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Riestern - einfacher als gedacht

alter Mann, lachen, Opa [Quelle: freeimages.com, Autor: pepo]

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Von der Riester-Rente hast du sicherlich schon gehört. Aber wusstest du, dass du schon mit 60 Euro jährlich riestern kannst? Und dass du einen Berufseinsteigerbonus bekommst? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Riester-Rente.

Riestern - Was ist das?

Die Riester-Rente ist eine private Altersvorsorge, die der Staat mit einem Zuschuss oder einer Steuervergünstigung fördert. Im Klartext heißt das: Du zahlst einen bestimmten Betrag ein, der Staat legt noch etwas oben drauf.

Wer kann riestern?

Bist du Arbeitnehmer, Berufsauszubildender oder Student, der einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgeht und Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt? Dann bist du ein Kandidat für Riester-Förderung.

Welche Riester-Modelle gibt es?

Willst du riestern, musst du dich zwischen vier Varianten entscheiden. Das Fondssparen wird vor allem jüngeren Einsteigern unter 40 Jahren empfohlen, da hier die größten Renditechancen geboten sind. Das Risiko dabei: Wie hoch diese Rendite am Ende wirklich ausfällt, hängt von der Entwicklung an den Börsen und vom Know-how deines Fondsmanagers ab.

Setzt du eher auf Sicherheit, solltest du besser auf die klassische Riester-Versicherung bauen. Dein eigener Sparbetrag und die staatlichen Zuschüsse werden dabei in eine private Rentenversicherung eingezahlt, verzinst und ab Rentenbeginn ausgezahlt. Hier ist Vergleichen das A und O: Denn abhängig von Produkt und Anbieter hast du mit unterschiedlich hohen, manchmal versteckten Abschluss- und Zusatzkosten zu rechnen.

Das Riester-Banksparen empfiehlt sich für ältere Einsteiger ab 45 Jahre. Deine Beiträge und die staatlichen Zulagen fließen auf ein Sparkonto. Dafür bekommst du Zinsen. Möchtest du ein Eigenheim bauen, stellt das Riester-Bausparen eine weitere Möglichkeit dar. Jede dieser Variante hat ihre Vor- und Nachteile, je nach deiner Lebenssituation und deinen Bedürfnissen.

Bei wem schließe ich meinen Riester-Vertrag ab?

Hast du dich für eine Form der Riester-Vorsorge entschieden, solltest du dich ausführlich über die verschiedenen Produkte und Anbieter informieren. Hierfür solltest du unbedingt einen seriösen Berater und/oder Tests in Zeitschriften oder dem Internet konsultieren. Denn nur zertifizierte Riester-Angebote (Zertifikat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistung) werden auch staatlich gefördert.

Was zahlt Vater Staat?

Eines ist allen Riester-Modellen gemeinsam: die staatliche Förderung. Sie setzt sich zusammen aus direkten Zuschüssen und aus Steuerersparnissen. Seit dem Jahr 2008 beträgt die volle Bezuschussung für Ledige 154 Euro. Verheiratete bekommen 308 Euro, wenn beide Partner einen förderfähigen Vorsorgevertrag haben.

Für jedes kindergeldberechtigte Kind, das vor 2008 geboren wurde, bekommst du jährlich zusätzlich bis zu 185 Euro. Für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, sogar bis zu 300 Euro. Wer noch unter 25 Jahren bei Vertragsabschluss ist, erhält außerdem einmalig einen sogenannten Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 Euro.

Und was zahle ich?

Damit du die vollen staatlichen Zulagen ausschöpfen kannst, musst du vier Prozent deines Vorjahresbruttoeinkommens einbringen. Alle staatlichen Zulagen werden dabei auf diese vier Prozent angerechnet und vermindern somit den Anteil, den du tatsächlich selbst zu leisten hast. Das heißt: Vier Prozent deines Vorjahresbruttoeinkommens minus staatliche Zulagen ergeben deine tatsächliche Eigenleistung!

Dir steht es natürlich frei, mehr als diese vier Prozent einzuzahlen. Das ändert aber nichts an der Höhe der staatlichen Zulagen. Sparst du hingegen weniger als vier Prozent deines Einkommens, erhältst du entsprechend geringere Zulagen. Zahlst du beispielsweise nur die Hälfte deines errechneten Beitrags, fließt auch nur die Hälfte der staatlichen Förderung. Diese vier Prozent deines Vorjahresbruttoeinkommens nennen sich übrigens Mindesteigenbetrag.

Können auch Kirchenmäuse riestern?

Um Anspruch auf staatliche Riester-Förderung zu erhalten, reicht bereits ein Sockelbetrag von 60 Euro jährlich (also 5 Euro monatlich). Auch als Besserverdiener kannst du natürlich mit 60 Euro pro Jahr riestern. In diesem Fall erhältst du aber, wie bereits erläutert, nicht die volle staatliche Zulage. Die 60 Euro sind allerdings auch fällig, wenn du Geringverdiener bist und dein errechneter Mindesteigenbetrag unter dieser Summe liegt.

Welche Steuervorteile bringt das Riestern?

