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Geld oder Leben?

Entscheidung, Abwägung, Work-Life-Balance [Quelle: tempus corporate, Getty Images]

Quelle: tempus corporate, Getty Images

"Arbeiten, um zu leben, oder leben, um zu arbeiten?" Die scheinbar einfache Frage bewegt nicht nur langjährige Berufs-Profis. Im Studium hast du noch viele Freiräume und Zeitpuffer. Beim Berufseinstieg und in den ersten Jahren als Young Professional bist du dann extrem gefordert. Gerade als Neuling möchtest du den Anforderungen an dich gerecht werden. Erst mal zeigen, was in dir steckt und alles vorantreiben, dynamisieren, elektrisieren.

Gibt es ein Leben nach der Arbeit?

"Privatleben - welches Privatleben?" Dass neben der Karriere auch dein sonstiges Umfeld gepflegt sein will, vergisst du leicht in all der Aufbruchs- und Leistungseuphorie. Zumal viele die Umstellung vom Studium aufs Berufsleben als radikalen Umbruch der Lebenswelt und Gewohnheiten empfinden. Vielleicht durchlaufen dein Partner und deine Freunde ja eine ähnliche Phase. Dennoch: Eine Umfrage des Instituts Allensbach ergab, dass gerade in der "Jungen Elite" für drei Viertel der Befragten die Familie an erster Stelle steht - vor Beruf, Freundeskreis, Hobbies und sonstigen Interessen.

Arbeit ist das halbe Leben

In Zeiten mit beinahe vier Millionen Arbeitslosen fallen ironischerweise zugleich bei anderen Arbeitnehmern Überstunden ohne Ende an. Diese Über-Arbeitszeit gilt es, neu zu verhandeln. Gerade in der "New Economy" bieten sich viele Beispiele, wie Arbeitsverhältnisse flexibler als bisher gestaltet werden können. Das gibt dem Arbeitnehmer einerseits größere Spielräume in der Lebensgestaltung, andererseits verwischen sich für ihn häufig die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Ein hoher Preis!

Die Zeit im Griff - im Griff der Zeit

Herkömmliche Arbeitsbedingungen der "Old Economy" bieten wenig Möglichkeiten, das Verhältnis Arbeit-Freizeit auf persönliche Bedürfnisse abzustimmen. Als Lösungsvorschlag sind in der Diskussion: Konten für Lebensarbeitszeit, Sabbaticals ("Sabbat-Jahre" als vertraglich vereinbarte Blockfreizeiten von bis zu 15 Monaten), Jobsharing und diverse andere Regelungen für eine flexiblere Arbeitszeit. Diese Modelle werden allenfalls innerhalb einer Firma oder Firmengruppe umgesetzt oder auf Umsetzbarkeit getestet. Aber auch der Staat hat mittlerweile reagiert. Mit dem neuen Gesetz über Teilzeitarbeit existiert seit Januar 2001 erstmals bundesweit eine gesetzliche Erleichterung von Teilzeitarbeit für alle. Hier werden nicht allein einzelne Gruppen angesprochen und Erziehungsurlaub oder Altersteilzeit abgewickelt. 

Breitenmodell Teilzeitarbeit?

Das neue Gesetz will Teilzeitarbeit in allen Berufsgruppen und für Frauen wie Männer ermöglichen. Wer länger als sechs Monate bei seinem Arbeitgeber beschäftigt ist, kann verlangen, dass seine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit verringert wird. Du musst nicht mit Kinderbetreuung oder anderen familiären Pflichten (Pflege, ...) argumentieren, wenn du deine Vollzeit-Arbeitszeit reduzieren möchtest, sondern kannst die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit drei Monate im voraus thematisieren. Dann ist es deine und die Aufgabe des Arbeitgebers, einvernehmlich eine Umsetzung für die gewünschte Verringerung der Arbeitszeit zu finden. 

Pro und Contra

Wer schon einige Jahre lang arbeitet und sich Teilzeitarbeit finanziell leisten kann, für den gibt es viele mögliche Gründe dafür: Aus- und Weiterbildung, kreative Pause und Regeneration, ehrenamtliche Tätigkeit. Dass die effektive Organisation eines Unternehmens in der Regel nur einen begrenzten Anteil von Teilzeitarbeitskräften verkraftet, wird allerdings leicht übersehen. Viele Firmen gehen davon aus, dass sie mit 10 bis 15% der Angestellten Teilzeitmodelle verwirklichen können. Zu einer erfolgreichen Übereinkunft gehören natürlich auch realistische Vorstellungen beiderseits: Der Arbeitnehmer kann keine illusionären Zeitkonstrukte aufstellen, der Arbeitgeber bekommt nicht für weniger Geld gleiche Leistung.

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