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Bachelor besser als sein Ruf

Ein Absolvent mit schwarzem Doktorhut [Quelle: freeimages.com, Aaron Murphy]

Quelle: freeimages.com, Aaron Murphy

Verschult, schnell - und benachteiligt? Der Bachelor wird auch über zehn Jahre nach seiner Einführung in Deutschland noch etwas misstrauisch beäugt. Aber der Abschluss hat nicht nur Nachteile.

Dass ein Bachelor straffer organisiert ist als Diplom oder Magister, lässt sich wohl kaum bestreiten. Statt Seminarwahl nach Interessen heißt es hier ECTS-Punkte erfüllen, voller Stundenplan inklusive. Das alles, um nach drei Jahren reif für den Arbeitsmarkt zu sein - ein Jahr zu wenig, wie viele Kritiker sagen. Eine Studie des internationalen Zentrums für Hochschulforschung der Uni Kassel hat den schnellen Abschluss und seine Vor- und Nachteile unter die Lupe genommen.

Auch mit Bachelor geht es ins Ausland

Neben schlechteren Berufschancen war eine Befürchtung, dass die Bachelor-Studenten weniger ins Ausland gehen als ihre Kollegen. Schließlich ist es beim modularen Aufbau des Studiums schwieriger, ein Auslandssemester einzuplanen.

Dabei ist die Zahl der Bachelor-Master-Studenten, die ins Ausland gehen, laut Studie sogar etwas höher als unter Diplom- und Magisterstudenten: 27 im Vergleich zu 19 Prozent. Dabei ist allerdings zu beachten, dass viele Studenten den Auslandsaufenthalt erst im Master-Studium absolvieren. Um auch den Bachelor selbst etwas mobiler zu machen, werden einige Bachelorstudiengänge umstrukturiert. In manchen Studiengängen ist ein Auslandssemester sogar verpflichtend.

Gleiche Chancen

Zugegeben: Der Medizin-Bachelor hat momentan sicher keine allzu guten Karten auf dem Jobmarkt. In anderen Fächern sehen die Chancen aber rosiger aus als lange vermutet: Die Arbeitslosenquote unter den Bachelor-Absolventen ist genauso niedrig wie die unter Diplom- und Magisterabsolventen. Etwa vier Prozent sind eineinhalb Jahre nach Studienabschluss erwerbslos, so die Untersuchung der Uni Kassel.

Mit der Zufriedenheit sieht es da etwas schlechter aus: Nur etwa 53 Prozent der Bachelor-Absolventen sind laut Studie zufrieden mit der eigenen beruflichen Situation. Damit sind sie etwas hinter ihren Kollegen aus Magister- und Diplomstudiengängen. Hier sind etwa 63 Prozent zufrieden mit dem eigenen Job.

Master weiterhin beliebt

Auch wenn die Chancen nicht schlecht stehen, mit dem Bachelor in den Arbeitsmarkt durchzustarten, gönnen sich viele noch einen kleinen Umweg über den Master oder MBA. Laut Studie studieren 78 Prozent der Bachelor-Absolventen weiter.
 
Ein Problem für viele Studenten ist das zu geringe Angebot an Master-Studiengängen: Viele Absolventen können nicht an ihrer Alma Mater den Master machen, sondern müssen sich andernorts bewerben. Ein erzwungener Umzug, den nicht jeder mitmachen will. Bleibt zu hoffen, dass der Ausbau der Masterstudiengänge nicht weitere zehn Jahre in Anspruch nimmt.

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