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Die Gretchenfrage unter den Bewerbungsfragen

Geld,  Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch, Dollar, Gehalt [Quelle; unsplash.com, Autor: Jimi Filipovsky]

Quelle: unsplash.com, Jimi Filipovsky

Das Vorstellungsgespräch neigt sich dem Ende zu – aber eine heikle Frage wartet noch auf dich: "Welches Gehalt hatten Sie sich vorgestellt?". Diese Frage nach dem Wunschgehalt im Vorstellungsgespräch kann über die Jobzusage entscheiden. Insbesondere Berufseinsteiger sollten sich deshalb gut vorbereiten: mit diesen Tipps.

Die Frage nach dem Wunschgehalt ist für Bewerber eine unterschätzte Bewährungsprobe. Fordern sie zu wenig, signalisieren sie mangelndes Selbstvertrauen und verraten ihre Unerfahrenheit. Verlangen sie aber zu viel Gehalt, gefährden sie ihre Chancen auf den Job. Eine realistische Gehaltsspanne ist also Trumpf.

Realistische Gehaltsforderungen im Bewerbungsgespräch

Was ein realistischer und was ein unrealistischer Gehaltswunsch ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab: zum Beispiel von deinen Qualifikationen, Erfahrungen, Fähigkeiten sowie der Unternehmensgröße, Branche und Position. Sogar der Standort kann in der Gehaltsverhandlung eine Rolle spielen. Informier dich also vorab nach realistischen Verdienstmöglichkeiten im angestrebten Job, zum Beispiel in der e-fellows.net Gehaltsdatenbank oder bei berufserfahrenen Bekannten in ähnlichen Branchen oder Regionen.

Kommt der Arbeitgeber nicht von sich aus auf das Thema Gehalt zu sprechen, ist es an dir, die Gehaltsfrage zu stellen. Das Gesprächsende ist hierfür eine gute Gelegenheit: Schließlich hast du im vorangegangenen Gespräch deine Potenziale, Qualifikationen und Skills dargelegt – eine gute Grundlage, nun dein Einstiegsgehalt oder Jahresgehalt zu verhandeln.

Gehaltswunsch vorher recherchieren

Wie viel Geld du im neuen Job verdienen willst, musst du dich meist schon fragen, bevor du deinen Arbeitgeber zum ersten Mal persönlich triffst. Denn viele Personaler wollen die Gehaltsvorstellungen des Bewerbers bereits im Anschreiben lesen – eine Forderung, der man in jedem Fall nachkommen sollte.

Weiter gedacht bedeutet dies auch, dass deine Bewerbung grundsätzlich von der recherchierten Gehaltsspanne abhängen kann – zumindest, wenn du dich mit einem Jobwechsel finanziell verbessern oder beim Jobeinstieg eine bestimmte Schwelle nicht unterschreiten willst. In diesem Fall prüfst du noch bevor du deine Bewerbung schreibst, mit welchen Jobs du deinen Gehaltswunsch überhaupt erfüllen kannst.

Gehaltsangaben bei der Verhandlung

Für die Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch wird empfohlen, zunächst eine um circa 15 Prozent höhere Gehaltsvorstellung anzugeben. Als Ausgangspunkt sollte der obere Rand dessen genommen werden, was für Job und Branche üblich ist: Das verschafft dir als Bewerber Verhandlungsspielraum. Die Gehaltsvorstellung kann als Spanne oder konkrete Zahl geäußert werden. Mit einer Spanne (65.000-70.000 Euro) verleitest du den Verhandlungspartner dazu, in größeren Schritten (hier beispielsweise von 1.000 Euro) ein Gehaltsniveau auszuhandeln. Gibst du hingegen ein konkretes Jahresgehalt von 63.000 Euro an, musst du mit kleineren Spielräumen beispielsweise von nur 200 Euro rechnen.

Klare Gehaltsvorstellungen äußern

Äußere deine Gehaltsvorstellungen in deutlichen Worten; vermeide Formulierungen wie "Ich hoffe, XX.XXX Euro sind nicht übertrieben" oder "Ich glaube, dass es nicht schlecht wäre ...". Schwammige Aussagen oder ein bettelnder Unterton verschlechtern deine Verhandlungsposition. Setz stattdessen auf klare Worte und deine Arbeitsleistung als wichtigstes Argument: Sie garantiert dir einen fairen und sachlichen Verhandlungsspielraum.

Übrigens: Auch der Körper spricht bei der Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch mit. An deiner Kleidung pfriemeln solltest du ebenso wenig wie den Blick senken oder auf dem Stuhl herumrutschen. Demonstratives Selbstbewusstsein oder Selbstmarketing auf der anderen Seite kommen auch nicht bei jedem Personaler gut an. Um den richtigen Ton zu treffen, empfiehlt es sich Berufseinsteigern, Absolventen und unerfahrenen Bewerbern, die Verhandlungssituation vorher durchzuspielen.

Alternativen in der Gehaltsverhandlung nennen

Hast du als Bewerber ein zweites, attraktives Jobangebot in der Tasche, bist du in einer komfortablen Lage. Doch Vorsicht: Lässt du diesen Vorteil zu sehr heraushängen oder baust gar Druck auf, kann der Schuss nach hinten losgehen. Verwende lieber zurückhaltende Formulierungen wie beispielsweise: "Ihr Angebot wirkt sehr attraktiv auf mich, aber haben Sie Verständnis dafür, dass ich auch über Alternativen nachdenke."

Bist du mit dem finalen Gehaltsangebot unzufrieden, kannst du fragen, welche Prämien, Vergünstigungen oder leistungsbezogenen Gehaltsbestandteile dir der Arbeitgeber bietet: Auch Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge, ein Firmenwagen, ein Gesundheitsprogramm oder ein hochwertiges Dienst-Handy können ein anfangs wenig attraktives Gehalt akzeptabel machen. 

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