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Die berüchtigten Tippfehler in der Bewerbung...

Mülleimer [Quelle: freeimages.com, Autor: nkzs]

Quelle: freeimages.com, nkzs

'Mehr als einen Tippfehler darf sich kein Jobkandidat erlauben, sonst landet seine Bewerbung bei rund einem Drittel der Personaler sofort auf dem Absage-Stapel. Ab drei Fehlern sortieren bereits 70 Prozent die Bewerbungsunterlagen aus.'

So beginnt eine Pressemitteilung zur kürzlich durchgeführten "Bewerbungsstudie 2010" von alma mater und karrierebibel.de [Nachtrag: Oder vielleicht doch nur von karrierebibel.de? Die beiden diskutieren hier (siehe Kommentare) um die Urheberschaft.]

Fehlerfrei? Von wegen!

Es ist nicht das erste Mal, dass wir lesen, Tipp-, Formatierungs- oder gar Rechtschreibfehler seien ein absolutes No-Go für Personaler. Daher mal ganz im Ernst: Ich kann nur für die Bewerbungen sprechen, die wir bei e-fellows.net auf unsere Stellenausschreibungen erhalten. Aber in meinen drei Jahren hier ist uns wahrscheinlich kein einziges Mal eine Bewerbung ohne Formfehler (Tipp-, Rechtschreib- oder Formatierungsfehler) untergekommen - und das selbst bei Redakteursbewerbungen. Am Anfang fand ich das jedes Mal extrem schlampig, mittlerweile sehe ich es gelassener und schaue auch gar nicht mehr so genau hin. Man hat ja auch keine Wahl...

Der Personaler, ein wandelnder Duden?

Es ist einfach extrem schwer, ein Anschreiben und einen komplex formatierten Lebenslauf wirklich hundertprozentig fehlerfrei einzureichen. Würden die Personaler wirklich so radikal aussortieren, wie sie es behaupten, könnten sie fast niemanden mehr einladen. Denn selbst ein Personaler ist kein wandelnder Duden, der genau weiß, wo die Bindestriche hingehören, wo welches Komma zu stehen hat und wann Groß- oder Kleinschreibung gefordert ist. Oder der immer erkennt, dass jemand nicht mit Tabulatoren umgehen kann oder ob alle Zeilenabstände konsistent sind. Meine Erfahrung ist: Viele halten sich für (fast) perfekte Rechtschreiber, Keiner aber ist perfekt (ich schon gar nicht!), und jeder sieht einfach andere Fehler.

Job bekommen - trotz Todsünde

Wir bei e-fellows.net haben jedenfalls viele eingeladen, die (wenige) Rechtschreib- und Tippfehler in ihrer Bewerbung hatten. Manche sind heute sogar Kollegen. Und ja, auch ich habe meine erfolgreiche Bewerbung später noch mal durchgeschaut und einen ganz gravierenden Fehler gefunden (verrate ich jetzt nicht, aber laut der genannten Studie ist es eine "Todsünde"). Peinlich, peinlich - aber trotzdem wurde ich eingeladen.

Das ist keine Ermutigung zum Schlampern

Das heißt jetzt nicht, dass man bei der Bewerbung jetzt ruhig etwas nachlässiger sein kann. Im Gegenteil: Es zeigt, dass man sich mit einer wirklich anstandslosen Bewerbung tatsächlich vom Rest abhebt. Wichtiger als der eine Tippfehler sind aber die Formalia - was steht im Anschreiben, wie gliedere ich den Lebenslauf, was gehört in den CV und was nicht. Meiner Meinung nach sind Patzer hierbei viel gravierender, leider aber auch nicht viel seltener. Dabei kann man sich zum Beispiel bei e-fellows.net eine Menge praktischer Tipps holen. Zum Beispiel über die Ergebnisse unseres CV-Checks, in der "Bewerben"-Rubrik oder in der Community-Gruppe "Bewerbung".

Was halten andere e-fellows von eurer Bewerbung?

