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So wird man Meister im Monotasking

Konzentration, Meditation [Quelle: pixabay.com, Autor: suc]

Quelle: pixabay.com, suc

Wer das Gefühl hat, immer beschäftigt, aber selten produktiv zu sein, sollte diesen Beitrag lesen.

Manche Wissensarbeiter brüsten sich damit, besonders gut im "Multitasking" zu sein. Das Problem von Multitasking ist aber leider, dass es inzwischen in zahlreichen Studien als echter Produktivitätskiller entlarvt worden ist. Zudem hat sich gezeigt, dass sowohl unser IQ als auch unser EQ in Multitasking-Phasen einbrechen. Mit anderen Worten: Multitasking macht uns nicht nur weniger produktiv, sondern auch (zeitweise) dümmer. Wir sollten uns also in Zukunft gut überlegen, ob wir in unserer nächsten Bewerbungsmappe Multitasking als Schlüsselkompetenz nennen wollen.

Im Grunde ist schon der Begriff irreführend: Als Menschen können wir, ganz im Gegensatz zu Computern, nicht mehrere Aufgaben gleichzeitig bearbeiten (vgl. Medina 2008). Wir können lediglich schnell zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her springen. Je schneller diese Sprünge sind, desto mehr haben wir den Eindruck, "alles gleichzeitig" zu machen – und desto aufgedrehter und gleichzeitig leerer fühlen wir uns am Ende. Zugegeben, manchmal muss man in der Lage sein, mit mehreren Bällen zu jonglieren. Man befindet sich dann im "Feuerwehr-Quadranten". Aber nochmal fürs Protokoll: Diese Arbeitsweise hat viele Nachteile und führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Produktivität.

Vermutlich geht es Dir genau wie mir: Ich schätze es ungemein, über das Internet jederzeit auf praktisch jede Information zugreifen zu können. Und bestimmt begeistert es Dich genauso sehr wie mich, dass wir alle unsere Freunde und Kollegen jederzeit per Handy, E-Mail oder Chat-Anwendung erreichen können. Bedauerlicherweise (ver-)führen uns die digitalen Medien aber auch zu eben jenem Multitasking, das sich in vielerlei Hinsicht als schädlich herausgestellt hat. Wir müssen uns daher diesem Sog bewusst entgegenstellen, wenn wir ihm nicht hoffnungslos verfallen wollen.

Der Gegenentwurf heißt "Monotasking". Dabei handelt es sich um eine grundlegend andere Arbeitsweise. Wir alle haben Freunde und Kollegen, die sie schon beherrschen. Wenn wir herausfinden wollen, wer das ist, gibt es eine heiße Spur: Wer in unserem Umfeld braucht regelmäßig zwei (oder fünf oder 24 oder 48) Stunden, um eine E-Mail oder eine Messenger-Nachricht zu beantworten? Bingo, wir haben die Monotasking-Experten gefunden. Sie haben es offensichtlich gelernt, sich zeitweise zu isolieren, um Multitasking zu vermeiden und stattdessen Monotasking zu betreiben. Man könnte auch sagen: Sie können sich auf eine Sache konzentrieren und lassen sich nicht von jedem "Pling" wieder von ihr abbringen. Wahrscheinlich lohnt es sich, sie einmal auf das Thema anzusprechen.

Die gute Nachricht lautet, dass die Fähigkeit zum Monotasking nicht angeboren ist, sondern dass man sie systematisch trainieren kann. Hier ein paar Tipps:

  •     unterscheide zwischen "management time" und "make time" 
  •     notiere auf Deiner To-do-Liste größere, komplexe Aufgaben getrennt von kleineren,
        einfachen Aufgaben
  •     überlege Dir ein Ritual für bessere Konzentration
  •     genieße es bewusst, wenn Du den Flow-Zustand erreichst
  •     lege Dir eine zuverlässige Aufgabenverwaltung zurecht –
        so kannst Du alles, was Dir zwischendurch einfällt, notieren und es später erledigen

© Jochen Plikat (zur Original-Version des Artikels

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