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Zwischen den Zeilen

Schreibtisch [Quelle: unsplash.com, Taduuda]

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Stellenausschreibungen sind für beide Seiten wichtig – den Bewerber wie das Unternehmen. Denn in den Stellenanzeigen präsentiert sich dein potenzieller Arbeitgeber und vermittelt dir ein wichtiges erstes Bild, das du lesen können musst.

Je mehr du über den Arbeitgeber weißt, desto besser kannst du bei deinem Anschreiben oder im Vorstellungsgespräch auf seine Interessen eingehen: Damit erhöhst du deine Chancen auf eine schnelle, erfolgreiche Jobsuche. Einen guten ersten Eindruck vom Unternehmen vermittelt schon die Stellenanzeige. Wichtig ist es, die Formulierungen der Stellenanzeigen sehr genau zu lesen – vor allem zwischen den Zeilen. Auch Tätigkeits- und Anforderungsprofil an die Bewerber sagen eine Menge über den Job aus. Die Berufsbezeichnung musst du ebenfalls recherchieren, wenn du eine gute Grundlage für deine Bewerbung schaffen willst.

Diese Anhaltspunkte ergänzt du mit anderen Informationsquellen, zum Beispiel mit der Firmen-Homepage, Presseinformationen und Insider-Wissen. Mithilfe von Insider-Wissen aus deinem Bekanntenkreis kannst du einen direkten Vergleich ziehen zwischen der Selbstdarstellung des Unternehmens und internen Informationen: Hält die Firma, was sie im Stellenangebot verspricht?

Nicht von Stellenausschreibungen abschrecken lassen

Beim Lesen der Stellenanzeigen geraten manche Bewerber unter Druck: Denn Unternehmen wünschen sich, so scheint es, eine eierlegende Wollmilchsau. Doch nicht von jeder Formulierung oder Anforderung brauchst du dich abschrecken zu lassen. Während es sich bei Beschreibungen wie "Voraussetzungen sind", "wir erwarten" oder "sind erforderlich" um notwendige Anforderungen handelt, ohne die du den Job nicht meistern kannst, stellen Formulierungen wie "wünschenswert", "hinreichend", "zusätzlich" oder "idealerweise" keine Muss-Anforderungen an den Bewerber dar. Erfüllst du circa 70 Prozent der ausgeschriebenen Forderungen, hast du gute Chancen auf ein Vorstellungsgespräch. 

Firmen geben also in Stellenangeboten ihre Vorstellung von einem perfekten Bewerber an: Wenn du etwas von diesen Anforderungen abweichst, heißt das noch lange nicht, dass du ungeeignet bist. Es ist aber wichtig, dass du zu den Anforderungen, die du noch nicht ganz erfüllst, Stellung beziehen kannst. Was hast du getan oder tust du, um dir die anderen Qualifikationen anzueignen? Bist du so flexibel und lernwillig, dass du dich schnell auch in neue Themen einarbeiten kannst? Auch deine Soft Skills können Personaler überzeugen.

Zwischen den Zeilen lesen, oder: Was Stellenanzeigen wirklich aussagen

  • Bei Anzeigentexten mit Telefonangabe oder Hinweisen wie: "Für weitere Fragen steht Ihnen gerne Herr Albert Müller zur Verfügung" ist ein Anruf erwünscht, bevor du die Bewerbungsmappe einsendest. Häufig klärt ein Telefonanruf vorab, ob du für den Job die richtige Eignung mitbringst: So sparst du dir und der Firma Zeit. Wähle deine Fragen vorher mit Bedacht aus und frage nicht naiv drauf los. Neben Fragen zu formellen Dingen wie "An wen darf ich meine Bewerbung schicken?" kannst du auch inhaltliche Punkte zum Job fragen. Das beweist dein Interesse und deine Kompetenz. Kontaktdaten in der Stellenanzeige bieten dir übrigens auch eine gute Möglichkeit, die Seriosität des Stellenangebots zu bewerten: Unzureichende Kontaktdaten und/oder allgemeine E-Mail-Adressen sind in der Regel kein gutes Zeichen. Wird dann auch noch das schnelle, große Geld versprochen, sollten deine Alarmglocken schrillen. Auf solche Stellenanzeigen bewirbst du dich am besten gar nicht erst. 
  • "Teamorientiert, flexibel, kommunikativ und belastungsfähig" sind Standardschlagwörter. Trotzdem solltest du diese Phrasen nicht einfach überlesen. Denn dahinter verbergen sich tatsächliche Anforderungen. In diesem Fall solltest du als Bewerber deine Teamfähigkeit im Lebenslauf dokumentieren, zum Beispiel mit Bescheinigungen über erfolgreiche Projektarbeiten.
  • Wenn betont "belastbare" Teilnehmer gesucht werden, kannst du davon ausgehen, dass die Arbeitsbelastung wirklich hoch ist.
  • "Reisen betrachten Sie als angenehm" bedeutet, dass du sehr viel unterwegs sein wirst.
  • "Wir entwickeln und vermarkten weltweit (...) Mit 6,7 Milliarden Euro Umsatz sind wir in dieser Branche schon jetzt die Nummer Eins in Europa." "Weltweit" und "Europa" weisen auf einen möglichen Einsatz im Ausland hin. Das sind auch internationale Chancen für dich. Wenn das aus dem weiteren Text nicht deutlich wird, dann frage nach.

Wie schnell solltest du auf Stellenanzeigen reagieren?

Auf keinen Fall zu schnell. Manche Personalfachleute sind der Meinung, dass Bewerbungen, die ihnen schon drei Tage nach dem Aufgeben der Stellenangebote ins Haus flattern, nichts taugen. Warum? Nachdem eine Stellenanzeige geschaltet wurde, brauchen die Interessenten Zeit, sich mit dem Unternehmen, seiner Homepage und Presseinformationen vertraut zu machen. "Schnellschüsse" deuten deshalb häufig auf nachlässige Recherche hin oder auf Bewerber, die es sehr eilig haben mit einem neuen Job.

Online-Jobangebote nutzen

Beschränke dich bei deiner Stellensuche nicht auf Stellenanzeigen in Zeitungen. Firmen-Homepages, Online-Jobbörsen und Job-Netzwerke stellen eine wichtige Ergänzung dar. In vielen Jobbörsen kannst du ein Profil anlegen und wirst per E-Mail benachrichtigt, sobald ein Jobinserat eingeht, das zu deinem Profil passt. Wenn du nicht mit unpassenden Angeboten zugemailt werden möchtest, dann sei präzise bei deiner Profilangabe. Auch Headhunter sind vermehrt in Berufsnetzwerken wie Xing oder LinkedIn unterwegs, um geeignete Leute für angebotene Jobs zu finden. Pflege deshalb dein Profil, sieh dich nach neuen Jobchancen um und hole dir mehr Informationen über deinen zukünftigen Arbeitgeber. 

Mehr Infos zu Jobbörsen und eine Linkliste findest du unter Jobbörsen im Internet.

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