Ganz wichtig: Lasst die Bewerbung von jemandem Korrektur lesen, der Ahnung davon hat. Stellt euer Anschreiben doch mal als anonyme Frage in die Community und fragt nach der Meinung der anderen karriereerfahrenen e-fellows. Eine bessere Feedback-Gruppe kann man nicht kriegen. Und vielleicht schaut ja sogar einer der Unternehmensvertreter drauf und gibt einen guten Tipp.

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Kommentare (8)

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  1. Janine

    Es stimmt schon, dass jeder Mensch Fehler macht. Trotzdem sollte eine Bewerbung keine Fehler enthalten. Zur Vermeidung gibt es doch so viele Möglichkeiten: Familie und Freunde, die sich noch einmal die Bewerbung durchlesen, ein gutes Rechtschreibprogramm (hier sollte man sicherheitshalber immer noch einmal die Bewerbung überprüfen) oder einen Bewerbungsservice (z.B.: http://www.deinebewerbung.de).

  2. Micha

    Kann man nur zustimmen, es macht jeder mal einen kleinen Fehler, und der sollte zu verzeihen sein, wir sind alles MENSCHEN!

  3. Thomas

    Ganz ehrlich, dass passiert auch der BCG und Deloitte! Und das ist auch gut so, ohne fehler ist keiner. Ein max. zwei Fehler sind verzeihbar!

  4. Thomas

    Wir prüfen ja oft CV´s und 1 Fehler ist bei jedem drin, leider. Das liegt auch teilweise an der Betriebsblindheit, da man seinen Lebenslauf zu gut selbst kennt.

  5. Tinka

    Hi :) Gute Frage, Christoph! Ich sehe schon ein, dass es bei einigen Berufen darauf ankommt, wie du aussiehst etc. Zum Beispiel bei Vertrieb und Frontdesk --> viel Kundenkontakt. Beim Rest, hmmm. Ich denke, dass hat sich einfach über die Zeit so entwickelt. Einige Unternehmen gehen auch in die Gegenrichtung. Hier einen Artikel zur Form des Fotos: https://www.e-fellows.net/show/detail.php/19235 In unsere Community gibt es Diskussionen dazu. https://www.community.e-fellows.net/qanda/question/view/id/14436 https://www.community.e-fellows.net/qanda/question/view/id/14339 Grüße, Tinka

  6. Christoph

    Hallo, Ich stelle mal eine allgemeine Frage in den Raum: Warum kommt es denn überhaupt so unheimlich auf Formalitäten an? Dass Rechtschreibfehler Tippfehler sein können ist doch klar, wenn ein Unternehmen eine Bewerbung wegen 3 Tippfehlern wegschmeißt, dann ist es ganz schön naiv, denn es verwirft gleich vorab vielleicht schon die besten Bewerber. Aber warum muss ich mich unbedingt an bestimmte Vorlagen bei meinem CV halten? Warum darf ich nicht mehr persönliche Informationen in meinem CV geben als der Durchschnitt, wenn diese authentisch wirken? Warum muss ich auf meinem Foto ganz bestimmte Kleidung tragen und muss ein ganz bestimmtes Gesicht ziehen? Warum spielen äußere Kleinigkeiten so eine unheimlich wichtige Rolle? Wird nicht der Inhalt meiner Bewerbung, meine Motivation, mein Lebenslauf - damit meine ich den Lauf meines Lebens und nicht das Papier auf dem er niedergeschrieben ist - und schließlich ein persönliches Gespräch mich viel besser von meinen Mitbewerbern unterscheiden, insofern, dass es für das Unternehmen von Nutzen ist. Und warum müssen Bewerber in Formen gepresst und auf Fakten reduziert werden, ist es so eine große Zeitersparnis?

  7. Jobbörse Energie

    Ja, da kommen einem schon lustige CV´s unter, wenn man Lebensläufe korrigiert :-) Am besten, die Freunde auch mal lesen lassen, bevor man es publik macht.

  8. Julia

    Hi Lukas, das Anschreiben als Frage zu posten ist wirklich ein guter Tipp - wenn man sich traut... ;-)

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