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Von der Schulbank in die Selbstständigkeit

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Quelle: unsplash.com, I'm Priscilla

Junge Gründer mit guten Ideen scheinen in Berlin, Hamburg oder München aus dem Boden zu sprießen. Doch tatsächlich geht die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland zurück. Das muss nicht sein, findet e-fellows.net-Stipendiat Philipp. Noch während er die Schulbank drückte, machte er sich selbständig, um Videos für Unternehmen zu produzieren – deshalb weiß er heute, wo Stolperfallen liegen. In seinem Artikel erläutert Philipp, wie du in wenigen Schritten selbst zum Gründer wirst.

Wer mit dem Abi endlich seine Hochschulzugangsberechtigung in der Hand hält, dem stehen fast alle Türen offen. Gleich an die Uni oder doch eine Ausbildung? Minijob, Praktikum oder Auslandsaufenthalt?

Wer so denkt, verengt seinen Horizont. Was nach der Schule nämlich fast nie in Betracht gezogen wird, ist der Einstieg in die Selbstständigkeit. Dabei gibt es kaum eine bessere Möglichkeit, so früh wie möglich praktische Erfahrungen zu sammeln und eigenes Einkommen zu erwirtschaften.

Abgesehen davon sieht es – wenn man sich doch einmal bewerben muss – im Lebenslauf fantastisch aus, selbstständig gewesen zu sein.

Monetarisiere deine Stärken und finde deine Nische

Es mag abenteuerlich klingen, direkt von der Schule in die Selbstständigkeit zu starten, ist aber keinesfalls abwegig. Zwar wird dir in der Regel eine echte berufliche Qualifikation fehlen, wenn du aber während der Schulzeit deine Fähigkeiten und Talente gefördert hast, kannst du mit etwas Kreativität einen Weg finden, dir einen Nischenmarkt zu erschließen und deine Begabungen auf diesem Weg zu monetarisieren.

Als Einstieg in die Selbstständigkeit eignen sich handwerkliche oder künstlerische Tätigkeiten sowie Wissensvermittlung am besten, da hier meist wenig oder gar kein Startkapital benötigt wird. Wie könntest du dabei vorgehen?

Zwei Beispiele:

1. Im Kunstunterricht haben dich alle darum beneidet, wie gut du zeichnen kannst? Aber wie lässt sich damit Geld verdienen? Indem du deine Dienste als Hochzeits-Zeichner anbietest, der große Portraits vom Paar anfertigt und als besonderes Geschenk vermarktet. So kannst du dein Hobby zum (Neben-)Beruf machen.

Um an Aufträge zu kommen, überlege dir, welche anderen Dienstleister ein Hochzeitspaar noch in Anspruch nimmt, zum Beispiel einen Catering-Service: Versuch dann, dich mit anderen Anbietern zu verknüpfen, um über sie an Aufträge zu kommen (und biete ihnen dafür eine Provision an).

2. Computer sind deine Welt? Gut erklären kannst du aber auch? Biete doch PC-Kurse für Senioren an. Finde heraus, welche Inhalte deiner Zielgruppe wichtig sind, und erstelle darauf aufbauend einen Kurs. Entwirf Flyer, die du dort auslegst, wo deine potenziellen Kunden anzutreffen sind, beispielsweise in Seniorenzentren oder Vereinen.

Senioren-Hochzeiten am PC abzeichnen: schön und gut, klingt aber nach (zu) viel Arbeit für zu wenig Geld? Dann bring dein kleines Business mithilfe des Internets auf die nächste Stufe (oder starte gleich auf diesem Level):

Geh online – und minimiere so Risiko und Aufwand

Wenn du echte Expertise in einem Bereich hast, solltest du als nächstes ins Internet expandieren.

Im Bereich der Wissensvermittlung bietet das Netz inzwischen Vertriebsmöglichkeiten, die in der Vergangenheit noch nicht vorstellbar waren: Informationsprodukte – also Lern- und Lehrmaterialien – können über das Internet nämlich einem fast unbeschränkten Publikum zugänglich gemacht werden.

Bei den genannten Informationsprodukten handelt es sich in der Regel um Videokurse, die dem Kunden via Download, Internetplattform oder Datenträger zur Verfügung gestellt werden. Anders als bei tatsächlichen Dienstleistungen, die du in Person an einem bestimmten Ort erledigen musst (z.B. als Hochzeitszeichner), sind Online-Angebote nicht auf deine nähere Umgebung begrenzt. So kannst du im Internet auch speziellere Themen anbieten, für die in deinem direkten Umfeld keine Zielgruppe existiert.

Darüber hinaus ist dein Produkt nun beliebig skalierbar: Auch wenn sich die Nachfrage nach deinen Videos oder E-Books verdreißigfacht, steigt der Aufwand, den du damit hast, nur minimal – schließlich stehen deine Downloads oder Filme auch dann zur Verfügung, wenn du gerade schläfst, im Urlaub bist oder schon am nächsten Projekt arbeitest.

Du musst dir allerdings bewusst sein, dass den höheren Ertragschancen bei einem solchen Projekt auch ein höheres Risiko gegenübersteht. Anders als bei einer handwerklichen oder künstlerischen Tätigkeit bist du bei Infoprodukten nämlich gezwungen, zeitliche und finanzielle Vorleistungen zu erbringen: Schließlich müssen deine Produkte erst einmal hergestellt werden.

Hierfür solltest du dich zumindest oberflächlich mit dem Herstellungsprozess auseinandersetzen, um herauszufinden, wie du dein Produkt kostengünstig herstellen kannst. Du wirst Equipment wie eine gute Kamera und ein Mikrofon benötigten, aber auch eine attraktive Website und eine zuverlässige Distribution wie Kaufabwicklung.

Ob dein Plan aufgeht, wird zu Beginn noch unklar sein. Sollte dein Geschäft aber erst einmal anlaufen, kannst du dich auf ein automatisches (Zusatz-)Einkommen freuen, für das du kaum mehr einen Finger rühren musst.

Fazit

Der Weg zu Selbstständigkeit ist kein Selbstläufer, aber wenn du ihn mit Bedacht gehst, hast du schnell den Grundstein gelegt. Die digitale Welt gibt dir viele Hilfestellungen, um deine Stärken zu monetarisieren, und um dich in deiner Nische breitzumachen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland wieder rückläufig gewesen. Die Zeit ist also günstig: Die Konkurrenz wird kleiner, der Kampf um Fördermittel übersichtlicher. 

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Sehr schöner Artikel der Mut macht, vielen Dank dafür Herr Behr. Etwas außer acht gelassen, ist jedoch die Persönlichkeit des Gründers. Immer mehr Hochsensible wagen den Sprung in die Selbstständigkeit. Viele wissen nicht einmal, was Hochsensibilität bedeutet oder das sie oft selbst hochsensibel sind. Ich habe hier bereits meine Erfahrungen gemacht und kann das aktuelle Buch von Sandra Tissot "Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit" ISBN: 978-3981797565 empfehlen. Bislang vielleicht ein Nischen-Buch, meiner Meinung nach gerade für Gründer direkt von der Schulbank ein absolut lesenswerter Tipp.

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