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Was Mami schafft

Mutter und Tochter [Quelle: freeimages.com; Autor: boletin]

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Ein Jahr Pause und dann zurück in den Beruf, das ist zum Normalfall geworden, wenn Akademikerinnen heute Mütter werden. Anschließend soll die Karriere möglichst weitergehen, wie zuvor. Klappt das?

Köln-Innenstadt, Belgisches Viertel. Der Stadtteil gilt als hip und kreativ. Auf den Straßen, die nach belgischen Städten wie Antwerpen, Gent oder Lüttich benannt sind, schieben immer mehr junge Eltern Bugaboo-Kinderwagen an den sanierten Altbauten vorbei - Elternzeit. Und noch immer schieben da viel öfter Frauen als Männer, dieselben, die noch vor kurzem mit ihren guten akademischen Abschlüssen beruflich durchgestartet sind.

"Tante Astrid" heißt das lokale Mütter-Café, das vom Baby-Musikgarten bis zum Tragetuchkurs alles anbietet, was die Ein-Jahr-Auszeit-Klientel so nachfragt. Eine Kontaktbörse für Menschen, deren Lebensinhalt sich von jetzt auf gleich radikal gewandelt hat. Hieß er früher Arbeit, heißt er auf einmal Kind. Hier, in dieser Akademiker-Gegend voller karriereorientierter Frauen, krempelt das den Alltag der meisten noch viel stärker um als anderswo. Ein Jahr später soll sich die Welt dann bitte schön wieder zurückkrempeln in einen Arbeitsalltag und einen Fortgang auf der Karriereleiter, möglichst genauso, wie er vorher war - bloß eben mit Kind.

Was darf eine "gute Mutter" überhaupt?

Das gilt auch für die fünf Frauen, die sich hier im Mütter-Café während ihres Elternzeit-Jahres einmal die Woche zu einem "Pekip Kurs" treffen - ein Angebot für Frauen mit gleichaltrigen Babys mit Anregungen zum Singen, Bewegen und Spielen. In den Pausen wird viel darüber diskutiert, ob der Babybrei besser aus dem Glas verabreicht oder selbst zubereitet werden sollte, und welche Windeln am seltensten auslaufen. Sibylle, Jutta, Carolina, Viola und Sophie sind von solchen Themen schnell unterfordert. Was sie mehr umtreibt: Wie geht es möglichst reibungslos nach dem Jahr Auszeit zurück in die Arbeitswelt? Wer betreut die Kinder? Habt ihr schon einen Kita-Platz? Aber auch: Wie viele Stunden darf eine gute Mutter überhaupt arbeiten?

Wir haben die fünf ein Jahr lang immer wieder begleitet und mit ihnen über ihre Rückkehrabsichten und später über den tatsächlichen Wiedereinstieg gesprochen. In zehn Gesprächsprotokollen erzählen sie von ihren Erwartungen vor der Rückkehr in den Beruf und davon, wie der Wiedereinstieg später tatsächlich war. Ihre wirklichen Namen wollen sie mit Rücksicht auf ihre Arbeitgeber lieber nicht in der Zeitung lesen. Ihre Geschichten stehen aber sinnbildlich für die Gedanken, Sorgen und Probleme vieler Akademikerinnen in Deutschland.

Denn der Schein trügt. Ganz genauso wie vor der Babypause wird es am Arbeitsplatz der wenigsten dieser Mütter werden, dafür sprechen auch aktuelle Forschungsergebnisse. Sicherlich - das Elterngeld hat manches verändert: Akademikermütter steigen kürzer aus dem Beruf aus als früher, wie das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in mehreren Studien zeigen konnte. Eine Auszeit von 12 Monaten habe sich durch die Bezugsdauer des Elterngeldes als eine Art Norm etabliert, hat das RWI festgestellt. "Die Arbeitgeber erwarten, dass die Frauen nach einem Jahr zurückkommen, die Frauen erwarten, dass ihnen ein Jahr Auszeit relativ problemlos gewährt wird", sagt Jochen Kluve, Professor am RWI. "Das schafft Planungssicherheit für alle Seiten." Und tatsächlich: Die Wahrscheinlichkeit, dass gut ausgebildete Mütter nach 14 bis 24 Monaten Babypause in den Beruf zurückkehren, ist um rund sechs Prozentpunkte höher als vor Einführung des Elterngeldes, wie Kluve ausgerechnet hat. In der längerfristigen Betrachtung gibt es sogar noch einen größeren und hoch signifikanten Effekt: Die Wahrscheinlichkeit, dass Mütter 25 Monate nach der Geburt wieder arbeiten, liegt für Akademikerinnen heute um sieben Prozentpunkte höher als früher.

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