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Junger Mann mit Bewerbungsmappe (© contrastwerkstatt - fotolia.com)

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In den ersten Wochen prasselt jede Menge Neues auf Berufseinsteiger ein. Acht Tipps für einen gelungenen Start

1. Namen einprägen

"Darf ich Ihnen unsere Frau Sibelner vorstellen? Und das hier ist Herr Markquardt vom Entwicklungsteam." Berufsanfänger lernen eine Menge neue Menschen kennen. Sich nicht alle ihre Namen sofort merken zu können ist normal – und es ist in Ordnung, noch einmal nachzufragen. Doch beim zweiten Mal wird’s peinlich. Namen und Gesichter sollte man sich deshalb versuchen einzuprägen. In größeren Unternehmen kann man zur Hilfe ins Mitarbeiterverzeichnis im Intranet schauen. Auch ein Blick in die Imagebroschüre, die interne Firmenzeitschrift oder den Newsletter hilft. Tipps zu Eselsbrücken und anderen Merktechniken findet man hier.

2. Durststrecke überstehen

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Berufseinsteiger in ihren ersten Wochen wenig zu tun haben – auch wenn sie hoch motiviert sind. Oft dauert es, bis der Chef ihnen größere Projekte anvertraut. Und nicht jeder hat das Glück, dass ein Einarbeitungsprogramm auf ihn wartet. Wenn dann gerade alle im Stress sind, richtet sich das Augenmerk auf die Deadlines, nicht auf den Neuen. Mitten im Trubel etwas nutzlos am Rand zu stehen fühlt sich mies an. Man sollte sich aber klarmachen: Es ist nicht persönlich gemeint, wenn man anfangs weder Aufmerksamkeit noch große Projekte bekommt. Am besten man fragt die Kollegen, wo man sie unkompliziert unterstützen kann. Auch ein Blick in andere Abteilungen lohnt. Zur Sicherheit erst klären, ob das für den Vorgesetzten okay ist.

3. Grenzen setzen

Während sich manche Einsteiger in den ersten Wochen nicht ausgelastet fühlen, werden andere mit Arbeit überschüttet. Jeder Kollege lädt etwas bei ihnen ab. Sie haben schließlich meist keinen Überblick, was man sonst noch auf dem Schreibtisch hat. Alles anzunehmen, weil man einen guten Eindruck machen will und Angst hat, Nein zu sagen, ist jetzt ein Fehler – am Ende schafft man die Aufgaben nicht. Deshalb sollte man freundlich und bestimmt Grenzen setzen, sobald man ausgelastet ist. Etwa so: "Würde es Ihnen bis zum 15. reichen? Dann nehme ich es gerne mit auf meine Liste."

4. Mit Kollegen essen

Dabeisein ist nicht alles, aber wichtig. Man findet leichter Anschluss, kann sich von einer informelleren Seite zeigen und erfährt auch mal den einen oder anderen Abteilungsklatsch. Wird man als Einsteiger von den Kollegen übersehen, muss man sich selbst kümmern. Vielleicht bittet man den Büronachbarn, Bescheid zu geben, sobald das Team essen geht. Oder man sucht ein Restaurant mit Mittagstisch und fragt die Kollegen, wer Lust hat, es gemeinsam auszuprobieren.

5. Beobachten

Welchen Weg nehmen Entscheidungen, und wie lange dauert das? Wen darf man auf keinen Fall übergehen? Wie ist das Verhältnis der einzelnen Abteilungen zueinander? Am Anfang sollte man viel beobachten. Auch die Reaktionen auf die eigene Arbeit sollte man bewusst wahrnehmen. Die Gefahr ist groß, am Anfang einen Tunnelblick zu entwickeln, der sich nur auf das jeweilige Projekt richtet. Dabei ist es wichtig, sich zu fragen, wie das eigene Auftreten und die persönliche Arbeitsweise bei den anderen ankommen. Feedback vom Chef kann man nicht erst gegen Ende der Probezeit einholen, sondern auch mal zwischendurch. Eine gute Gelegenheit bietet sich, wenn eine wichtige Projektetappe abgeschlossen ist.

6. Zu Fehlern stehen

Einmal mit dem Autofill des Mailprogramms nicht aufgepasst, und ping!, liegt die vertrauliche Mail beim falschen Kunden im Posteingang. Passiert so etwas, sollte man so schnell wie möglich zum Vorgesetzten gehen, damit der Schaden begrenzt werden kann. Außerdem ist es für einen Chef wichtig, zu sehen, dass seine Leute verlässlich sind. Ein "Entschuldigung" oder "Es tut mir leid" signalisiert ihm, dass man sich nicht aus der Verantwortung stiehlt. Langatmige Rechtfertigungen sind fehl am Platz. Besser ist, man hat die wichtigsten Unterlagen dabei und bringt in ein paar Sätzen auf den Punkt, was passiert ist. Hat man schon einen Lösungsvorschlag parat, ist das gut, man sollte aber keine Zeit damit verlieren, ihn erst zu erarbeiten. Wenn man gut damit umgeht, müssen Patzer in der Probezeit nicht das Aus bedeuten, auch wenn man erst mal unter verschärfter Beobachtung steht.

7. Sich nicht vereinnahmen lassen

Konflikte gibt es überall. In manchen Unternehmen werden sie auch auf der persönlichen Ebene ausgefochten. Wenn jemand neu ins Unternehmen kommt, versuchen die Kontrahenten gerne, ihn schnellstmöglich ins eigene Lager zu ziehen. Hier gilt: neutral bleiben. Wenn beim Mittagessen über Kollegen und Vorgesetzte gelästert wird, kann man auch mal das Thema wechseln.

8. Selbstbewusst auftreten

Wer neu startet und gleich allen verkündet, wo es langgeht, kommt nicht gut an. Umgekehrt nervt es aber auch, wenn jemand sich klein macht und seine mangelnde Erfahrung betont. Bekommen die Kollegen häufig Antworten zu hören wie "Ich weiß nicht", "Das habe ich noch nie gemacht" oder "Ich kenn mich da nicht aus", verleitet es sie zu dem Schluss, dass der Neue eher eine Belastung als eine Hilfe ist – selbst wenn das gar nicht stimmt. Das bedeutet nicht, dass man bluffen soll. Aber es kann helfen, sich klarzumachen, dass man viele Kompetenzen besitzt, sonst hätte man den Job nicht bekommen. Und man kann signalisieren, dass man die Dinge anpackt: Statt "Ich weiß nicht" kann man zum Beispiel sagen: "Da muss ich mich schlau machen. Ich finde das für Sie heraus."

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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