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Was macht einen Top-Arbeitgeber aus?

Trophäe (Quelle: freeimages.com, roym)

Quelle: freeimages.com, roym

Welche Einstiegsgehälter erwarten sich High Potentials? Wo arbeiten sie am liebsten? Und welche Kriterien entscheiden die Arbeitgeberwahl? Die aktuelle Studie "Most Wanted" von e-fellows.net und McKinsey gibt Aufschluss - und liefert gleich die Grundlage für eine gezielte Bewerberansprache mit.

Zum zehnten Mal in Folge führten e-fellows.net und McKinsey die Arbeitgeberstudie "Most Wanted" durch. Dazu wurden rund 6.000 Stipendiaten aller Fachrichtungen aus dem Karriere-Netzwerk von e-fellows.net zu ihren Erwartungen an potenzielle Arbeitgeber befragt.

Gehaltsvorstellungen

Durchschnittlich erwarten sich die e-fellows ein Einstiegsgehalt von 47.000 Euro im Jahr, wobei die Frauen mit 43.200 Euro etwas bescheidener als ihre männlichen Kommilitonen (50.200 Euro) sind. Dafür nehmen die Männer höhere Arbeitszeiten in Kauf: Sie sind zu 50,7 Wochenstunden bereit, während Frauen 46,8 Stunden noch akzeptabel finden.

Am liebsten in einer deutschen Großstadt

Ein bedeutendes Entscheidungskriterium für High Potentials ist der Arbeitsort. Rund 90 Prozent gaben an, der Standort sei bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber "sehr wichtig", "wichtig" oder "eher wichtig". Lediglich Naturwissenschaftler legen auf den Standort etwas weniger Wert. Begehrtestes Arbeitsland ist Deutschland, wobei Großstädte wie München, Hamburg, Berlin und Frankfurt die Beliebtheitsskala anführen. Außerdem gefragt: Großbritannien, Skandinavien und die Schweiz.

Work-Life-Balance zählt - doch nicht

Um herauszufinden, was ein Unternehmen für Bewerber attraktiv macht, wurden die Studienteilnehmer aufgefordert, verschiedene Kriterien bei der Arbeitgeberwahl nach Wichtigkeit einzustufen. Unter den Top-Kriterien finden sich "Kollegiale Zusammenarbeit", "Balance von Berufs- und Privatleben", "Attraktive Standorte" und "Sicherer Arbeitsplatz". So weit die Wunschvorstellungen der High Potentials in der direkten Befragung.

Wenn man allerdings betrachtet, welche Unternehmen bei den High Potentials die beliebtesten sind und diese hinsichtlich derselben Kriterien bewerten lässt, ergibt sich ein völlig anderes Bild: In dieser indirekten Analyse sind ausgerechnet die Unternehmen die attraktivsten, die bei "Sicherer Arbeitsplatz", "Balance von Berufs- und Privatleben" und anderen Wunschkriterien nur mäßig abschneiden. Dafür punkten sie bei den Kriterien "Erfolgreicher Arbeitgeber", "Unternehmen bietet attraktive Produkte und Dienstleistungen" sowie "Ruf bei Freunden und Bekannten" - allesamt Punkte, die in der direkten Analyse als wenig wichtig angegeben wurden. Eine Gemeinsamkeit in der direkten und indirekten Analyse ergibt sich jedoch beim Kriterium "Herausfordernde Aufgaben": Dieses stufen die e-fellows in beiden Fällen als sehr wichtig ein.

Unterschiede hinsichtlich Geschlecht und Studienfach

Hinsichtlich Studienfach und Geschlecht ergeben sich in der indirekten Analyse interessante Unterschiede bei den Kriterien: So schaffen es die "attraktiven Produkte und Dienstleistungen" bei den Frauen auf Platz eins, bei den Männern nur auf Platz vier. Der "Ruf bei Freunden und Bekannten" und ein "innovativer Arbeitgeber" sind unter den Ingenieuren die wichtigsten Kriterien, landen aber bei den Wirtschaftswissenschaftlern nur auf den Rängen neun und dreizehn.

Beratung knapp vor Automobilbranche

Die Studienteilnehmer gaben auch an, in welcher Branche sie am liebsten tätig wären. Die Unternehmensberatung stellte sich dabei als attraktivste Branche heraus - 11,5 Prozent der e-fellows würden am liebsten dort einsteigen - büßte aber im Vergleich zu 2014 an Attraktivität ein und liegt nur noch 1,4 Prozentpunkte vor der Automobilbranche. Fast ebenso beliebt sind der akademisch-wissenschaftliche Bereich und das Gesundheitswesen. Auch hier spielt natürlich das Studienfach eine große Rolle: Die Unternehmensberatung ist bei den Wirtschaftswissenschaftlern am begehrtesten, bei Mathematikern, Physikern und Informatikern liegt sie hinter dem akademische-wissenschaftlichen Bereich auf Platz zwei, bei den Ingenieuren nur auf Platz sieben.

Gehaltsorientiert oder Idealist?

Da durch die starke Differenzierung des Bewerbermarkts eine möglichst zielgenaue Ansprache der High Potentials immer wichtiger wird, teilt die Studie die Teilnehmer aufgrund ihrer Wünsche an Arbeitgeber in Segmente ein. Auf Basis der direkten Analyse sind dies die folgenden fünf:

  • Traditionalisten, die besonders auf den Ruf des Unternehmens und die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes Wert legen
  • Gehaltsorientierte, die sich für einen hohen Verdienst und einen erfolgreichen Arbeitgeber interessieren
  • Allesoptimierer, die auf gute Entwicklungsmöglichkeiten und Work-Life-Balance achten
  • Inhaltlich Orientierte, denen Innovationsstärke, ein guter Ruf und verantwortungsvolles Handeln gegenüber Gesellschaft und Umwelt wichtig sind
  • Idealisten, deren Fokus auf verantwortungsvollem Handeln und Work-Life-Balance liegt

Wenig überraschend ist, dass die einzelnen Segmente verschieden über die Studienfächer verteilt sind: Die Gehaltsorientierten sind unter den Wirtschaftswissenschaftlern mit 26 Prozent die stärkste Gruppe, unter den Geistes- und Sozialwissenschaftlern finden sich dagegen mit 42 Prozent überproportional viele Idealisten. Die Juristen wiederum sind zum größten Teil (31 Prozent) Traditionalisten.

Weniger Idealismus zum Studienende

Beachtenswert ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen: 24 Prozent der befragten Männer zählen zu den Gehaltsorientierten, aber nur 8 Prozent der Frauen. Unter diesen finden sich dafür 32 Prozent Idealistinnen. Auch sollte bei der Ansprache von Bewerbern die Studienphase beachtet werden: Ist das Studienende noch mehr als ein Jahr entfernt, sind die Idealisten das größte Segment (23 Prozent); steht das Studienende direkt bevor, schrumpfen diese auf 17 Prozent und überlassen den Gehaltsorientierten (21 Prozent) das Feld.

Weitere Daten gibt es im Ergebnisbericht zu Most Wanted 2015 (pdf).

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Anja Kneißl

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Tel. 089 23232-318