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Die Kraft des inneren Antriebs

Erfolg (Quelle: freeimages.com, lockstockb)

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Jürgen Klopp gilt als der Motivator im deutschen Fußball. Felix Magath - der Gegenpol - als 'Schleifer', dessen Führung einer anderen Maxime folgt: Zuckerbrot und Peitsche. Beide Trainer haben Mannschaften zu Titeln geführt. Aber nur Klopp ist es gelungen, eine 'Spaßkultur' zu etablieren, die erstaunliche Kräfte freisetzt - bei Siegen und nach Niederlagen. Wie macht er das? Und wie nutzt du Klopps Methode für deine Karriere?

Ein Erfolgsgeheimnis von Jürgen Klopp ist seine Nähe zu den Spielern. Er trainiert sie nicht nur, er beschäftigt sich mit ihnen; will herausfinden, was den Menschen ausmacht. Damit berücksichtigt er, bewusst oder unbewusst, eine goldene Regel, die in der Psychologie längst bekannt ist: Wer motivieren will, muss seinen Gegenüber verstehen, muss wissen was ihm wirklich wichtig ist.

Was aber ist uns wichtig? Welche Motive bestimmen unser Handeln? Und tun wir wirklich, was wir wollen? Nicht immer. Meist werden unsere Entscheidungen von anderen beeinflusst - vom Vater, der die gut gehende Praxis allzu gerne an den Sohn übergeben möchte; von Freunden, auf deren Urteil man vertraut; oder von der allgemeinen Erwartung, dass bestimmte Berufe Geld und Status bringen. Bei all den rationalen Argumenten wird Begeisterung, die Leidenschaft für eine Sache, oft unterdrückt. Dabei ist gerade die intrinsische Motivation der Schlüssel zum Erfolg.

Innere Motivatoren entscheiden über Verhalten und Handeln

Das ist der entscheidende Unterschied. Jürgen Klopp kennt nicht nur die Bedürfnisse seiner Spieler, er handelt auch nach der eigenen, inneren Überzeugung. Sein Führungsstil ist nicht primär das Ergebnis einer rationalen Überlegung, kein Produkt von Trainingslehre und Psychologie. Vielmehr  bestimmen auch Motive das Verhalten, die tief in der Persönlichkeit verankert sind. Unser Handeln, unsere Entscheidungen, was uns wichtig ist - all das ist wird beeinflusst von Lebensmotiven, die unveränderlich sind. Sie zu kennen, bringt entscheidende Vorteile. Dann nämlich haben wir die Möglichkeit, ein Umfeld zu suchen, in dem die eigenen Bedürfnisse ideal befriedigt werden können. Wir haben mehr Spaß an dem was wir tun; werden mehr Erfolg haben und letztlich glücklicher sein.

Mit dem "Reiss Profile" die eigenen Lebensmotive erkennen

Eine Methode herauszufinden, was einen antreibt, ist das "Reiss Profile". Das von dem amerikanischen Psychologen Steven Reiss entwickelte Konzept bildet 16 Lebensmotive ab, die Menschen verschiedener sozialer Stellung, Nationalität und Kultur gleichsam wichtig sind. Hierzu gehören unter anderem Macht, Unabhängigkeit, Neugier, Anerkennung, Ordnung aber auch Beziehungen, Familie, Essen und Schönheit. In einem online-basierten Test werden zu jedem Lebensmotiv acht Aussagen getroffen, die auf einer Skala von -3 (trifft überhaupt nicht zu) bis +3 (trifft vollkommen zu) bewertet werden müssen. Auf der Grundlage dieser 128 Angaben soll ein möglichst genaues Bild der Werte und Überzeugungen einer Person entstehen, auf dessen Grundlage Entscheidungen bewusster getroffen werden können.

"Mit dem 'Reiss Profile' lässt sich herauszufinden, was einen Menschen in Balance bringt und ihm Energie verleiht", erklärt Markus Brand, Gründer des Instituts für Lebensmotive in Köln. "Das Verfahren soll persönliche Bedürfnisse und Präferenzen identifizieren, frei von äußeren Einflüssen."

Selbstbespiegelung statt Persönlichkeitsbewertung

Aus persönlicher Sicht ist das "Reiss Profile" damit ein Mittel der Selbstbespiegelung. "Bei dem Verfahren geht es nicht darum, Menschen zu bewerten - nicht um gut oder schlecht", sagt Sonja Wittig, die als Trainerin und "Reiss Profile Master" am Institut für Lebensmotive tätig ist. "Vielmehr zeigt die Auswertung, an welchen Stellschrauben man drehen kann, um Erfolg und Zufriedenheit dadurch zu steigern, das man tut, was man wirklich tun möchte."

Unternehmen nutzen das "Reiss Profile" bei der Personalauswahl

Einige Unternehmen nutzen die Methode bei der Personalauswahl, um die besten Köpfe für die jeweilige Position zu finden. Strebt ein Mitarbeiter beispielsweise nach Macht, möchte er Verantwortung übernehmen. Menschen mit einem ausgeprägten Rache/Kampf-Motiv gelten als Kämpfernaturen, die jede Herausforderung annehmen. Ist dieses Motiv hingegen schwach ausgeprägt, handelt der Mitarbeiter harmonisierend, sucht Kompromisse und vermeidet tendenziell unangenehme Entscheidungen. Eine Garantie, die besten Köpfe optimal einzusetzen gibt das "Reiss Profile" nicht - als Instrument, um individuelle Anreize zu ermitteln, kann es dennoch nützlich sein. Und persönliche Führung - das hat Jürgen Klopp gezeigt - bewirkt mitunter Erstaunliches.

 

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Allzu unkritisch

    Der Artikel beschäftigt sich ohne Zweifel mit einer berechtigten Fragestellung. Die Reiss-Methode wird dabei aber in ihrer Bedeutung doch deutlich überhöht dargestellt. Für eine kritischere (und wissenschaftlich fundiertere) Auseinandersetzung dem Reiss Profile sei die Stellungnahme von Prof. Pelz empfohlen: http://management-innovation.com/download/Reiss-Profil.pdf

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