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Was soll das heißen?

Zeitung, Jobsuche, Stellenanzeige [Quelle: unsplash.com, Autor: Toa Heftiba]

Quelle: unsplash.com, Toa Heftiba

Personalmanager erklären, was hinter ihren Stellenanzeigen steht.

Die Stelle: Grafikdesigner(in)/Mediengestalter(in) im Hörbuchverlag

Auszug aus der Anzeige: "Wir bieten Ihnen ein junges, sympathisches und erfolgreiches Team; eigenverantwortliches Arbeiten und kreativen Freiraum für Ihre Ideen; einen attraktiven Arbeitsplatz in Berlin-Charlottenburg; Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann möchten wir Sie gern kennenlernen und freuen uns auf Ihre schriftliche Bewerbung und Ihr Portfolio."

ZEIT Campus: In Ihrer Stellenanzeige versprechen Sie "kreativen Freiraum". Was heißt das für Bewerber?

Amadeus Gerlach: Eine Stellenanzeige bietet viele Informationen, auf die man geschickt eingehen kann. In diesem Fall heißt das: Es sollte sich auf das Inserat kein Grafikdesigner bewerben, der nur grafische Fließbandarbeit leisten und zum Beispiel gerne täglich Hunderte von Schuhabbildungen freistellen möchte. Wir suchen diejenigen, die gern selbst gestalten und kreativen Input geben.

Wie zeigt man in seiner Bewerbung, dass man kreativ ist?

Durch ein breites Portfolio, eigene Ideen und indem man Prioritäten setzt. Gut ist es, wenn man Kenntnisse nachweist, die wir in unserer Stellenanzeige gesucht haben wie Produktgestaltung, Editorial Design und Reinzeichnung – möglichst vom Entwurf bis zur Druckvorlage. Wir prüfen im nächsten Schritt die praktischen Fähigkeiten dann auch noch separat.

Wie sieht das aus?

Bevor es zu einem Auswahlgespräch kommt, schicken wir den besten Bewerbern kleine Aufgaben. Wir bitten sie zum Beispiel darum, nach spezifischen Vorgaben ein CD-Cover zu einem bestimmten Hörspiel zu gestalten, ein Foto freizustellen und einen Text nach typografischen Regeln zu setzen. So erkennen wir, was ein Bewerber tatsächlich kann.

Wie belegt man denn generell in einer Bewerbung seine Fähigkeiten?

Uns überzeugen anschauliche Beispiele oder Verweise auf Dritte. Bei Grafikern können das Wettbewerbspreise sein, Empfehlungen anderer Unternehmen oder schlicht die Beschreibung grafischer Umsetzungen, die zeigen, was genau man zu einem Projekt beigetragen hat.

Wenn Sie schreiben "Wir bieten Ihnen ...", dient das dann nur zur Info?

Nicht nur. Wir präsentieren uns in einer Anzeige auch deshalb selbst, um den Bewerbern die Möglichkeit zu bieten, darauf einzugehen. Uns interessiert, was sie zu unserem Unternehmen beitragen wollen und können.

Es findet sich auch die klassische Formulierung "Sie arbeiten gerne im Team". Wie sollte man darauf eingehen?

Auf jeden Fall sollte man nicht nur schreiben: "Ich arbeite gerne im Team." Gelungene Teamarbeit lässt sich am besten an Projektbeispielen veranschaulichen. Welche Rolle hat der Bewerber im Team gespielt? War er der Kreative, der Organisator, der Ideengeber oder der Moderierende? Ich möchte mir vorstellen können, welche Rolle er in unserem Team spielen könnte.

Amadeus Gerlach, 50, ist Geschäftsführer von Der Audio Verlag in Berlin.

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