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Was sind Basic Frameworks Beispiele [Quelle: unsplash.com, Autor: Dayne Topkin]

Quelle: unsplash.com, Dayne Topkin

Frameworks sind betriebswirtschaftliche Modelle, die Aufgaben Struktur verleihen und Bewerber bei der Lösung einer Fallstudie schnell voranbringen; Wiwis kennen einige schon aus dem Studium – alle anderen Absolventen sollten diese Methode schnell kennenlernen.

Fallbeispiele lassen sich meist in drei Kategorien untergliedern: eine interne, externe und gemischte Fragestellung. Je nach Fragestellung kannst du unterschiedliche Frameworks nutzen.

  • Externe Problemstellung: Eine externe Problemstellung fokussiert sich auf die Faktoren, die außerhalb des Unternehmens zu finden sind; so zum Beispiel auf die Umwelt, den Markt, die Kunden oder andere Unternehmen sowie auf von diesen erzeugte Effekte. Das Five-Forces-Modell und die PESTEL-Analyse eignen sich zur Identifikation und Analyse externer Problemstellungen.
  • Interne Problemstellung: Fallbeispiele mit internen Problemstellungen betrachten unternehmensinterne Fragestellungen. Sie behandeln beispielsweise eine zu hohe Kostensituation bei den Vertriebsmitarbeitern oder einen zu hohen Lagerbestand aufgrund einer fehlenden Prozesssichtweise. Für die interne Analyse kannst du die Wertschöpfungskettenanalyse oder die BCG-Matrix anwenden.
  • Interne und externe Problemstellung: Zur Bearbeitung der meisten Fallstudien ist sowohl eine interne als auch externe Betrachtung des Falls notwendig. Ein gemischter Fall könnte beispielsweise der Gewinneinbruch eines Unternehmens sein. Dies kann sowohl unternehmensinterne Gründe haben, die sich auf die Kostensituation des Unternehmens niederschlagen, als auch externe Ursachen, die beispielsweise die abgesetzte Menge oder eine falsche Preispolitik betreffen. Als Analyse-Tool für solche Problemstellungen eignen sich insbesondere die Gewinngleichung, das Vier-C-Konzept, die SWOT-Analyse, das Vier-P-Konzept, die Ansoff-Matrix sowie der Logikbaum.
Untergliederung strategischer Fallbeispiele, Quelle: Perspektive Unternehmensberatung 2017

Drei der bekanntesten Frameworks stellen wir dir nun vor: Das Five-Forces-Modell zur Analyse interner Problemstellungen, die BCG-Matrix für externe und die Gewinngleichung für gemischte Problemstellungen. Weitere Frameworks findest du im Buch "Perspektive Unternehmensberatung".

Five-Forces-Modell

Michael Porter definierte im Five-Forces-Modell fünf Faktoren, die eine Branche maßgeblich beeinflussen und die es zur Bewertung der Wettbewerbsintensität und Branchenattraktivität zu berücksichtigen gilt. Ziel der Analyse anhand der Five Forces ist die Bewertung der Marktkräfte und die Ermittlung der Attraktivität einer Branche.

Porters Five Forces, Quelle: Perspektive Unternehmensberatung 2017
  • Verhandlungsmacht der Lieferanten: Als einen Einflussfaktor bestimmt Porter die Verhandlungsmacht der Lieferanten. Im Case-Interview musst du hier beispielsweise die Anzahl sowie die Größe und Marktmacht der Lieferanten abschätzen. Bei nur wenigen Anbietern im Markt (Oligopol) werden diese ihre starke Machtposition ausnutzen und erhöhte Preise verlangen. Sofern es sich um einen fragmentierten Lieferantenmarkt mit geringen Marktanteilen der einzelnen Zulieferer handelt, hat das beziehende Unternehmen eine gestärkte Verhandlungsmacht und kann die verschiedenen Lieferanten gegeneinander ausspielen. Dies ist auch abhängig von den Möglichkeiten und/oder Kosten eines Produktwechsels. Im Fall eines Spezialprodukts fällt es in der Regel schwerer, das Produkt zu ersetzen beziehungsweise ist ein Wechsel mit höheren Kosten verbunden.
  • Rivalität innerhalb der Branche: Die Rivalität innerhalb der Branche ist meistens der am stärksten wirkende Einflussfaktor. Hierbei solltest du hinterfragen, welcher Wettbewerbssituation das Unternehmen ausgesetzt ist. Anzahl und Marktmacht der Wettbewerber geben hier bereits eine gute Basis für die Bewertung. Häufig kannst du als ersten Anhaltspunkt eine Abschätzung der Concentration Ratio (CR) heranziehen. Diese misst den Marktanteil der größten Unternehmen und gibt dadurch Auskunft über die Konzentration in einem Markt. Vereinen beispielsweise die vier größten Unternehmen mehr als 80 Prozent des gesamten Marktes, ist dies ein mögliches Indiz für eine hohe Konzentration in einem Markt, wodurch auf eine eher niedrige Konkurrenzsituation geschlossen werden kann. Hoch fragmentierte Märkte weisen demgegenüber in der Regel einen weitaus größeren Wettbewerb auf. Auch eine fehlende Produktdifferenzierung erhöht den Wettbewerbsdruck.
  • Verhandlungsmacht der Kunden: Die Marktmacht der Kunden ist eng mit dem angebotenen Produkt verbunden. Handelt es sich um ein undifferenziertes Standardprodukt, können Kunden möglicherweise schnell, günstig und unkompliziert den Anbieter wechseln. Hierbei solltest du insbesondere auch die Preissensitivität der Kunden einbeziehen. Bei hoher Sensitivität werden Kunden bei Preissteigerungen schneller geneigt sein, einen Produktwechsel vorzunehmen. Zusätzlich ist die Anzahl der Kunden zu bewerten. Basiert der Absatz eines Unternehmens auf nur wenigen Schlüsselkunden, so ist deren Machtposition deutlich stärker einzustufen als die einer großen, unbekannten Kundenmasse.
  • Bedrohung durch neue Marktteilnehmer: Neue Marktteilnehmer können sich im Markt etablieren und stellen dabei eine potenzielle Bedrohung dar. In diesem Zusammenhang sind Eintrittsbarrieren in der Branche ein mögliches Hemmnis für Neueintritte. Bestehen beispielsweise rechtliche Beschränkungen in Form von restriktiven Lizenzen, ist der Eintritt von Wettbewerbern schwieriger beziehungsweise seltener der Fall. Weiterhin stellen Kostenvorteile und Skaleneffekte einen wichtigen Bewertungspunkt dar. Besonders kapitalintensive Branchen wie Luft und Raumfahrt, Pharma oder die Automobilindustrie bieten weniger Möglichkeiten für schnelle Neueintritte und sind dadurch eher weniger von neuen Wettbewerbern bedroht.
  • Bedrohung durch Substitute: Substitute sind Güter oder Dienstleistungen, die das Potenzial aufweisen, das bestehende Gut oder die bestehende Dienstleistung zu ersetzen. Sie stellen hierdurch eine direkte Bedrohung dar. Klassische Substitutionsgüter sind zum Beispiel Butter und Margarine. Substitutionsprodukte, die unter anderem durch technologischen Fortschritt entwickelt werden, können das vom Unternehmen angebotene Produkt sogar überflüssig werden lassen.
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