Partner von:

Lebe lieber lückenlos

Lücken im Lebenslauf (Quelle: fotolia, Autor: Sergey Nivens)

© Sergey Nivens - Fotolia.com

Personaler wünschen sich perfekte Lebensläufe. Lücken im CV von mehreren Monaten kommen bei ihnen gar nicht gut an. Mit einigen Tricks kannst du bei der Bewerbung Zeiten kaschieren, in denen du nicht gearbeitet hast. Andere vermeintliche Lücken sind gar keine.

Grundsätzlich gilt, dass man Lücken unter acht Wochen nicht erklären muss. Diese Zeit steht jedem zu, um sich nach einem neuen Job umzusehen. Doch aus acht Wochen werden schnell drei oder vier Monate. Das ist direkt nach dem Studium noch okay - mitten im Berufsleben aber schon kritisch.

Beim Studiengangswechsel Lücken im Lebenslauf schließen

Schon während des Studiums können die ersten Lücken entstehen: Wer seinen Studiengang wechselt und möglicherweise ein Semester überbrücken muss, bis das neue Studium beginnt, sollte sich nicht den Kopf zerbrechen. Einen Fehlversuch hat jeder. Wenn möglich, sollte man die freie Zeit mit einem Praktikum oder einem Nebenjob verbringen, der zum neuen Studiengang passt. Wer sich fürs Lehramt entscheidet, kann Nachhilfe geben; wechselt man zu BWL, kann es sinnvoll sein, in einer studentischen Unternehmensberatung mitzuarbeiten.

Steh zu deinem Nebenjob

Auch zwischen Bachelor und Master müssen viele Studenten ein Semester überbrücken. Nimmt man in dieser Zeit einen Nebenjob an, um sich ein finanzielles Polster für das Master-Studium zu verschaffen, ist das völlig legitim und muss in keinem Vorstellungsgespräch verschwiegen werden. Grundsätzlich sollten Studenten Nebenjobs, die sie während der Semesterferien oder studienbegleitend ausüben, im Lebenslauf auflisten. Denn damit zeigen sie Engagement und Einsatzbereitschaft.

Wenn der Jobeinstieg länger dauert

Berufseinsteiger genießen wohl die größte Schonfrist unter den Jobsuchenden. Bei einer Lücke von etwas mehr als zwei Monaten wird bei ihnen eher ein Auge zugedrückt als bei jemandem, der bereits voll im Berufsleben steht. Wer es im Abschlussprüfungsstress nicht schafft, parallel Bewerbungen zu schreiben, sollte sich nach der letzten Klausur so schnell wie möglich darum kümmern. Dauert der Bewerbungsprozess länger als erwartet, sollte man die Zeit für kleinere Weiterbildungen nutzen. Das können zum Beispiel Sprach- oder Wirtschaftskurse sein, die man dann auch im Lebenslauf nennen sollte.

Keine Berufserfahrung? Praktika im Lebenslauf ausschmücken!

Wer nach dem Studium erst Mal nur ein Praktikum gefunden hat, sollte das als Berufspraxis verkaufen. Das gelingt am besten, wenn man im Lebenslauf konkrete Tätigkeiten aufzählt, für die man zuständig war. Bei welchen Projekten hat man assistiert? Für welche Aufgaben war man alleine verantwortlich? Und welche Fachkenntnisse kann man durch diese Tätigkeiten nun für den neuen Job verwenden? Manche Arbeitgeber sind auch bereit, Praktika im Zeugnis wie eine freie oder befristete Stelle zu verkaufen. Besonders bei langen Praktika solltest du darauf drängen.

Auch Reisen bildet

Manche Studenten machen nach der Uni bewusst einige Monate Pause, um eine lange Reise zu unternehmen oder in einem sozialen Projekt zu arbeiten. Das sollte man unbedingt auch in den Lebenslauf schreiben. Wer vier Monate mit dem Rucksack durch Neuseeland reist, macht nicht automatisch einen faulen Eindruck, sondern beweist, dass er sich für andere Kulturen interessiert und sich in anderen Ländern zurechtfindet. Positiver Nebeneffekt: Die Reise gibt dem Personaler die Chance, sich über die berufliche Qualifikation hinaus ein Bild vom Bewerber zu machen.

