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"Frauen haben die romantische Verblödung"

Deprimierte Frau [Quelle: unsplash.com, Volkan Olmet]

Quelle: unsplash.com, Volkan Olmet

Was machen Paare beim Umgang mit Geld falsch? Warum ist zu viel Leidenschaft in der Partnerwahl gefährlich? Die Scheidungsanwältin Helene Klaar verrät es.

Über Geld spricht man nicht. Eigentlich eine schöne Regel, oder, Frau Klaar?

Ich kenne das etwas anders: "Über Geld spricht man nicht, Geld hat man." Wer entsprechende Besitztümer hat, kann vornehm sein. Alle anderen müssen über Geld sprechen.

Und wie rede ich mit dem Menschen, den ich liebe, über Geld?

Sie sollten nur jemanden heiraten, den Sie kennen. Dazu gehört der Umgang mit Geld. Sagt der andere: "Wir essen im Auto Reiswaffeln"? Oder gibt er riesige Trinkgelder und lässt sich vom Kellner über den Tisch ziehen? Mich würden beide abtörnen: der Geizhals und der Feigling, der sich betrügen lässt.

Was ist der größte Geldirrtum?

Die Leute glauben, es ginge bei einer Scheidung hinterher beiden materiell in etwa gleich gut wie während der Ehe. Ein fataler Trugschluss.

Wer ist im Vorteil?

Der, der die Scheidung betreibt. Weil er Vorbereitungen treffen kann. Da bekommt die Mutter oder die Schwester plötzlich eine Wohnung geschenkt. Da wandert Geld von einem Depot aufs andere. Da werden Sparbücher aufgelöst. Am Ende bleibt für den, der überrascht wird, deutlich weniger übrig.

Wie sieht es am Anfang einer Beziehung aus?

Da sind die Männer schlauer.

Wie das?

Die Frauen haben die romantische Verblödung. Zu mir kommen viele mit Eheverträgen, da stehen mir die Haare zu Berge. Wenn ich dann frage: "Wie konnten Sie so etwas unterschreiben?", dann ist die Antwort immer: "Ich wollte den Mann und nicht sein Geld."

Ich habe mit Freunden gesprochen, Alter 30 bis 40. Fast alle haben gesagt: Frag sie, ob ein Ehevertrag hilft.

Eheverträge gehen fast immer zu Lasten der Frau. Ich habe ein einziges Mal einen Vertrag gehabt, bei dem es anders war. Da hat eine reiche Frau einen Durchschnittsverdiener geheiratet, und die Familie hat Druck gemacht, dass sie den Trottel einen Vertrag unterschreiben lässt.

Hat sie?

Na klar. Kapital sticht Geschlecht.

Nehmen wir folgendes Paar: Beide besitzen ähnlich viel Geld, haben studiert und arbeiten in gut bezahlten Berufen. Ehevertrag: ja oder nein?

Kommt drauf an, wen ich vertrete.

Sie sind Feministin.

Ich bin Anwältin. Ich vertrete auch Männer.

Was für Männer?

Keine Machos. Keine, die sagen: "Ich will sie erledigen."

Was sagen Sie den Frauen zum Thema Ehevertrag?

Um Gottes Willen, bloß nicht. Weil sie ihre Zukunft nicht abschätzen können. Das gilt besonders für die besser gebildeten Frauen.

Das müssen Sie erklären.

Sie müssen sich das so vorstellen: Die junge Frau hat immer schon eigenes Geld gehabt, die wurde im Studium von den Eltern unterstützt, die war tüchtig, jetzt hat sie einen guten Job, na bitte, warum soll die jetzt nicht auf alles Mögliche verzichten? Sie war doch immer selbsterhaltungsfähig. Also unterschreibt sie. Dann wird geheiratet, und sie wird schwanger. Nach einer Weile kriegt der Mann ein tolles Jobangebot in Irland. Da geht sie natürlich mit. Wozu hat sie sonst geheiratet? Dann muss sie schauen, dass sie für das Kind, vielleicht sind es auch schon zwei Kinder, eine Schule findet und sich einen Freundeskreis aufbaut. Job kriegt sie keinen, und mit der Zeit wird sie der Berufswelt immer mehr entfremdet. Sie hat auch keine Möglichkeit, Ersparnisse anzulegen. Von was denn? Dann erbt sie vielleicht ein Sparbuch von der Oma. Davon bezahlt sie Sportunterricht oder eine Psychotherapie für eines der Kinder, wo der Mann findet, das ist nicht notwendig. Und nach 20 Jahren ist sie eine uninteressante Hausfrau und er ein bedeutender Mann, dem die Frauen zu Füßen liegen. Er versucht, sie auszutauschen, und wenn sie dann, 20 Jahre früher, unterschrieben hat, dass alles, was er in der Ehe gespart hat, nicht geteilt wird, dann schaut sie blöd aus.

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