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Wir sind noch immer nicht "Elite"

Harvard, Elite, Ranking (Wikimediacommons, Foto: Jacob Rus)

Harvard, Elite, Ranking (Wikimediacommons, Foto: Jacob Rus)

1,9 Milliarden Euro - das ist ein schöner Batzen. Neun Unis in Deutschland durften sich über die Finanzspritze freuen und fortan 'Elite-Uni' nennen. Sinn der Sache: Deutsche Unis sollten sich an der Weltspitze behaupten. Drei Jahre ist es her, und was hat es gebracht? Wenig bis nichts, glaubt man einem aktuellen Ranking.

 Unter den Top 50 der besten Unis der Welt befindet sich keine einzige deutsche Hochschule. Schlimmer: Drei der deutschen Elite-Unis rutschten im World University Ranking 2008 des Magazins Times Higher Education sogar ab: Die TU München verlor elf Plätze und liegt nun auf Rang 78, die Ludwig-Maximilians-Universität München plumpste von Platz 65 auf Rang 93. Freiburg fiel um drei Plätze auf den 147. Rang.
 

Am besten behauptet sich Heidelberg

 Am besten schneidet noch die Universität Heidelberg auf Platz 57 ab, sie konnte sich im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze leicht verbessern. Auch die anderen Elite-Unis holten zwar etwas auf, dümpeln aber nach wie vor im Schlussfeld: Die Freie Universität Berlin auf Platz 137 knapp vor der Humboldt-Uni, an der der Elite-Geldtopf vorbeiging. Die Universität Göttingen kletterte um zwei Ränge auf Platz 166. Die Uni Frankfurt auf Platz 169 konnte immerhin einen respektablen Sprung um 40 Stellen aufwärts hinlegen. Stuttgart dagegen muss auf Rang 190 aufpassen, nicht ganz aus der Top-200-Liga zu rutschen. Die anderen Elite-Unis (TU Karlsruhe, RWTH Aachen und die Uni Konstanz) sind darin übrigens nicht einmal vertreten.
 

An der Spitze: USA und Großbritannien

 Auf dem Ranking-Gipfel tummeln sich die üblichen Verdächtigen: Die US-Unis Harvard und Yale, gefolgt von den Briten Cambridge und Oxford. Neu an der Spitze ist nur das California Institute of Technology. Die ersten 15 Plätze werden komplett von britischen und US-amerikanischen Hochschulen belegt. Das liegt auch an den Auswahlkriterien der Studie: Unter anderem spielt die Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften eine Rolle. Hierbei sind perfekte Englischkenntnisse ein klarer Vorteil, spekuliert der Spiegel über die Gründe für das gute Abschneiden der Amerikaner und Briten.
 

Bewertungskriterien: Internationalität und Betreuung

 Weitere Bewertungskriterien waren das Betreuungsverhältnis der wissenschaftlichen Mitarbeiter zu den Studenten, die Internationalität der Uni (gemessen an der Anzahl der hier vertretenen Nationen) sowie die Meinung einer Jury, die aus 6.354 Wissenschaftlern und 2.339 Arbeitgebern aus der ganzen Welt bestand.
 

Milliarden - zum Fenster herausgeschmissen?

 Die deutschen Spitzen-Unis müssen sich nun die Frage gefallen lassen, ob die milliardenschwere Förderung effektlos verpufft ist. Schon in der Vergangenheit kritisierten Experten wie der Bamberger Soziologe Richard Münch, die Gelder würden vor allem in die Verwaltung, die Bürokratie und die Marketing-Abteilungen der Hochschulen fließen und nicht, wie beabsichtigt, in die Forschung und Lehre.

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