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Gut versichert gründen

Versicherung für Gründer, Haus, Sicherheit, Start-up [Quelle: tempus corporate, Getty Images]

Quelle: tempus corporate, Getty Images

Noch eine letzte Unterschrift, und es ist Wirklichkeit geworden: das eigene Unternehmen. Die nächsten Monate werden finanziell vermutlich schwierig. Da ist es besser, jeden Euro zweimal umzudrehen. An den Versicherungen sollte der frischgebackene Gründer allerdings nicht sparen.

Viel kann nicht schiefgehen mit so einem kleinen Ein-Mann-Betrieb, denkt man vielleicht. Wenn dieses Mini-Unternehmen allerdings Markenrechte verletzt oder unlautere Werbung macht, kann der Unternehmer schnell auf viel Geld verklagt werden. Außerdem sollte er an sich selbst denken - auch für den Fall, dass er sein Unternehmen nicht weiter betreuen kann.

Persönliche Versicherungen

Ein Unternehmer benötigt alle Versicherungen, die jeder andere Erwachsene auch braucht. Dazu zählt die Krankenversicherung. Da der Unternehmer vor dem Gesetz selbstständig ist, kann er zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung wählen. Zusätzliche Absicherungen, zum Beispiel gegen Berufsunfähigkeit oder schwere Krankheiten, sind ebenfalls sinnvoll. Auch eine Privathaftpflichtversicherung ist unverzichtbar, sofern sie nicht in der Betriebshaftpflicht eingeschlossen ist. 

Altersvorsorge

Für Selbstständige zahlt kein Arbeitgeber in die Rentenkasse ein. Wer also sein eigener Arbeitgeber ist, sollte - trotz der oft unsicheren Finanzlage - frühzeitig beginnen, sich um seine Altersvorsorge zu kümmern. 

Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung

Es gibt keinen Beruf, mit dem man keinen Schaden anrichten kann. Wer eine Werbeagentur gründet, in der er selbst Inhaber, kreativer Kopf und Kontakter ist, der kann immer noch Wettbewerbsrechte verletzen oder wichtige Daten löschen. In diesem Fall greift die Berufshaftpflicht.
 
Während des Besuchs bei einem Kunden hinterlässt man einen Rotweinfleck auf dem hellen Teppich? Auch hier ist die Berufs-, nicht die private Haftpflicht zuständig, weil der Schaden ja "in Ausübung des Berufs" entstand. Kundenbesuche sind nicht geplant, die Kunden sollen in das Gründerbüro kommen und sich neben das Regal setzen, in dem alle wichtigen Unterlagen lagern. Zu viele wichtige Unterlagen: Das Regal stürzt um und trifft den Kunden. Die entstehende Beule führt zu einer Schmerzensgeldklage - und zum Einsatz der Betriebshaftpflicht.
 
Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt alle Schäden ab, die an der Betriebsstätte oder durch den Unternehmer oder Betriebsangehörige verursacht werden. Mit Ausnahmen: Wer im Rahmen seiner Betriebsausübung der Umwelt schadet, kann beispielsweise nicht auf diese Versicherung zurückgreifen, wenn er verklagt wird. Zusätzlich übernimmt die Versicherungsgesellschaft, die natürlich nur ungern zahlt, eine wichtige Aufgabe: Sie wehrt ungerechtfertigte Ansprüche Dritter ab, sogar vor Gericht.
 
Ein kleiner Bonus: Die Privathaftpflichtversicherung des Gründers ist oft in der Betriebshaftpflicht bereits enthalten (so genannter "Subsidiärer Einschluss"). 

Produkthaftpflicht

Wer sich nicht als Dienstleister betätigen will, sondern lieber in die Produktion geht, ist weiteren Risiken ausgesetzt. Entstehen aus einem fehlerhaften Produkt Schäden, muss der Gründer haften. Das gilt auch, wenn die Bedienungsanleitung so formuliert wurde, dass der Produktnutzer oder sein Besitz zu Schaden kommen. Die Produkthaftpflicht ist zu einem gewissen Rahmen Teil der üblichen Betriebshaftpflicht (konventionelle Produkthaftpflicht). Allerdings nur, was Personen angeht - bei Sachschäden wird nicht gezahlt. 

