Partner von:

Vielfalt gewinnt! Beraterkarriere für Exoten

Pfau Pfauenfedern Exot Quereinstieg Unternehmensberatung [Quelle: freeimages.com, Autor: jan-willem]

Quelle: freeimages.com, jan-willem

Ein Quereinstieg in die Unternehmensberatung ist nur etwas für ganz Mutige? Von wegen! Neben BWLern haben auch und gerade Paradiesvögel wie Germanisten, Philosophen oder Biochemiker das Zeug zum Unternehmensberater – und sind bei Consulting-Firmen gefragter denn je.

Gerade große Unternehmensberatungen wie McKinsey oder KPMG suchen gezielt Berufseinsteiger aus Exotenfächern: Nur 50 Prozent der Beschäftigen bei McKinsey beispielsweise sind klassische Wirtschaftswissenschaftler. Mit 20 Prozent bilden Ingenieure die nächstgrößere Gruppe der Beschäftigten; die restlichen 30 Prozent setzen sich aus Exoten diverser Studiengänge zusammen. Um den Quereinstieg in die Unternehmensberatung zu erleichtern, bieten viele Consulting-Firmen spezielle Events wie Workshops und Get-Togethers für Exoten an, die gezielt Beraternachwuchs ohne BWL- und VWL-Hintergrund ins Unternehmen einführen.

Geisteswissenschaftler, Ingenieure und Mediziner bringen Vielfalt ins Consulting

Dass Arbeitgeber wie Siemens Management Consulting, TNG oder zeb sich für diese Absolventengruppen interessieren, liegt vor allem daran, dass Unternehmensberater sich mit sehr komplexen Problemstellungen auseinandersetzen. Ein bunt gemischtes Team bringt dabei oft kreativere und umfassendere Lösungsansätze hervor, als es eine Gruppe ähnlich vorgebildeter Berater könnte. Fachfremde Quereinsteiger betrachten das Problem aus einer anderen Perspektive. Das bestätigt auch Amal Haj-Najib von Detecon: "Berater sind nicht immer die klassischen BWLer. Wenn wir zum Beispiel Projekte in Pharma-Unternehmen machen wollen, brauchen wir unbedingt die Erfahrungen und das Wissen von Medizinern oder Physikern. Diversity ist die Devise! Die Mischung aus verschiedenen Blickwinkeln ist notwendig, um Projekte zum Erfolg zu bringen."

In ihrem Studium haben sich Nicht-BWLer spezielle Fähigkeiten angeeignet, die auch im Consulting hilfreich sind und Team-Qualifikationen ergänzen. Geisteswissenschaftler bringen meist sprachliche Kompetenzen mit und können durch ihr interkulturelles Geschick bei Kundengesprächen punkten. Auch Soft Skills wie Empathie und Kommunikationsfähigkeit sind im Job des Beraters gefragt: Unternehmensberater, die sich in den Kunden hineinversetzen, seine Bedürfnisse erkennen und Lösungswege anschaulich erklären können, tragen zur Kundenzufriedenheit bei. Naturwissenschaftler bereichern das Berater-Team mit ihren analytischen Fähigkeiten. Schon im Studium haben sie gelernt, sich systematisch mit schwierigen Problemstellungen auseinanderzusetzen und innovative Lösungen zu entwickeln. Mit Diagnosen und möglichen Therapien beschäftigen sich Mediziner ihr gesamtes Studium. Und wieso sollte sich dieses Vorgehen nicht auch im Job als Consultant einbringen lassen? Das schwächelnde Unternehmen ist ja im Grunde nichts anderes als ein Patient, der behandelt werden muss. 

Neben den methodischen Kompetenzen ist auch spezifisches Fachwissen für angehende Consultants von Vorteil. Firmen schätzen es, wenn der Unternehmensberater sich bereits mit ihrer Branche auseinandergesetzt hat und fachliche Expertise mitbringt. Dabei spielt es keine große Rolle, auf welche Weise das Fachwissen erworben wurde. Weiterbildungen können genauso wie ein Ingenieurstudium oder eine technische Ausbildung als Nachweis für die fachlichen Kenntnisse angeführt werden.

Quereinstieg in die Unternehmensberatung: Das sind deine Chancen

Es macht einen großen Unterschied, ob du direkt nach dem Studium als Quereinsteiger in die Beratung willst oder erst nach mehreren Jahren Berufserfahrung das Tätigkeitsfeld wechselst. Immer mehr Kunden legen Wert auf Berufserfahrung und lassen sich von jungen und unerfahrenen Absolventen nur ungern etwas sagen. Als Quereinsteiger mit Erfahrung hingegen hat deine Bewerbung gute Chancen. "McKinsey hat großes Interesse an Young Professionals. Viele meiner Kollegen haben vor ihrem Einstieg bei McKinsey bereits Berufserfahrung in anderen Branchen gesammelt", erklärt Simone Gäbler, Beraterin bei McKinsey. Stehst du schon seit einigen Jahren im Berufsleben, werden beim Quereinstieg in die Unternehmensberatung allerdings kaufmännisches Denken und Projekterfahrung vorausgesetzt. Quereinsteiger, die direkt von der Uni kommen, können wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse in speziell angebotenen Seminaren nachholen. Ein Praktikum ist für angehende Berater in jedem Fall empfehlenswert. Interessenten können so schon während des Studiums ausprobieren, ob die Arbeit als Consultant zu ihnen passt. Bewirbst du dich später bei einem Consulting-Unternehmen, hast du einschlägige Erfahrungen vorzuweisen und im Idealfall schon Kontakte in die Branche geknüpft: Und ein gutes Netzwerk ist für den Job in der Beraterbranche Gold wert.

Lieber keine Nummer kleiner: Quereinstieg bei McKinsey, KPMG oder Accenture

Quereinsteiger sind nicht in allen Consulting-Unternehmen gleich gern gesehen. Ob deine Bewerbung gute Chancen hat oder nicht, hängt dabei vor allem von der Größe und individuellen Schwerpunktsetzung des jeweiligen Arbeitgebers ab. Während vor allem große Consulting-Firmen wie McKinsey und Accenture ganz gezielt nach qualifizierten Exoten suchen, hast du bei anderen, gerade kleineren oder spezialisierteren Beratungen nur eine Chance, wenn gerade für ein Projekt spezifisches Fachwissen gefragt ist. Wer einen Quereinstieg anstrebt, sollte deshalb genau überprüfen, wo fachfremde Mitarbeiter eingestellt werden. Der generelle Trend geht aber zu mehr Vielfalt: Ein Blick in die Beraterbranche lohnt sich für Absolventen exotischer Fachrichtungen bei der Jobsuche auf jeden Fall.

nach oben
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren