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Die Kunst, ein guter "Frollege" zu sein

Teamwork [Quelle: pixabay.com, Autor: pmbbun]

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Wer einem Fulltime-Job nachgeht, ist täglich mindestens neun Stunden auf der Arbeit – und verbringt damit mehr Zeit mit seinen Kollegen als mit dem Partner, der Familie und Freunden. Dass wir uns daher ein gutes Verhältnis zu unseren Kollegen wünschen, ist verständlich. Aber kann es unter Kollegen wirklich echte Freundschaft geben?

Mit dem Eintritt ins Berufsleben wird es immer schwieriger, Freundschaften aus Schul- und Studienzeiten aufrecht zu erhalten. Wohnortwechsel, Reisetätigkeit und lange Arbeitszeiten tragen ihren Teil dazu bei, dass der Kontakt zu alten Freunden seltener wird. Und um den nächsten Sprung auf der Karriereleiter nicht zu verpassen, lassen sich viele so stark in ihrem Beruf einspannen, dass sie nach Feierabend oft keine Energie mehr haben, um beispielsweise in Vereinen oder Ehrenämtern neue Bekanntschaften zu machen.

Kein Wunder also, dass sich viele Freundschaften über den Job entwickeln. Stress, Zeitdruck, Überstunden, schwierige Kunden oder ein nörgelnder Chef – das alles schweißt Kollegen zusammen. Gemeinsame Mittagspausen, das Feierabendbier, die Einladung zur Hochzeit oder zum Vierzigsten – ein gutes Verhältnis zu den Kollegen schafft schnell eine immer größere Überschneidung zwischen Berufs- und Privatleben. Aus Kollegen werden so Freunde – "Frollegen" in der Umgangssprache. Doch woran ist ein guter Frollege zu erkennen – und wie wird man selbst einer?

Freundschaft unter Kollegen findet in einem bestimmten Rahmen statt

Wikipedia definiert Freundschaft als "ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zu einander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet." Wenn wir also jemandem Sympathie entgegenbringen, ihm unser Vertrauen schenken, gerne Zeit mit ihm verbringen und ihn an unserem Leben teilhaben lassen, dann ist klar: Diese Person ist ein Freund, egal, ob sie gleichzeitig auch mein Kollege ist oder nicht.

Dennoch ist Freundschaft unter Kollegen von besonderen Rahmenbedingungen geprägt. Man sieht sich regelmäßig und muss sich nicht erst dafür verabreden. Man kann sich nur schwer aus dem Weg gehen. Man weiß Dinge voneinander, die der Chef besser nicht erfährt. Aber was, wenn der Frollege ein falscher Freund ist und diese Informationen beim Vorgesetzten auf einmal gegen uns nutzt? Oder plötzlich selbst zu unserem Chef wird? Was sollte bei Freundschaften im Büro beachtet werden, damit sie langfristig funktionieren?

Wie wird aus einem Kollegen ein Freund?

Klar ist: Es gibt keine allgemeingültigen Regeln. Letztendlich ist es wie bei allen anderen zwischenmenschlichen Beziehungen auch – es kommt darauf an: Auf die eigene Persönlichkeit und unsere Vorstellungen, die wir von Freundschaft haben. Natürlich auch auf den Freund selbst, dessen Persönlichkeit und seine Erwartungen an eine gute Freundschaft. Wer aus einem Kollegen einen guten Freund machen oder selbst zu einem guten Frollegen werden will, für den können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Warum mag ich die Person? Was schätze ich an ihr und was würde es bedeuten, sie zunehmend an meinen Privatleben teilhaben zu lassen?
  • Woran erkenne ich, dass die Person mich ebenfalls mag? An welchen Anzeichen mache ich fest, dass die Zuneigung nicht einseitig, sondern zweiseitig ist?
  • Welches Ausmaß an Kontakt wünsche ich mir von der Person? Was wäre zu wenig, was zu viel Nähe oder Distanz?
  • Welche gemeinsame Geschichte verbindet uns und welche Bedeutung hat diese Geschichte für die heutige Beziehung?
  • Angenommen, die Freundschaft entwickelt sich so weiter wie bisher. Was könnte im schlimmsten und besten Fall passieren?
  • Wie werden andere über die Freundschaft denken? Welche Auswirkungen hätte sie auf andere Kollegen, Freunde, meine Mitarbeiter oder meine Führungskraft?

Ehrliche Antworten auf Fragen wie diese sorgen dafür, dass wir Klarheit über die gewünschte Beziehung gewinnen – und gegensteuern können, falls sich die Beziehungskiste in eine ungewollte Richtung bewegt.

Konflikten vorbeugen durch eine offene Kommunikation

In jedem Fall ist das Wichtigste: Kommunikation. Zwar ist uns allen klar, dass Reden hilft. Aber im Alltag ist es oft schwer, den Anfang zu machen. Leider werden häufig erst dann klare Worte gesprochen, wenn es Probleme gibt. Natürlich sind Gespräche zur Konfliktklärung wichtig. Nur wenn die eigene Frustration, die individuellen Sorgen und Ängste zum Thema gemacht werden, können beide daran arbeiten, sie aus der Welt zu schaffen.

Wird aber schon vorher über gegenseitige Erwartungen und Ziele gesprochen, können viele Konflikte verhindert werden. Solche Gespräche mögen sich zwar zu Beginn etwas gekünstelt und komisch anfühlen – aber im Regelfall haben danach alle Beteiligten etwas Neues über sich und den anderen erfahren und sind dankbar, dass es einen Austausch gab. Das gilt nicht nur bei beginnenden Beziehungen, sondern auch, wenn z. B. einer der beiden Frollegen befördert oder versetzt wird, oder das Unternehmen wechselt.

Freundschaft ist keine Einbahnstraße

Letztendlich gilt: Wodurch sich ein guter Frollege auszeichnet, muss jeder für sich selbst definieren. Je besser wir wissen, was wir selbst darunter verstehen, desto besser können wir für andere ein guter Frollege sein und das Gleiche von anderen zurückbekommen. Denn wahre Freundschaft ist immer ein Geben und Nehmen – auch im Büro.

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