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Kanzleien steigern ihren Umsatz

Segel, Wind, Erfolg (sxc.hu, Foto: John Nyberg)

Segel, Wind, Erfolg (sxc.hu, Foto: John Nyberg)

2007 war ein gutes Jahr für die deutschen Standorte der größten Wirtschaftskanzleien: Die ersten 30 Sozietäten im Ranking der Zeitschrift Juve steigerten ihren Umsatz im vergangenen Jahr sogar um durchschnittlich elf Prozent. Fraglich ist, ob es auch mit der Finanzkrise so weitergeht.

 Anwalt müsste man sein, wird so mancher Manager beim Blick auf die derzeitige Wirtschaftslage seiner eigenen Firma seufzen. Die Subprime-Krise, die im Sommer 2007 in den USA ausbrach, machte sich in den Bilanzen der Großkanzleien in Deutschland im letzten Jahr noch nicht bemerkbar. Laut einer aktuellen Juve-Studie haben sich die Sozietäten in den letzten Jahren so aufgestellt, dass ihnen trotz Flaute bislang nicht der Wind in den Segeln fehlt. Die Top Drei unter den besten 50: Die e-fellows.net-Partner Freshfields Bruckhaus Deringer, Clifford Chance und Hengeler Mueller.
 

Mergers & Acquisitions – Freshfields sorgte vor

 Bestes Beispiel ist Freshfields. Die Kanzlei strukturierte bereits in den letzten Jahren völlig um, trennte sich von umsatzschwächeren Partnern und bedient heute eine große Bandbreite an Themen. Dass sie die Einbrüche im Bankgeschäft 2007 so gut verkraftete, liegt laut Juve jedoch auch an den enormen Umsätzen aus Private-Equity-Geschäften und Mergers & Acquisitions in der ersten Hälfte des letzten Geschäftsjahres - noch bevor die Subprime-Krise ihren Anfang nahm. Beeindruckend: Die Kanzlei steigerte ihren Umsatz pro Berufsträger (UBT) in den letzten drei Jahren um mehr als 40 Prozent, von 513.000 Euro auf 770.000 Euro.

Acht Prozent Plus für Clifford Chance

 Die Kanzlei Clifford Chance erhöhte ihren Umsatz gegenüber 2006 um acht Prozent. Im Vergleich zu den direkten Konkurrenten fällt der UBT hier mit 570.000 Euro geringer aus. Grund dafür ist laut Juve, dass die Kanzlei stark im Subprime-Markt tätig ist – also dem Teil des Hypothekenmarkts, der fast nur aus Kreditnehmern mit geringer Zahlungsfähigkeit besteht. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Clifford Chance jedoch weiterhin mit finanziellem Wachstum. Juve zufolge dürfen sich besonders gut qualifizierte Berufsanfänger seit Kurzem über ein Einstiegsgehalt von 100.000 Euro freuen, und noch in diesem Geschäftsjahr will die Kanzlei die 500-Anwälte-Marke knacken.
 

Hengeler Mueller mit Top-Aufträgen

 Platz Drei unter den Top-Kanzleien belegt im Juve-Ranking Hengeler Mueller. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete die Sozietät mit zwölf Prozent ein beträchtliches Personalwachstum. Nachwuchsjuristen haben hier laut Juve weiterhin gute Aussichten, denn die Kanzlei stockt ihr Personal auf, so lange sie geeignete Kandidaten findet. Auch die Aufträge der Großkanzlei können sich sehen lassen: Sie beriet unter anderem die Deutsche Bahn bei den Verhandlungen mit Scandlines, unterstütze Siemens beim VDO-Verkauf und begleitete den Verkauf der Bayer-Tochter H.C. Starck.
 

Staranwalt oder Schattendasein?

 Zu den Spitzenleuten in punkto Bezahlung gehören Juristen in Risikomanagement und Unternehmensstrategie. Mit Steuer-, Straf- oder Kartellrecht kann man genauso wenig falsch machen wie mit einem Schwerpunkt in Finanzierung oder Mergers & Acquisitions. Die Stundensätze der Partner bewegen sich durchschnittlich zwischen 500 und 600 Euro, in Ausnahmefällen erreichen sie jedoch auch die 1.000-Euro-Marke. Trotz allgemeiner Umsatzsteigerungen bei den großen Kanzleien können Juristen je nach ihrer Spezialisierung auch auf das falsche Pferd setzen. Verlierer sind hier ganz klar die Baurechtler mit im Durchschnitt "nur" 251 Euro pro Stunde. Die Großkanzleien halten sich aus diesem Geschäft weitestgehend raus, da der Markt für sie zu unprofitabel ist.
 

Die Finanzkrise wird trotzdem nicht unbemerkt bleiben

 Wirft man einen Blick auf die Umsatz- und UBT-Entwicklungen der letzten vier Jahre, können die drei e-fellows.net-Partner der durch die Finanzkrise bedrohten Zukunft etwas gelassener entgegen sehen als so mancher Wettbewerber. Die Krise könne für sie sogar zum Vorteil werden, denn – so ein Fazit des Juve-Rankings – "wenn London und New York in Schwierigkeiten geraten, richtet sich die Aufmerksamkeit verstärkt auf die Büros in exportorientierten, industriell geprägten Wirtschaftsräumen. Deutsche Anwälte dürften in den nächsten drei Jahren schwer gefragt sein." Bei allem Optimismus, den das Juve-Ranking ausstrahlt: Die der Studie zu Grunde liegenden Zahlen stammen von 2007, als die Finanzkrise noch nicht die heutigen Ausmaße erreicht hatte. Und die künftigen Auswirkungen der Krise auf die Realwirtschaft werden auch exportorientierte Wirtschaften wie die deutsche spüren. Ob die großen Kanzleien ihr beeindruckendes Wachstum dann auch halten können, bleibt abzuwarten.

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