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Keine Zeit mehr fürs Engagement?

Selbstmarketing Bewerbung (Quelle: fotolia, Autor: Rawpixel)

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Studium, Praktika, Sprachkurse, Soft-Skill-Training und Auslandsaufenthalt. Das alles möglichst in sechs Semestern Regelstudienzeit. Und wann bitte sollst du dich da noch ehrenamtlich engagieren? Sechs große Studenteninitiativen fordern von den Hochschulen: Mehr Anerkennung fürs Ehrenamt!

 "Außeruniversitäres Engagement erwünscht" - kaum eine Stellenausschreibung, die auf diese Formel verzichtet. Schließlich lernst du als Jugendgruppenleiter beim Naturschutzverein, als Kassenwart beim Roten Kreuz oder als AStA-Mitglied Dinge, die dir dein Prof nicht beibringen kann: organisieren, Geld beschaffen, Verantwortung und Führung übernehmen - einfach mal machen, statt nur Bücher zu wälzen. Alles Dinge, die du im Joballtag gut gebrauchen kannst. Alles Dinge, die Unternehmen deswegen gerne im Lebenslauf lesen.

Hallo Vereinsvorsitz - adieu Master?

 Doch seit die Studienzeiten - Bologna lässt grüßen - stark verkürzt wurden, bleibt dafür immer weniger Zeit. Wer für die Vereinsarbeit Vorlesungen sausen lässt, schneidet bei Prüfungen schlechter ab und riskiert womöglich, nicht zum Master-Studium zugelassen zu werden. Wer sich mehr Zeit nimmt, wird wegen Überschreitung der Regelstudienzeit zur Kasse gebeten. Wer will das schon riskieren?
 

Hochschulen sollen Engagement belohnen

 Wer sich trotzdem neben dem stressigen Studium engagiert, sollte deshalb entlastet und belohnt werden. Das fordert die "Kölner Runde", ein Zusammenschluss der sechs größten Studentenorganisationen Aiesec, Bonding, BDSU, MTP, Market Team und ELSA.
 

Fürs Engagement zur Kasse gebeten

 Hintergrund der Initiative: Den Studentenorganisationen gehen die Mitglieder aus. "Die Studenten sehen nur noch den Zeitaufwand. Durch Bologna haben sie das Gefühl, keine Zeit mehr für außeruniversitäres Engagement zu haben", klagt Devorie Klingels, Pressesprecherin der Kölner Runde. Nicht um Extra-Leistungen soll es gehen, sondern um den Ausgleich von Nachteilen und "um generelle Anerkennung. Es liegt an den Universitäten, wie sie uns unterstützen wollen."
 

ECTS-Punkte fürs Ehrenamt

 Gleich mehrere Vorschläge stellen die Initiatoren zur Diskussion: Ehrenamtliche Leistungen könnten zum Beispiel durch ECTS-Punkte honoriert werden. Wer ehrenamtlich einen Vorstandssitz bei Aiesec übernimmt, sollte mehr Urlaubssemester nehmen dürfen, Studiengebühren erlassen bekommen, zusätzliche Verbesserungsversuche bei Klausuren erhalten - so, wie es im AStA oder in der Fachschaft schon üblich ist.
 

Wer engagiert sich für die Engagierten?

 Ganz neu sind die Forderungen der Kölner Runde nicht. Immer wieder keimt an einzelnen Unis die Frage auf, ob und wie das Ehrenamt entlohnt werden kann. Meist argumentieren die Hochschulen: Wer ein Ehrenamt übernimmt, sollte dies aus uneigennützigen Gründen tun und nicht, um eventuelle Vorteile zu erheischen. Auf die Forderungen der Kölner Runde gab es bisher keine Resonanz: Die Universitäten sollen erst in den kommenden Tagen angeschrieben werden.

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