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Tipps für den MBA-Hürdenlauf

Business Men, Quelle: sxc.hu, User: Scyza

Business Men, Quelle: sxc.hu, User: Scyza

Die Finanzkrise führt zu mehr Bewerbungen bei den Top-Business Schools und macht die Aufnahme noch schwieriger. Tipps für den Hürdenlauf.

 Fast alle Top-Business Schools weltweit verzeichnen derzeit deutlich steigende Bewerberzahlen. Für MBA-Interessenten heißt das: Sie müssen sich bei ihrer Bewerbung noch mehr anstrengen. Wer einen der begehrten MBA-Studienplätze an einer Topschule ergattern will, sollte die Bewerbung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Caroline Diarte Edwards, Director of Admissions, und ihre Kollegin Leila Murat an der europäischen Topschule Insead in Fontainebleau bei Paris, sagen, worauf es ankommt. Dabei gilt es folgende Fehler zu vermeiden.
 

Mangelnde Sorgfalt

 "MBA-Interessenten sind oft viel beschäftigte Menschen und nehmen sich nicht genug Zeit für die Bewerbung", erklärt Caroline Diarte Edwards, Director of Admissions. Da gebe es dann Lücken im Lebenslauf, unzureichend beantwortete Fragen oder wenig durchdachte Essays. Mindestens drei, besser noch sechs Monate sollte man für die Fertigstellung der Unterlagen einplanen.
 
 Bevor man sich überhaupt an die Arbeit macht, sollte man jedoch erst einmal genau analysieren, worauf eine Business School besonders achtet. Bei Insead stehen dabei vier Bereiche im Vordergrund: die akademischen Fähigkeiten, die bisherige Berufserfahrung und das Führungspotenzial, der internationale Ausblick und die interkulturelle Sensibilität sowie der Beitrag, den der Kandidat für die Insead-Community leisten kann. "Ich empfehle jedem einen Besuch auf dem Campus, bevor er seine Unterlagen abgibt", sagt Leila Murat, Assistant Director of Admissions. "So erfährt man, wie Insead wirklich tickt." Jeden Freitag gibt es daher für Interessenten eine Präsentation der Schule mit Fragestunde und der Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen.
 

Schlechter GMAT

 Eine der größten Hürden ist oftmals der Graduate Management Admission Test (GMAT). Der von allen guten MBA-Schulen verlangte Standardtest wird auf Englisch durchgeführt und misst verbale und mathematisch/logische Fähigkeiten. Erreicht werden kann ein Ergebnis zwischen 200 und 800 Punkten. In Insead liegt der Durchschnitt bei 700, die Bandbreite bewegt sich zwischen 600 und 800. "Wir sehen eine hohe Korrelation zwischen dem GMAT und der akademischen Leistung im MBA-Studium", sagt Insead-Direktorin Edwards. Dabei achte man jedoch weniger auf das Gesamtergebnis als auf das Abschneiden in dem quantitativen und sprachlichen Teil. Kandidaten sollten in jedem der beiden Teile zu den 25 Prozent besten Teilnehmern gehören. Wer schlechter sei, dem empfehle man, den Test zu wiederholen. Ungünstig sei es, wenn sich jemand bei der Wiederholung des Tests in seinem bisher schwachen Bereich verbessere, aber dafür woanders schlechter abschneide. "Dann haben wir Sorge, dass er vielleicht nicht in der Lage ist, dem rigorosen Studium zu folgen", sagt Edwards.
 

Oberflächliche Beschreibungen

 Business Schools sind äußerst neugierig. Sie wollen detaillierte Auskünfte zum derzeitigen Job, zu den Karrierezielen und privaten Interessen. "Viele zählen dabei nur auf, was ihr Unternehmen macht, und schreiben nur wenig dazu, was sie selbst dort genau tun", sagt Insead-Mitarbeiterin Murat. "Doch wir wollen wissen, was ihre wesentlichen Verantwortlichkeiten und ihre bisherigen Ergebnisse sind." Ähnliches gilt für die Frage nach der Karriereentwicklung. Auch hier fehlten oftmals Hinweise zur Motivation, bemängelt Murat. Doch entscheidend sei, was den Kandidaten zu einer Entscheidung - wie den Wechsel des Arbeitgebers oder der Abteilung - getrieben hat. Zu wenig auskunftsfreudig sind viele Kandidaten auch bei den privaten Interessen. "Manche zählen nur das auf, was sie denken, was wir erwarten", sagt Murat. Gerade Deutsche hätten hier oft viel zu bieten, seien aber häufig zu scheu, es auch aufzuschreiben. Dabei seien gerade die privaten Interessen oftmals ein Hinweis auf wichtige Fähigkeiten. Wer ein erfolgreicher Marathonläufer ist, hat schließlich bewiesen, dass er Durchhaltevermögen hat.
 

Schlecht durchdachte Essays

 Beschreiben Sie sich selbst mit Ihren Stärken und Schwächen und den wichtigsten Einflussfaktoren auf die persönliche Entwicklung. Bei den Essays geht es ans Eingemachte. Insgesamt fünf müssen die MBA-Studenten in spe bei Insead verfassen. Dabei brauchen Sie auch überzeugende Begründungen, welche neuen Fähigkeiten sie sich durch das MBA-Studium erhoffen und wie diese zu ihrer persönlichen Karriere beitragen können. Das alles lässt sich nicht mal schnell schreiben, sondern erfordert ein mehrfaches Überdenken. Dabei empfiehlt es sich, mehrere Entwürfe zu machen und auch andere Personen um ihre Meinung zu fragen. "Wichtig ist, dass man sich seiner selbst bewusst ist und aufrichtige Beschreibungen abgibt", erklärt Admission-Chefin Edwards. Schlecht sind floskelhafte Antworten oder übertriebene Darstellungen.
 

Wenig aussagefähige Referenzen

 In den Empfehlungsschreiben sollen Personen, die den Bewerber gut kennen, Informationen über seine bisherigen Managementleistungen und sein Führungspotenzial liefern. "Oft kommen die Referenzen von Professoren", sagt Insead-Mitarbeiterin Murat. Doch die nützten wenig, besonders wenn der Kandidat schon sehr gute akademische Leistungen vorgelegt habe. Das Schreiben sollte daher möglichst aus dem beruflichen Umfeld kommen. "Viele wollen uns beeindrucken und gehen zum CEO", beobachtet Murat. Doch das komme meist nicht gut an. Denn in der Regel kenne der CEO den Kandidaten kaum und könne daher auch wenig Konkretes über ihn schreiben. Eine gute Wahl sei dagegen der derzeitige Vorgesetzte, aber auch ein Kunde.
 
 Und wenn es trotzdem nicht klappt? "Wir geben nur in seltenen Fällen ein Feedback", erklärt Insead-Direktorin Edwards. "Wir sind der Meinung, dass es die Aufgabe des Bewerbers ist, selbst herauszufinden, wo er zu schwach war." Eine erneute Bewerbung sei daher nur dann sinnvoll, wenn man sich in diesen Punkten verbessert hat.

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