Arbeitslos - und nun?

Wer seit mehr als zwei Monaten arbeitslos ist, sollte seinen Lebenslauf chronologisch verfassen, statt mit der letzten Tätigkeit ("umgekehrt chronologisch") zu beginnen - so sieht der Personaler nicht gleich auf den ersten Blick, dass man schon länger sucht. Die Formulierungen "berufliche Neuorientierung" oder "ohne Anstellung" klingen im Lebenslauf übrigens besser als "arbeitslos".

Selbstständigkeit im Lebenslauf erwähnen

Viele versuchen, sich bei längerer Arbeitslosigkeit selbstständig zu machen. Selbst wenn das nicht klappt, sollte man es im Lebenslauf nennen. Denn auch das zeigt dem Personaler, dass der Bewerber engagiert ist. Wie lange man arbeitslos sein "darf", hängt stark von der Branche ab. Je spezieller die Anforderungen an einen Job, desto schneller ist das eigene Wissen veraltet, und desto schwieriger wird es, im selben Job wieder Fuß zu fassen. Das wissen auch Personaler.

Kleinere Firma, größere Chancen

Je größer ein Unternehmen ist, desto schlechter sind die Chancen, dort mit einem lückenhaften Lebenslauf unterzukommen. Bessere Möglichkeiten hat man bei kleineren Unternehmen. Sie erhalten nicht ganz so viele Bewerbungen und laden auch Kandidaten zum Vorstellungsgespräch ein, die in den Bewerbungsunterlagen keinen so perfekten Eindruck gemacht haben.

Kindererziehung - von wegen Urlaub!

Wer aus dem Job aussteigt und sich für einige Zeit um seine Kinder kümmert, sollte die Begriffe "Kinderpause" und "Erziehungsurlaub" im Lebenslauf vermeiden. Denn diese Zeit hat nichts mit Erholung und Entspannung zu tun, sondern ist mindestens so anstrengend wie ein Vollzeitjob. Familien- und Erziehungsarbeit ist eine passende Formulierung, denn schließlich lernt man während der Kindererziehung von Stressresistenz bis hin zu Multitasking viele Dinge, die später auch im Job von Nutzen sind. Und natürlich dürfen auch Männer in Elternzeit gehen, ohne sich dafür zu schämen.

Krankheiten sind privat

Wer aus gesundheitlichen Gründen größere Lücken im Lebenslauf hat, muss dem potentiellen Arbeitgeber seine Krankheit nur dann nennen, wenn er durch seine Erkrankung andere gefährden könnte. Alles andere geht den Arbeitgeber nichts an und wird im Lebenslauf nur kurz vermerkt: Mai-August 2009: Erkrankung.

nach oben

Jobs, Praktika

und akademische

Stellen suchen

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (2)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

  1. Andreas

    Dito

    Gerade auch in Fächern abseits von Ingenieurswesen, BWL und Informatik kann die Stellensuche innerhalb von zwei, drei Monaten angesichts all der Absagen wohl eher als schlechter Scherz gemeint sein. Vielleicht sollten unsere Personaler ihre seltsamen Vorstellungen und das Gott spielen ein kleines bisschen zurückfahren, dann käme es erst gar nicht zu den Lücken - und der "Fachkräftemangel" hätte sich wohl auch erledigt. Ich sage es ganz ehrlich: Mir erscheinen viele Personalabteilungen als Problemfall, weniger die Bewerber.

  2. Florian

    Bei einer Lücke von etwas mehr als zwei Monaten ...

    Sie schreiben: "Berufseinsteiger genießen wohl die größte Schonfrist unter den Jobsuchenden. Bei einer Lücke von etwas mehr als zwei Monaten wird bei ihnen eher ein Auge zugedrückt ..." Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine Lücke von mehr als zwei Monaten nach Abschluss problematisch sein kann. Ist dies nicht eine etwas realitätsfremde Behauptung? Kein einziger meiner ehem. WiWi Kommilitonen (etwa 10 an der Zahl) schaffte es in weniger als sechs Monaten nach Beginn der Jobsuche ein Stelle zu bekommen.

Das könnte dich auch interessieren