachelor sind begehrte Berater

Graduation, Gut, Diplom, Zeugnis, Promotion [Quelle: freeimages.com, Autor: marygober]

Quelle: freeimages.com, marygober

'Heute Bachelor, morgen Praktikant' besagte jüngst sinngemäß eine Studie zu den Job-Aussichten von Bachelor-Absolventen. Doch Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: Während der Abschluss in den meisten Branchen keinen Personaler vom Chefsessel haut, reißen sich Unternehmensberatungen geradezu um die Jungabsolventen.

86 Prozent der Stellenangebote sind Praktika, nur fünf Prozent Direkteinstiege! Die Zukunft für Bachelor-Absolventen schien düster auszusehen laut einer Studie an der Uni Saarbrücken. Für alle, die eine Zukunft als Berater ins Auge fassen, dürfte ein Artikel von faz.net (17.11.2010) mehr als nur ein Silberstreif am Horizont sein. Danach haben Unternehmensberatungen nicht nur ausdrücklich bachelorspezifische Stellen, sondern sogar "Lockangebote" für aussichtsreiche Bachelor.

Ködern mit Bachelor-Academy

Viele Consultingfirmen hätten gerne wesentlich mehr Bachelor-Bewerbungen als tatsächlich bei ihnen eingehen. Oliver Wyman bietet deshalb zum Beispiel eine eigene Bachelor-Academy an, ein Recruiting-Workshop, in dem die potenziellen Arbeitnehmer schon mal Case Studies üben und sich auf Bewerbungs-
gespräche vorbereiten können. Zu diesen Übungen bekommen die Teilnehmer individuelles Feedback und können beim Rahmenprogramm auch persönlich mit den Beratern ins Gespräch kommen.

Kampf um formbare Talente

Doch warum werden die Bachelor hier so umworben, wenn sie woanders alles andere als gefragt sind? Laut den Beraterfirmen sind die jungen Bachelor-Absolventen noch formbarer als ihre älteren Master- und Diplom-Kommilitonen. Der ideale Einsteiger in die Beratung ist also "Jung"-Geselle im Wortsinn und gehört außerdem zu den besten 10 Prozent seines Jahrgangs.

Erst "Leave", dann "Comeback" ins Unternehmen

Der Wettbewerb um diese formbaren Talente ist hart. Deshalb wollen die Beraterfirmen sie möglichst früh ans Unternehmen binden. Wenn ein schon angestellter Bachelor doch noch den Master oder MBA draufsetzen will, kann er bei vielen Firmen gerne eine Auszeit, ein "Leave" dafür nehmen und nach dem zweiten Abschluss wieder ins Unternehmen einsteigen. Die Master- und MBA-Studenten können ihr Studium durch die Erfahrungen in der Arbeitswelt dann auch zielgerichteter angehen als ihre Kommilitonen ohne Berufserfahrung.

Doch damit nicht genug der Bachelor-Umwerbung. Während des "Leaves" empfangen viele Noch-mal-Studenten von ihren Unternehmen finanzielle Unterstützung: Die Studiengebühren werden meist übernommen, und Zuschüsse zu den Lebenshaltungskosten sind auch nicht selten.

Bachelor sind billiger

Trotz dieser Unkosten für die Unternehmen lohnt sich die Finanzierung der Lehr- und Wanderjahre ihrer Schützlinge. Denn Bachelor verdienen in den ersten Berufsjahren ungefähr zehn Prozent weniger als Master- oder Diplom-Absolventen. Und viele von ihnen verpflichten sich, für einen gewissen Zeitraum nicht bei Konkurrenz-Unternehmen zu arbeiten.

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