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Chef werden ohne Ausbildung: Kann das gut gehen?

Einigartig, Ungewöhnlich [Quelle: pixabay.com]

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Ja. Warum Lebensläufe nicht geradlinig sein müssen – und man trotzdem Erfolg haben kann.

Manche meinen, man müsse einen Lebenslauf zusammenbauen wie ein Billy-Regal: Streng der Bauanleitung folgen, nur dann wird’s gut. Für jedes Brett gibt es eine exakte Anzahl Schrauben. Für jeden Traumjob die richtigen Praktika. Bei jedem Brett muss der Abstand zum nächsten stimmen. Bei jedem Bachelor die Regelstudienzeit. Nur wissen viele, die schon mal ein Regal aufgebaut haben: Mal ist eine Schraube zu wenig im Karton, mal verbaut man eine Holzplatte falsch – dann gilt das Regal oft gleich als Mängelexemplar. Mit ähnlichem Blick betrachten viele ihren Lebenslauf, wenn darin ein schlechter Abi-Schnitt, ein abgebrochenes Studium oder ein Jahr Auszeit stehen.

Ist diese Sorge berechtigt? Viele Wissenschaftler, Berater und Personalchefs denken: Nein. Sie sind sich einig, dass sich die Berufswelt in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird. Wer nach dem Abi erst einmal ein Start-up an die Wand fährt oder ein Jahr durch die Welt reist, muss für Unternehmen nicht unbedingt gescheitert, sondern kann attraktiv sein. Die Soziologin Cornelia Koppetsch, die das Buch "Die Wiederkehr der Konformität" geschrieben hat, sagt: "Wenn die Hälfte eines Jahrgangs mit Abi oder Uni-Abschluss in den Beruf startet, sind Bildungsabschlüsse allein nicht mehr ausschlaggebend und verlieren an Wert. Man bekommt heute in vielen Branchen nur noch gute Posten, wenn man etwas Besonderes ausstrahlt oder über besondere Fähigkeiten verfügt."

Die Personalmanager, die Massen von Bewerbungen sichten, bestätigen das. Thomas Sattelberger, der jahrzehntelang als Personalchef von Unternehmen wie Lufthansa und Telekom Bewerber ausgewählt hat, sagt: "Für jemanden, der rekrutiert, gibt es nichts Schlimmeres, als Hunderte ähnliche Lebensläufe anzugucken. Normierung ödet an." Laut der Studie JobTrends Deutschland des Kölner Staufenbiel-Instituts ist bereits für knapp die Hälfte der Unternehmen die Abschlussnote nicht mehr das wichtigste Einstellungskriterium. Für weniger als die Hälfte spielen die Studiendauer und der Studienverlauf eine bedeutende Rolle.

Doch welchen Einfluss hat das auf die Berufs-Bauanleitung? Was, wenn man keine Lust hat, ihr zu folgen, oder sie verliert? Woran orientiert man sich dann? Wir haben Soziologen, Karriereforscher und Personaler gefragt – und vier Menschen getroffen, die es anders gemacht haben: Carlo, der sich ohne Studium selbstständig machte. Kristina, die nach 14 Wartesemestern ihren Studienplatz nicht annahm. Und Andrea und Johannes, die ihre eigene Uni gründeten. Mit welchen Zweifeln hatten sie zu kämpfen? Welche Hürden mussten sie nehmen? Und können sie trotzdem Erfolg haben?

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