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Umbruch auf dem Beratermarkt

Münzen, viel, wenig (Quelle: www.sxc.hu, Autor: czbalazs)

Münzen, viel, wenig (Quelle: www.sxc.hu, Autor: czbalazs)

Der Aufschwung ist noch nicht bei allen Topberatungen angekommen. McKinsey bleibt unumstritten Marktführer.

Längst nicht alle großen Beratungshäuser hierzulande haben sich 2010 von der Auftragsflaute erholt. Sechs der umsatzstärksten 25 Managementberatungen in Deutschland mussten auch im Aufschwung Einbußen verkraften. Somit gibt es einige Verschiebungen im Mittelfeld der Branchenrangliste, die Marktforscher Lünendonk gestern veröffentlichte.


 
Untersucht wurden Häuser, die mindestens 60 Prozent ihres Geschäfts mit klassischer Managementberatung machen. Erstmals fanden auch anteilige Beratungsumsätze großer Dienstleistungs- und Technologieberatungen Berücksichtigung. IBM Global Business Services und Accenture platzierten sich neu mit je um 200 Millionen Euro Umsatz auf Rang 12 und 13.
 
Der Branchenumsatz (ohne IT-Beratung) hatte sich 2010 um acht Prozent auf 14,7 Milliarden Euro erholt, ermittelte der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater.
 
Marktführer bleibt laut Lünendonk McKinsey. Zuletzt publizierte das Haus Umsätze für 2006 von 600 Millionen Euro. Deutschlandchef Frank Mattern spricht von "deutlichem Wachstum 2010".
 
Ebenso verschlossen gibt sich inzwischen Roland Berger. Lünendonk sieht die Strategieberater, die der Fusion mit Deloitte Consulting im November eine Absage erteilten, auf Rang drei mit einem Deutschlandumsatz von 406 Millionen Euro (plus vier Prozent).
 
Boston Consulting, Platz zwei, steigerte den Umsatz in Deutschland und Österreich um sechs Prozent auf 444 Millionen Euro.
 
Aufsteiger des Jahres ist Oliver Wyman. Die Beratung arbeitete sich mit 255 Millionen Euro Umsatz (plus zehn Prozent) von Rang sieben auf vier hoch. "Wir sind branchenübergreifend breit gewachsen", sagt Geschäftsführerin Finja Kütz. Auch Zeb Rolfes Schierenbeck, Spezialist für die Finanzbranche, expandierte kräftig um 18 Prozent auf 100 Millionen Euro. A.T. Kearney steigerte den Umsatz um 13 Prozent auf 221 Millionen Euro.
 
Anders Konkurrent Booz & Company, mit dem eine Fusion im Juli gescheitert war: Der Umsatz sank laut Studie von 260 auf 245 Millionen Euro. Das neue Geschäftsjahr sei außerordentlich positiv angelaufen mit zehn Prozent Plus zum Vorjahr, so Deutschland-Chef Klaus-Peter Gushurst. Auch Deloitte Consulting sieht sich nach Auslaufen großer Projekte, die zum Abstieg von Platz fünf auf neun führten, wieder auf Wachstumskurs.
 
Tatsache ist: Die Branche befindet sich im Umbruch. International starken Beratern und Spezialisten werden gute Zukunftschancen eingeräumt. Mittelgroße Häuser dürften weiter nach Partnern Ausschau halten: So konnten Towers Perrin und Watson Wyatt nach der Fusion ihre Schlagkraft verdoppeln.

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