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Flug verspätet, Koffer weg - wann gibt's Geld zurück?

Flug Flugzeug (Quelle: freeimages.com, Autor: ellessar_x)

Quelle: freeimages.com, ellessar_x

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Momentan genießen viele Menschen ihre Ferien außerhalb Deutschlands. Doch die Freude kann leicht getrübt werden: Flug verspätet, Gepäck weg, Kakerlaken im Hotelzimmer. Wie kann man in solchen Fällen wenigstens eine Entschädigung bekommen?

Das Gepäck ist abgegeben, die Sicherheitskontrolle gut überstanden und je weniger die Minuten bis zum Abflug werden, desto mehr wächst die Vorfreude auf den Urlaub. Doch mit der Urlaubsstimmung kann es jäh vorbei sein, wenn der Flug Verspätung hat oder ganz entfällt.

Bis zu 600 € wenn das Flugzeug nicht abhebt

Wer vergeblich am Gate wartet, sollte das zumindest nicht umsonst tun. Dafür  gibt es die sogenannte Fluggastrechteverordnung der EU. In ihr ist festgelegt, dass Reisende einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen haben - sofern gewisse Bedingungen erfüllt sind:

  1. Die Fluggesellschaft muss die Verantwortung für die Verspätung oder den Ausfall tragen, also „etwas dafür können“. Das trifft zum Beispiel bei einem technischen Defekt an der Maschine zu. Nicht verantwortlich ist sie dagegen bei Streiks oder wetterbedingten Ausfällen. Dennoch: Die Airline ist dazu verpflichtet, sich gegen schlechtes Wetter zu rüsten, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Tut sie das nicht, muss sie zahlen. So zum Beispiel wenn sich der Abflug verzögert, weil die Maschine langwierig enteist werden muss.
  2. Es muss sich um  eine erhebliche Verspätung handeln, die quasi einer Annulierung des Fluges gleichkommt. Nach aktueller Rechtsprechung sind das mindestens drei Stunden.
  3. Der Reisende muss pünktlich am Check-In erschienen sein. Wer ohnehin zu spät dran war, kann auch keine Ansprüche geltend machen.

Falls all diese Voraussetzungen zutreffen, muss die Airline dem Passagier zwischen 250 Euro und 600 Euro zahlen. Die Höhe ist dabei nicht vom Preis des Flugtickets, sondern von der Flugentfernung abhängig.

Recht auf Essen und Hotel

Aber auch bei Ausfällen, für die die Fluggesellschaft nicht verantwortlich ist, können Reisende Ansprüche geltend machen. Schon bei Verzögerungen ab zwei Stunden muss die Fluggesellschaft für Verpflegung, kostenlose Telefonate und wenn nötig eine Übernachtung im Hotel sorgen. Ab einer Verspätung von fünf Stunden darf man vom Vertrag zurücktreten oder eine alternative Beförderungsmöglichkeit verlangen.

Bei ausländischen Airlines unbedingt informieren

Allerdings gilt die Fluggastrechteverordnung nur für Flüge aus und in die  Europäische Union, sofern die Airline ihren Sitz in der EU  hat. Für Flüge aus dem Ausland mit außereuropäischen Airlines gelten die Bestimmungen der Fluggesellschaft, teilweise ergänzt durch das jeweilige Landesrecht. Wer eine solche Airline nutzt, sollte sich vorher unbedingt über etwaige Rechte informieren.

Gepäck weg – und nun?

Endlich am Zielflughafen gelandet, können sich neue Probleme auftun: Wo ist der Koffer geblieben? Kommt ein Gepäckstück verspätet, beschädigt oder gar nicht an, haben Reisende einen Anspruch auf Schadenersatz - so besagt es das Montrealer Übereinkommen. Dieses Abkommen gilt für Flüge innerhalb oder zwischen Staaten, die es unterzeichnet haben, unter anderem  die  EU, die USA, Japan und Australien.

Neue Kleidung von der Airline

Konkret bedeutet es, dass man zum Beispiel Geld für nötige Ersatzkleidung und Toilettenartikel verlangen kann, wenn man nach dem Flug plötzlich ohne seine Koffer am Flughafen steht. Allerdings nur in einem angemessenen Rahmen: Sich auf Kosten der Fluggesellschaft im Designergeschäft komplett neu einzukleiden, geht leider nicht.

Zögern kostet Geld

Mit bis zu 1.300 Euro haften die Airlines – pro Passagier, nicht pro Gepäckstück. Damit der Schaden möglichst vollständig beglichen wird, ist es hilfreich, eine Liste der Gegenstände im Koffer anzulegen und diese am besten noch mit Quittungen belegen zu können.

Wichtig ist auch, nicht zu lange zu warten: Ist das Gepäck beschädigt oder endgültig verloren, müssen die Ansprüche innerhalb einer Woche, bei einer Verzögerung innerhalb von 21 Tagen geltend gemacht werden.

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