Partner von:

Büffeln oder Beraten?

Wirtschaftszeitungen

Quelle: freeimages.com, bizior

Studentische Unternehmensberater arbeiten schon heute in ihrem Job von morgen, knüpfen wichtige Kontakte und sammeln wertvolle Erfahrungen. Dabei sind Disziplin und gutes Zeitmanagement gefragt. Und manchmal stellt sich die Frage: Bin ich eigentlich in erster Linie Student oder Unternehmensberater?

Wenn in der Vorlesung das Handy klingelt, wird für e-fellow Carolin die Uni zur Nebensache. Der Kunde ihres aktuellen Projekts könnte am Telefon sein, und das hat oberste Priorität. Seit ihrem ersten Semester arbeitet sie bei Junior Business Team e.V., einer studentischen Unternehmensberatung aus Stuttgart. Projekte nimmt sie bewusst nur dann an, wenn sie es sich zeitlich erlauben kann. "Alles andere wäre dem Kunden gegenüber höchst unprofessionell", erklärt Carolin.

Von uns wird die gleiche Professionalität erwartet wie von 'richtigen' Unternehmensberatern.

Carolin

Selbst wenn sie aktuell nicht in einem Projekt steckt, verlangt ihr Job als studentische Unternehmensberaterin der 22-Jährigen einiges ab: Jeden Mittwoch fährt sie zu den Meetings ihrer Beratung von Tübingen ins rund eine Stunde entfernte Stuttgart. Eine Verlängerung ihres Studiums würde sie für den ungewöhnlichen Studentenjob jedoch nicht in Kauf nehmen. "Im Zweifelsfall würde ich mich für die Uni entscheiden", so Carolin.

Die Idee – ein Import aus Frankreich

Ursprünglich stammt die Idee der studentischen Unternehmensberatungen aus Frankreich. Um theoretisches Wissen schon während des Studiums praktisch anzuwenden, wurden dort Mitte der 1960er Jahre die ersten Junior Enterprises (JE) gegründet. Seit den 80er Jahren sind sie auch in Deutschland zu finden, wo mittlerweile mehr als 80 studentische Unternehmensberatungen gegründet wurden.

Man muss sich permanent in neue Themengebiete reindenken.

Ivo

Viele von ihnen sind im Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen (BDSU) organisiert, der sich um die Zusammenarbeit der Beratungen kümmert, Kontakte zu Unternehmen aus den verschiedensten Branchen herstellt oder die Beteiligung mehrer studentischer Beratungen an größeren Projekten organisiert. Die Mitgliedschaft im BDSU ist außerdem ein Qualitätssiegel, da die Studenten so nachweisen, dass sie regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen. Der Verband ermöglicht den Studenten auch, mit anderen Studenten internationale Projekte zu bearbeiten. Für eine einzelne studentische Beratung wären so umfangreiche Projekte sonst nicht machbar.

Jedes Projekt eine neue Herausforderung

"Mit dem Begriff 'studentische Unternehmensberatung' können viele zunächst gar nichts anfangen", erzählt e-fellow Ivo, Mitbegründer von Sidum e.V. "Wenn ich dann erkläre, was wir machen, sind die Leute aber in der Regel sehr interessiert." Das spannendste Projekt des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Magdeburger Beratung war bislang eine Marktanalyse für Biotechnologie.

"Wir haben dort die Grundlage für einen Businessplan erstellt", erklärt der 27-Jährige. "Für mich war das besonders interessant, weil ich bis dato gar keine Ahnung von Biotechnologie hatte. Ich musste mich erst einmal in das Thema einlesen." Genau das ist für Ivo auch die permanente Herausforderung an diesem Job: die Notwendigkeit, sich immer wieder in komplett neue Themenbereiche einzuarbeiten.

Unternehmensberater – der Job fürs Leben?

Bis zur Rente will Carolin den Berater-Job nicht machen. "Die Arbeitsbelastung ist mit bis zu siebzig oder gar achtzig Stunden pro Woche auf Dauer einfach zu hoch", erklärt sie. Trotzdem kann sie sich nach dem Ende ihres Studiums gut vorstellen, für einige Jahre in einer Unternehmensberatung zu arbeiten.

Ivo bewegt sich beruflich gerade auf ganz anderem Terrain und ist dabei, mit einem Freund ein Unternehmen für medizinische Visualisierungen zu gründen. "Das Kapitel Unternehmens- beratung ist damit aber nicht abgeschlossen - ich kann mir durchaus vorstellen, irgendwann mal als Berater zu arbeiten."

nach oben

Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren