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Wie gefährlich ist Sitzen?

Rückenschmerzen, Rücken, Orthopädie [Quelle: unsplash.com, Autor: Jesper Aggergaard]

Quelle: unsplash.com, Jesper Aggergaard

Dass langes Sitzen nicht gesund ist, ahnen viele; dass Schlagzeilen wie "Sitzen tötet mehr Menschen als Aids" Mumpitz sind, ebenso. Wo also liegt der gesunde Mittelweg zwischen Unbedarftheit und Hysterie? Was können wir über die Risiken einer sitzenden Lebensweise mit Sicherheit sagen – und was dagegen tun? Hier bekommst du fundierte Antworten und Tipps.

Was würdest du lieber tun: Dich eine Woche nicht mehr waschen oder dich eine Woche nicht mehr hinsetzen? Die meisten von uns würden intuitiv die zweite Option wählen – und es bereuen. Denn sie hätten nicht ans Autofahren gedacht, ans Uni-Seminar, an die Zugfahrt Berlin-München, ans Kino oder jeden beliebigen Flug – oder schlicht an den täglich besuchten Stuhl aller Stühle. Sollten Aliens also jemals unsere Welt ins Chaos stürzen wollen, sie bräuchten nur die Sitzgelegenheiten zu eliminieren. Unsere Gesellschaft läuft nur rund, wenn wir uns hinsetzen.

Aber wie geht es unserem Körper dabei? e-fellows.net beantwortet die wichtigsten Fragen rund ums Sitzen.

Wie viel Sitzen ist zu viel?

Ab wie vielen Minuten Sitzen dir schadet, kann nicht mit einer Zahl beantwortet werden. Denn erstens sind die Auswirkungen von Inaktivität viel schlechter erforscht sind als die von Aktivitäten wie Rauchen oder Trinken. Zweitens hängt die "gefährliche Sitzdosis" auch davon ab, welches Leiden du vermeiden willst, und ob du den jeweiligen Schaden durch ein "Gegengift" wieder gutmachen kannst oder nicht.

Ein Beispiel: Die Autorin der Regensburger Metastudie Daniela Schmid hat ausschließlich Krebserkrankungen in den Blick genommen. Sie bezeichnet Sitzen als einen Risikofaktor an sich, vergleichbar mit Rauchen. So wie acht Zigaretten schlechter sind als zwei, zwei aber immer noch nicht gesund, wird auch Sitzen mit der Dosis immer gefährlicher: Das Risiko für Darmkrebs steigt pro zwei Stunden zusätzlicher Sitzzeit um 8 Prozent, das für Gebärmutterhalskrebs um 10 Prozent und das für Lungenkrebs um 6 Prozent. Hinzu kommt, dass laut ihrer Studie die schädlichen Effekte von Sitzen nicht durch andere Aktivitäten ausgeglichen werden können. So wie frische Luft das Lungenkrebsrisiko des Rauchers nicht senkt, helfe auch eine Stunde Sport Vielsitzern nicht. Ihr Fazit hinsichtlich der drei untersuchten Krebsarten lautet also: So wenig sitzen wie möglich – denn jede Stunde hat ihren Preis, und keine ist wieder gutzumachen.

Eine andere Metastudie der Universität Toronto hingegen konnte in acht Untersuchungen feststellen, dass die Sterblichkeit von Vielsitzern sehr wohl sinkt, wenn sich die Studienteilnehmer regelmäßig intensiv körperlich betätigten. Anderen, nicht tödlichen Leiden wie beispielsweise Bandscheibenvorfällen kann ohnehin mit dem Gegengift Bewegung vorgebeugt werden. Zu viel sitzen würdest du also gemäß diesen Studien oder im Fall dieser Krankheiten erst, wenn du dem angerichteten Schaden nicht mehr mit Bewegung und einer gesunden Lebensweise entgegenwirken kannst. Was das konkret für dich bedeutet, kann aber nicht pauschal auf eine Zahl heruntergebrochen werden.

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