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Dieses Auto fährt der Chef

Auto Dienstwagen Fahrzeug [Quelle: Pixabay.com, Autor: ATMDepot]

Quelle: Pixabay, ATMDepot

In welchen Branchen sind die teuersten Firmenwagen unterwegs? Und welche Modelle werden am häufigsten gefahren? Ein Hersteller dominiert den Markt.

Ein Firmenwagen sagt auch viel über seinen Fahrer aus. Je mehr Hubraum und vor allem je höher der Preis, desto wichtiger die Stellung des Insassen im Unternehmen, lautet die Faustformel. Demnach gibt es in Deutschland immer noch viele wichtige Banker, denn ein Dienstwagen in der Finanzbranche kostet im Durchschnitt 46.000 Euro – das sind 8.000 Euro mehr als im Durchschnitt aller Branchen und damit so viel wie nirgends sonst.

Dicht auf den Fersen sind den Bankern aber mittlerweile die IT-Spezialisten aus der Computerbranche (45.400 Euro) und die Autoindustrie (44.500 Euro), wie aus dem neuen "Firmenwagenmonitor 2015" der Hamburger Vergütungsagentur Gehalt.de hervorgeht. Für die Studie wurden fast 400.000 Gehaltsdatensätze von Fach- und Führungskräften ausgewertet, in mehr als jedem zehnten Fall war das Dienstvehikel ein Bestandteil der Vergütung.

Schlusslichter sind Kulturschaffende

Die günstigsten Dienstwagen rollen wenig überraschend für soziale Einrichtungen über die Straßen, im Durchschnitt liegt der Wert dort bei 26.000 Euro. Darin werde "das allgemein niedrige Gehaltsniveau innerhalb dieser Branche widergespiegelt", schlussfolgern die Vergütungsexperten.

Zwar stehen auf den Firmenparkplätzen der Banken die teuersten Karossen. Allerdings kommen weniger als 8 Prozent der Fach- und Führungskräfte in den Kreditinstituten in den Genuss des Dienstwagenprivilegs. Die häufigste Verbreitung weist die Bauindustrie auf, wo mehr als jeder Vierte (25,6 Prozent) die Fahrten zwischen den Baustellen mit einem Firmenwagen erledigt. Großhandel (24,9 Prozent) und Pharmabranche (21,9 Prozent) kommen ebenfalls auf hohe Werte. Schlusslicht ist dagegen der Kulturbereich mit gerade einmal 1,7 Prozent.

Porsche für mehr als 80.000 Euro

Firmenwagen ist dabei natürlich nicht gleich Firmenwagen. Die Preisspanne der Autos ist groß und führt vom Smart für 15.000 Euro über den doppelt so teuren Ford bis hin zum Porsche, den sich die Konzerne mehr als 80.000 Euro kosten lassen. Der steht dann allerdings eher auf dem Tiefgaragenplatz des Managers eines großen Unternehmens und nicht unbedingt in der Parklücke einer Fachkraft. Die Differenz zwischen den Dienstfahrzeugen von Fach- und Führungskräften beträgt stolze 12.000 bis 15.000 Euro.

Zudem erhalten Führungskräfte erkennbar häufiger eine Dienstkarosse. Schon von einer Unternehmensgröße von sechs Mitarbeitern erhält fast jede zweite Führungskraft ein Fahrzeug gestellt. "Bei den Fachkräften kommt ab einer Größe von 101 Mitarbeitern etwa jeder Zehnte in den Genuss eines Firmenwagens", schreiben die Vergütungsfachleute. Auf beiden Hierarchieebenen fährt dann insbesondere das Vertriebspersonal ein Dienstfahrzeug, aufgrund der Vielzahl von Kundenterminen in dieser Funktion leicht nachvollziehbar. Bei den Chefs dieses Bereichs errechnete das Vergütungsportal eine Verbreitung von rund 75 Prozent, während sich bei Fachkräften jeder Vierte über einen Bonus auf Rädern freut.

VW-Familie dominiert

Einen Unterschied bei der Verteilung macht zweifelsohne die Größe des jeweiligen Unternehmens. "Vor allem in Konzernen jenseits der 20.000 Mitarbeiter lässt sich bei den Gruppen ein deutlicher Zuwachs der Preise beobachten", schreiben die Autoren der Studie. Dort seien die Budgets für Dienstwagen freigiebiger kalkuliert als etwa bei kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Zudem "ist ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Gehaltsklasse und Verteilung von Firmenwagen zu erkennen".

Dominiert wird das für die Hersteller attraktive Marktsegment von Volkswagen. Fast jede Dritte Firmenkarosse stammt demnach von dem Hersteller aus Wolfsburg. Zählt man weitere Marken des VW-Konzerns wie Audi (19 Prozent) und Skoda (7,2 Prozent) hinzu, stammt sogar mehr als jedes zweite Fahrzeug von Europas größtem Produzenten. Beliebt sind darüber hinaus auch BMW (13,1 Prozent) und Mercedes (8,2 Prozent).

Frauen fahren billiger

Ob das Auto nun in Niedersachsen oder in Bayern vom Band rollt, dürfte vielen Mitarbeiterinnen indes relativ egal sein – Hauptsache sie kommen überhaupt in den Genuss eines vom Arbeitgeber finanzierten Gefährts. Die Zahlen nämlich, die das Vergütungsportal für das Verhältnis von weiblichen und männlichen Firmenwagenbesitzern aufführt, sind ernüchternd: Erhalten bei den Führungskräften doppelt so viele Männer wie Frauen ein Firmenauto, liegt das Verhältnis bei den Fachkräften sogar bei vier zu eins. Und teurere Autos fahren die Männer auch: Sie kosten im Schnitt zwischen 6.000 und 9.000 Euro mehr als die der Kolleginnen.

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