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Finanzkrise? Die Deutsche Bank stellt weiter ein

Krise, Finanzkrise, Zukunft, Recruiting. (Pixelio, Random-HH)

Krise, Finanzkrise, Zukunft, Recruiting. (Pixelio, Random-HH)

Das große Fürchten geht um unter den Absolventen. Denn besonders die Banken fahren ihre Einstellungen aufgrund der Finanzkrise zurück. Nicht so die Deutsche Bank. 'Wir stellen so viel ein, wie nie zuvor', sagt Georg-Johann Bachmaier, Head of Graduate Resourcing.

Herr Bachmaier, stellt die Deutsche Bank trotz Finanzkrise weiter ein?
 Für 2009 stellen wir weltweit eintausend Hochschulabsolventen ein, genauso viele wie im letzten Jahr. Davon wird erstmals circa ein Viertel aus Deutschland sein. Das heißt, dass wir so viele Absolventen aus Deutschland einstellen wie noch nie zuvor.
 

In welchen Sparten suchen sie besonders?

 Wir suchen zum Beispiel doppelt so viele Einsteiger im Segment "Private and Business Clients", also für die ganz klassische Geschäfts- und Privatkunden-Beratung. Da brauchen wir vertriebsstarke Absolventen. Ein anderes stark wachsendes Feld ist "Group Technology and Operations", also die IT-Infrastruktur. Da suchen wir BWLer, Wirtschaftsingenieure und ITler - technologisch versierte Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass die Deutsche Bank effizient arbeitet.
 

Wie kommt es, dass Sie weiter einstellen, obwohl viele andere Unternehmen ihr Recruiting zurückfahren?
 Weil wir auch in vielen Bereichen wachsen, zum Beispiel im Geschäft mit der Altersvorsorge. Wir sind eine Bank, die stark aufgestellt ist. Da sich die ganze Bankenbranche konsolidiert, hoffen wir, neue Kunden und Potenziale erschließen zu können. Wir wollen auch unser Filialnetz weiter ausbauen. Dafür brauchen wir kundenorientierte und kommunikationsstarke Akademiker für die Beratung von Privat- und Geschäftskunden und auch für die Übernahme von Führungspositionen in unseren Investment- und Finanzzentren nach Beendigung des Trainee-Programms.
 

Aber ist es nicht riskant, jetzt in der Krise einzustellen?
 Ganz im Gegenteil. Es stimmt zwar, dass viele Banken jetzt große Probleme haben, aber wir werden stabil bleiben und unser Geschäft weiter ausbauen. Wir sind schließlich auch eine Bank, die in Deutschland aufgrund ihres Ertrags kräftig Steuern zahlt.
 

Wie sieht es im Investmentbanking aus?

 Egal, ob die wirtschaftlichen Zeiten gut oder schlecht sind, wir hören nicht auf, den Nachwuchs zu fördern. Zu Zeiten der Börsenflaute Anfang 2000 haben viele Unternehmen keine Trainees mehr eingestellt. Zwei, drei Jahre später waren sie keine beliebten Arbeitgeber mehr. Wir haben dagegen weiter eingestellt, und das Gleiche machen wir jetzt auch. Zu unserem Investmentbanking gehören zum Beispiel die Bereiche Global Markets und Corporate Finance. Da haben dieses Jahr viele Praktikanten einen Einstellungsvertrag bekommen. In Global Banking suchen wir noch Relationship Manager für unsere Firmenkunden. Genauso wie im Risk Management, da brauchen wir Menschen mit einem ausgeprägten, analytischen Denkvermögen. Auch in anderen Bereichen, wie im Private Wealth Management wollen wir unseren Marktanteil ausbauen und suchen dafür international versierte und leistungsorientierte Absolventen.
 

Was raten Sie verunsicherten High-Potentials, die erwägen, an der Uni zu bleiben, statt in den Arbeitsmarkt einzusteigen?
 Davon halte ich nicht sehr viel. Man sollte seine Studienabsichten nicht wegen der Finanzkrise ändern. Die Zeiten werden immer unbeständiger. Entscheidungen über seine Zukunft sollte man unabhängig vom Markt treffen. Wenn man in schlechten Zeiten einsteigt und sich bewährt, hat man die besten Karrierechancen, wenn es wieder aufwärts geht. Jeder sieht im Lebenslauf: Diese Person muss überzeugend sein, denn sie ist trotz der Krise eingestellt worden und geht ihren Weg. Die Hochschulabsolventen, die wir dieses Jahr einstellen, bekommen exzellentes Gehalt und steigen in eines unserer beliebten Traineeprogramme ein. Die Ausbildung unserer Trainees liegt uns sehr am Herzen. Und wir wissen, dass die Talente sehr anspruchsvoll sind. Darum werden wir unser umfassendes Angebot auf alle Fälle aufrechterhalten.
 

Haben Sie den Eindruck, dass das Interesse der Absolventen an der Banken- und Finanzwelt aufgrund der derzeitigen Krise nachlässt?
 Wir merken schon, dass einige sich überlegen, in eine vermeintlich "sichere" Branche zu wechseln. Doch die gibt es gar nicht mehr. Die Studenten überlegen sich allerdings genau, welches Angebot sie unterzeichnen. Darum versuchen wir, so viel wie möglich mit den Studenten ins Gespräch zu kommen und sind an den Hochschulen sehr aktiv. Sogar unsere Vorstände unterstützen uns, Studenten das Geschäft und die Kultur der Deutschen Bank näher zu bringen. Wir merken, dass die Studenten, die schon immer in die Bank wollten, auch dran bleiben. Bei anderen, die sich mehrere Möglichkeiten offen halten, wollen wir jetzt starke Überzeugungsarbeit leisten.
 

Sind denn Ihre Ansprüche gestiegen, jetzt, wo sich die Bewerber sich auf weniger freie Stellen verteilen?
 Wir haben unser Auswahlverfahren nicht verändert. Wir haben weiterhin einen sehr hohen Anspruch, denn wir wollen die richtigen Leute für den richtigen Job finden.

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