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Na, wie war der Urlaub?

Strandkorb Nordsee Meer Urlaub Strand [Quelle: Pixabay.com, Klarinette71]

Quelle: Pixabay.com, Klarinette71

Der erste Tag nach den Ferien hat es in sich: Aus echtem oder höflichem Interesse fragen die Kollegen, wie es denn so war. Eine abgedroschene Floskel jagt die nächste. Wir haben uns an ein paar Antworten versucht.

Na, wie war es denn im Urlaub?

Gestern rieselte noch der Sand aus der Schmutzwäsche, heute wird der Abwesenheitsassistent abgeschaltet, und es wird am Arbeitsplatz eingecheckt. Bevor der Computer hochgefahren wird, steht das große Wiedersehen mit konfektioniertem Dialog an: Ja, wie war es, und wo warst du noch mal? In XY, und es war schön, interessant, erholsam, zu kurz... Spätestens nach der fünften, freundlich gemeinten Floskelparade ist der Mund ganz fusselig. Das Schlimmste: Man mag sich selbst gar nicht mehr zuhören und befindet sich geistig in einer Art Endlosschleife. Ja, das Meer war erfrischend, Quallen gab es keine, die Ruinen stehen noch, die Altstadt ist wirklich malerisch und so weiter und so fort. Das ist von beiden Seiten nett gemeint, aber nett gemeint, das ist die kleine Schwester von nervig. Um nicht sofort wieder erholungsbedürftig zu sein, empfiehlt sich der Kartentrick: Wer als analoger Mensch noch Postkarten schreibt – das sollen angeblich immer mehr Digitale reaktivieren –, der verkürzt die Schreiberei, indem er einen kleinen konfektionierten Text komponiert: etwas Lustiges, etwas Ernstes, etwas Sachliches. Diese Stichworte werden dann zielgruppengerecht variiert und mit herzlichen Grüßen versehen. Das spart Zeit und ist nicht lieblos gemeint. Das Prinzip lässt sich gut auf den ersten Arbeitstag übertragen – dann fühlen sich alle knapp informiert, und wir sind nicht gleich wieder urlaubsreif. Also: Ja, es war schön aus den nun folgenden Gründen ... Nun, zum Nächsten bitte.

Na, du bist ja gar nicht braun geworden?

Nein, bin ich nicht. Braun zu werden finde ich stressig, sehr stressig sogar! Es gibt eben Menschen, die werden nicht einfach so im Vorbeigehen braun. Für die ist das harte Arbeit: ständiges Eincremen, ständiges Aushalten der Hitze, und am Ende bleibt eben doch nur ein unangenehmer Sonnenbrand, der nach Abklingen ebenso weiße Haut zurücklässt wie zuvor. Braun werden – das ist für manchen eine große Leistung, die nur unter größter Anstrengung erbracht werden kann und viel Druck verursacht. Und ist es nicht genau das, was wir im Urlaub reduzieren wollen: Leistung, Anstrengung, Druck? Wie wohltuend ist es doch, durch schattige Wälder zu wandern oder die Picknickdecke unter den Baum zu legen statt in die pralle Sonne. Wie schön ist es, in der Mittagshitze des südlichen Urlaubslandes einfach mal in den vier Wänden zu bleiben und erst bei Sonnenuntergang zur Höchstform aufzulaufen (wie es die Bewohner dieser Länder übrigens oft vorleben). Also: Nein, ich bin nicht braun geworden. Ich habe mich entspannt!

Na, hattest du auch mehr als 1.000 E-Mails?

Nein, ich hatte nur 750, und das war gut so. Denn die Lektüre unzähliger aufgelaufener Mais kann ja ganz schön öde sein! Schließlich ist bei weitem nicht jede Mail wichtig, und nicht jede der vielen Mails, die man in Abwesenheit so bekommt, macht den Empfänger automatisch wichtiger. Zugegeben: Die ganz wichtigen Kollegen bekommen sicherlich tatsächlich viele Mails, auch während ihres Urlaubs. Aber die ganz wichtigen Kollegen leiten dann auch auf ihre Sekretärin um (sie haben nämlich eine!) oder auf ihren Stellvertreter. Denn deren Mails sind eben zu wichtig, als dass man sie dem automatischen Abwesenheitsassistenten überlassen und erst nach mehreren Wochen bearbeiten könnte. Also: Nein, ich hatte nicht mehr als 1.000 Mails. Und unter denen, die ich hatte, waren auch viele unwichtige.

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