Umwelthaftpflicht

Umweltschutz ist nicht nur im Grundgesetz verankert, sondern auch ein Fall für den Versicherer. Viele Umweltschäden werden richtig teuer - teilweise sogar, wenn von Seiten des Gründers nicht einmal ein Verschulden vorliegt. Es genügt dann die so genannte Gefährdungshaftung: Wer eine Ölheizung in seinen Büroräumen hat, der muss nicht selbst daran herumschrauben. Wenn sie ausläuft, ist er in jedem Fall regresspflichtig, muss also für den Schaden aufkommen.
 
Das Stichwort dazu lautet "Umwelteinwirkung". Die liegt vor, wenn sich "Stoffe, Erschütterungen, Geräusche, Druck, Strahlen, Gase, Dämpfe, Wärme oder sonstige Erscheinungen in Boden, Luft oder Wasser" ausbreiten und der Gründer damit in Verbindung gebracht werden kann.

Betriebsunterbrechungsversicherung

Feuer, Sturm, Überschwemmung, Einbruch – das sind die üblichen Fälle, in denen diese Versicherung, auch Ertragsausfallversicherung genannt, zum Einsatz kommt. Kommt es aus einem der in der Police genannten Gründe zu einer Unterbrechung des regulären Betriebs, wird der "Rohertrag" ersetzt, das heißt Gewinne, Einnahmen, Zinsen und ähnliches minus die üblichen Ausgaben. Damit sieht es für den Betrieb auf dem Papier so aus, als würde alles normal weiterlaufen. Wer allerdings Waren nicht liefern oder Aufträge nicht erfüllen kann, verliert rasch Kunden – und zwar dauerhaft. Da kann natürlich auch die Betriebsunterbrechungsversicherung nicht helfen. Für den Gründer mit dem üblichen Ein-Mann-Betrieb, der zwar viel Arbeit, aber wenig Geld kostet, ist die Versicherung daher nur mäßig sinnvoll. 

Rechtschutzversicherungen

Der Mitarbeiter ärgert sich über eine Kritik und verklagt den Gründer wegen sexueller Belästigung? Vor Gericht zu gehen, ist immer teuer - aber besonders, wenn es sich um Wirtschafts- oder Handelsangelegenheiten handelt. Glücklich, wer rechtzeitig eine Berufs- oder Firmenrechtschutzversicherung abgeschlossen hat. Die übernimmt die Anwalts- und Prozesskosten bei allen Arbeitsrecht- und Sozialrechtsfragen, bei fahrlässiger Körperverletzung und wenn gegen das Umweltschutzgesetz verstoßen wurde. Wer gerne zu schnell fährt oder falsch parkt, kann sich außerdem eine Verkehrs- oder Fahrzeug-Rechtschutzversicherung zulegen. Damit ist er bei Bußgeldbescheiden und Strafverfahren, Führerscheinentzug oder Kfz-bezogenen Steuersachen aus dem Schneider - zumindest, was die Gerichtskosten betrifft.

...und vieles, vieles mehr

Es gibt kaum einen Fall, für den keine Versicherung abgeschlossen werden könnte. Je nach Unternehmen kann eine Warenkredit- oder eine Leitungswasserversicherung, eine Feuer- oder eine Maschinenversicherung, eine Transport- oder eine Datenträgerversicherung sinnvoll sein. Grundsätzliche Empfehlungen sind über die Standardabsicherungen wie Haftpflicht und Krankenversicherung hinaus kaum möglich. Schließlich macht es einen Unterschied, ob das Unternehmen eine Internet-Kontaktbörse betreibt oder selbstgemischtes Müsli verkauft. In jedem Fall und für jedes neu gegründete Unternehmen gilt: Einfach darauf hoffen, dass nichts passiert, ist keine gute Idee.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stellen keine Empfehlung dar. e-fellows.net übernimmt keine Gewähr und keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hierin enthaltenen Informationen. Die in dem Artikel enthaltenen Informationen und Meinungen basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen.

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