Den Gesamtbetrag aus deinen Beiträgen und den staatlichen Zulagen kannst du in deiner jährlichen Einkommensteuererklärung geltend machen. Die Obergrenze hierfür liegt derzeit bei 2.100 Euro.

Fließen die staatlichen Zuschüsse automatisch?

Der Staat zahlt nicht von allein. Nach Abschluss deines Riester-Vertrags musst du jedes Jahr wieder einen Antrag für die staatlichen Zulagen einreichen. Mit einer Bevollmächtigung übernimmt das aber dein Anbieter.

Wann wird meine Riester-Versicherung ausgezahlt?

In der Regel fällt die monatliche Auszahlung der Riester-Rente mit dem Beginn der regulären Altersrente zusammen. Eine frühere Auszahlung ist allerdings auch denkbar. Diese fällt natürlich kleiner aus, weil du dann weniger Beiträge eingezahlt und Zulagen erhalten hast. Hast du deinen Riester-Vertrag vor 2011 abgeschlossen, kannst du ab 60 eine Auszahlung beantragen. Für Verträge nach 2011 ist mit 62 der frühestmögliche Auszahlungsbeginn.

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So kommst du als Student an die staatlich geförderte Rente.

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Kommentare (3)

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  1. Maximilian Fleschhut

    Hallo Steffen, hallo Anton, vielen Dank für eure inhaltlichen Ergänzungen! Der Artikel sollte keine Werbung für Riester-Rente sein, sondern lediglich der Information zu diesem Thema dienen. Es tut mir leid, falls die Informationen hier lückenhaft sein sollten und daher ein aus eurer Sicht schiefes Bild von der Riester-Rente entsteht. Für Vorschläge zu alternativen (vor allem: besseren) Altersvorsorgemöglichkeiten sind wir jedenfalls dankbar. Wer sich berufen fühlt, einen Artikel darüber zu verfassen (zum ETF-Fondssparplan?), kann sich gerne bei mir unter maximilian.fleschhut@e-fellows.net melden. Viele Grüße! Max

  2. Anonym

    Riester gut für Versicherer, schlecht für Versicherte

    Ich kann mich dem Angestellen bei dem Versicherungsunternehmen anschließen. Ich selber beschäftige mich seit über einem Jahr mit dem Thema und habe sämtliche Riesterformen und Testergebnisse unter die Lupe genommen. Es sind nicht neben den Abschlusskosten fallen auch noch Verwaltungskosten an, die am Ende für eine vertragsabshängige Effektivkostenquote (Yield Reduction) von 1,0% bis ca. 2% sorgen. Ein Versicherungsunternehmen investiert sehr konservativ und kann bestenfalls eine Rendite von ca. 3% (konservativ) -5% (fondsgebunden) erwirtschaften. Bleiben somit ca. 2-4% Rendite nach Kosten. Diese bekommt nach nicht zu sehen, da die Versicherung mit einem ungünstigen Rentenfaktor rechnet. So hat z.B. ein Mann in Deutschland eine Lebenserwartung von 78 Jahren. Die Versicherer rechnen da schon mal mit 88 Jahren und mehr. Da nützt dann die 30% Entnahmemöglichkeit im Rentenalter nicht viel. Die Rendite sucht man bei Lebensversicherungen vergebens. Wer um jeden Preis einen Steuervorteil sucht, sollte sein Geld lieber an eine gemeinnützige Einrichtungen spenden. Dann zahlt man auch im Rentenalter keine Steuern auf seine Beiträge. Ich kann jedenfalls auch von Riester-Verträgen abraten. Mit einem kostengünstigen ETF-Fondssparplan (8% Rendite p.a., 78J Lebenserwartung) schlage ich JEDE Riester-Rechnung. Da ist auch die Steuerstundung bis zur Rente bei Riester mit berücksichtigt. Anders als bei Riester muss man bei Fonds dann auch nur den Gewinnanteil versteuern und nicht die gesamte Rente...

  3. Anonym

    Ich bin etwas schockiert, eine solche Werbung für die Riesterrente bei e-fellows zu sehen. Als für ein Versicherungsunternehmen Beschäftigter muss ich ganz klar von dem Abschluss einer Riesterrente warnen. Dass das Riesterprodukt eine absolute Null-Nummer ist, ist ein offenes Geheimnis. Um so verwunderlicher, dass es hier beworben wird. Etwa die ersten fünf Jahre zahlt man die Beiträge eigentlich nur, um die Kosten für den Abschluss zu begleichen. Lohnenswert ist es nur, wenn man eine kinderreiche Familie hat oder wenn man sicher sein kann, dass bis zum Rentenalter kein finanzieller Engpass entsteht, wo man auf die womöglich angesparte Summe zugreifen möchte/muss. In diesem Fall verliert man jedoch alle Zulagen wieder und Steuervergünstigung müssen ebenfalls zurück gezahlt werden. Bei uns ist es eine erwähnenswerte Besonderheit, wenn ein Rentner aus seinem Riestervertrag eine mtl. Zusatzrente von 100€ erhält. Das Bunkern von Ersparnissen unter'm Kopfkissen ist überspitzt gesagt, fast genau so sinnvoll.

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