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Weißer Kittel am Nagel? Alternativen

Brotlose Kunst gegen Brotkunst
 Medizin oder Germanistik? Diese Frage beschäftigte Eva-Cathrin Schulz vor dem Studium. Schulz: "Ich entschied mich für die Brotkunst, also Medizin. Gegen Ende des Studiums stellte ich aber fest, dass mir der Arztberuf zu wenig kreativ war." Sie suchte nach Alternativen und fand sie beim Thieme-Verlag. Der gibt zum Beispiel "Checklisten" heraus, die so genannten "Kittel-Taschenbücher". Das sind kleine Nachschlagewerke mit klinischen Themen, die Ärzte in der Kitteltasche mit sich tragen. Die Vorteile für Eva-Cathrin Schulz in diesem Beruf? Schulz: "Ich habe viel mehr Handlungsspielraum, kann Konzepte selbst entwickeln und habe zudem viel Kontakt zu anderen Menschen. Genau das, was ich wollte."
 

Weißer Kittel am Nagel
 Gibt es auch Nachteile des Wechsels in eine andere berufliche Sparte? Schulz: "Ja, die gibt es. Oft ist die Akzeptanz von Medizinern ohne weißen Kittel recht gering. Interessanterweise vor allem auf Seiten der klassischen Mediziner-Kollegen selbst - nach dem Motto "der konnte wohl keine anständige Mediziner-Karriere machen und hockt jetzt im Büro im Verlag". Der Arztberuf mit weißem Kittel hat nun einmal einfach mehr Ansehen in der Bevölkerung als der Job einer Programmplanerin im Verlag (den man auch gar nicht ohne Erklärung verstehen kann). Die Unternehmen haben diese Vorurteile aber viel, viel weniger: Niemand zwingt ja eine Unternehmensberatung oder einen Finanzdienstleister, Mediziner einzustellen! Vielmehr schätzen die Unternehmen die Disziplin der Medizin-Absolventen, die durch das zugegebenerweise verschulte Studium antrainiert ist."
 

Wer Alternativen sucht, wird sie finden!
 "Andererseits", so Schulz, "war das Medizinstudium absolut erforderlich für meinen Beruf! Erstens kann ich mich so auf einer Augenhöhe mit Ärzten über inhaltliche Aspekte unterhalten und zweitens kann ich Fachliches in den Manuskripten besser beurteilen." Ist der Sprung auf eine andere Karriereseite allen zu empfehlen? Mitnichten. Denn es gilt nicht nur, einige Vorurteile zu überwinden, sondern auch Eigeninitative zu entwickeln. Schulz: "Man muss sich auch trauen, als Mediziner einfach irgendwo mal anzurufen und etwas Neues ausprobieren."
 

Entscheidung für den Wechsel - wann?
 Und wann wäre ein guter Zeitpunkt, sich über alternative Karrierewege Gedanken zu machen? Tipp von Eva-Cathrin Schulz an die e-fellows: "Grundsätzlich ist es gut, sich um das 2. Staatsexamen herum Gedanken zu machen. Irgendwann möchte man ja auch mal wissen, wohin die Reise geht. So eine Entscheidung kann auch während des Praktischen Jahres (PJ) fallen, wenn der erste Praxisschock droht. Auf jeden Fall sollte man aber das 3. Staatsexamen machen und promovieren, denn so ist man auch für spätere Wechsel auf der sicheren Seite."

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