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Tauge ich zum Gründer?

Start-up [Quelle: pixabay.com, Autor: SnapwireSnaps]

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Viele träumen vom eigenen Start-up, nur wenige bringen die nötigen Fähigkeiten mit. Was gute Unternehmer auszeichnet.

Für viele klingt die Vorstellung verlockend: Keine festen Arbeitszeiten, keine despotischen Vorgesetzten und keine nervigen Kollegen. Stattdessen: Selbstbestimmung, Gestaltungshoheit, Wertschätzung – und die Möglichkeit, sich 24 Stunden am Tag mit einem Thema zu beschäftigen, für das man wirklich brennt. Und am Ende vielleicht sogar mit finanziellem Erfolg belohnt wird. Herrlich!

Den Traum von der erfolgreichen Selbstständigkeit haben viele. Doch was für Außenstehende und Festangestellte äußerst attraktiv erscheint, erweist sich für manchen als falsche Entscheidung. Denn zum Gründen ist nicht jeder geboren. Vor dem Sprung in die Selbstständigkeit sollte jeder genau hinterfragen, ob er wirklich Unternehmergeist hat und die nötigen Eigenschaften und Fähigkeiten mitbringt, um erfolgreich zu sein.

1. Sind Sie hartnäckig und leidenschaftlich?

Das Wichtigste, da sind sich alle Experten einig, ist die intrinsische Motivation – also die Antwort auf die Frage: Will ich das wirklich – und wenn ja, wie sehr? "Ein Gründer muss für seine Idee brennen", sagt der Düsseldorfer Gründercoach Felix Thönnessen. "Wer nicht aus einer wahren Überzeugung heraus gründet, wird selten erfolgreich, zumindest nicht langfristig."

Zweitrangig dagegen ist Thönnessen zufolge die Antwort auf die Frage, welche Ausbildung jemand hat. Zwar sei berufliche Erfahrung hilfreich, wenn es um gewisse Fähigkeiten geht, um Kontakte oder die Verhandlung mit Investoren. Doch auch Menschen, die in einem ihnen völlig fremden Bereich gründen, können sehr erfolgreich sein. Viele holen sich Partner oder Mitarbeiter an Bord, die sich auf den jeweiligen Gebieten auskennen. Andere lagern Bereiche an externe Dienstleister aus.

Das bestätigt auch Iris Kronenbitter, die Leiterin der bundesweit tätigen Gründerinnenagentur (bga) mit Sitz in Stuttgart. Die bga berät bereits seit dem Jahr 2004 Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Kronenbitter hat die Erfahrung gemacht: Mit einer guten Portion Fleiß und Ehrgeiz kann sich jeder das notwendige Branchenwissen und kaufmännische Fähigkeiten aneignen: "Was aber nicht fehlen darf", sagt Kronenbitter, "sind eine absolute Begeisterung für eine Idee oder ein Produkt und ein starker Gründungswille."

2. Sind Sie selbstbewusst?

Eine Idee alleine, egal, wie gut sie ist, macht noch keinen erfolgreichen Gründer aus. Mindestens ebenso wichtig ist die Fähigkeit, diese Idee auch geschickt verkaufen zu können. Dafür braucht es allerdings nicht nur ein gewisses Talent für den Vertrieb, sondern unbedingten Glauben: "Ein Gründer, der nicht selbst davon ausgeht, das bestmögliche Produkt erfunden zu haben, wird niemanden überzeugen", sagt Thönnessen, "weder Kunden noch Kooperationspartner oder Investoren."

An Selbstbewusstsein sollte es also nicht mangeln, schüchterne Gründer haben schlechte Aussichten. Deshalb warnen Experten besonders introvertierte Personen gerne vor. Sie haben drei Möglichkeiten: Entweder sie arbeiten hart an sich selbst, suchen sich einen extrovertierten Partner – oder gestehen sich ein, dass die Start-up-Welt nichts für sie ist.

Ist Unsicherheit demnach immer ein Ausschlusskriterium? Jein, meint Iris Kronenbitter. Natürlich sollten die Selbstzweifel nicht dominieren, aber in einem gewissen Maße sind sie durchaus nützlich und erwünscht: "Sie führen dazu, dass der Businessplan besonders gut und gründlich durchdacht ist, dass ein Plan B existiert und dass der Gründer nicht blind ein Risiko eingeht." Alles Punkte, die ein Start-up langfristig erfolgreich machen.

3. Können Sie gut mit Rückschlägen umgehen?

Nur selten erobert ein Gründer den Markt direkt mit seiner ersten Idee, Verbesserungen an Produkt und Konzept sind normal, viele Geschäftspläne ändern sich besonders in den ersten Monaten noch mal. Hinzu kommen Gespräche mit Kritikern, Skeptikern, Gegnern. "In jeder Gründungsphase gibt es Momente, in denen man sich wünscht, dass man diesen Schritt nie gegangen wäre", sagt Felix Thönnessen.

Wer selbst wenig anpassungsfähig ist und sich schlecht von einer einmal gefassten Entscheidung lösen kann, sollte das Gründen noch einmal genau durchdenken. Erfolgreiche Gründer sind gedanklich stets flexibel. "Wenn sie merken, dass der eingeschlagene Weg nicht funktioniert, denken sie um", sagt auch Iris Kronenbitter. Als Rückschlag sehen sie das aber nicht – sondern als Zeichen, dass sie in der Lage sind, sich dem Markt und seinen Gegebenheiten anpassen zu können.

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