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CFA, CFP, Finance, Weiterbildung, Quelle: sxc.hu, Autor: lusi

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In der Finanzbranche werden wieder attraktive Boni und hohe Ablöseprämien gezahlt.

 LONDON/NEW YORK/ZÜRICH. Das Eis ist gebrochen. Nach monatelangem Stillstand kommt der Transfermarkt für Investmentbanker wieder auf Touren. Die nach der Krise noch halbwegs intakten Häuser nutzen die Chance, um talentiertes Personal von der geschwächten Konkurrenz abzuwerben. Und die starken Banken locken wieder mit attraktiven Boni.
 
 Zu den Instituten, die an der Wall Street Personal abwerben, zählt die Deutsche Bank. Die Frankfurter stocken vor allem im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen kräftig auf. Das fällt in der Krise deutlich leichter als während des Booms, weil die US-Konkurrenz jetzt unter den Gehaltsbeschränkungen leidet, die der Staat den Wall-Street-Häusern als Gegenleistung für Regierungshilfen auferlegt hat.
 
 Zu den Leidtragenden zählt die Investment Bank Merrill Lynch, die sich unter die Fittiche der Bank of America flüchten musste und seither am Staatstropf hängt. In Zukunft wird Fusionsspezialist Jim Ratigan die Industriebranche für die Deutsche Bank betreuen, zuvor arbeitete er 18 Jahre für Merrill. Aber das ist nur ein Beispiel von vielen. Im Februar warb die Deutsche gleich ein elfköpfiges Team bei Merrill ab.
 
 In Europa zählt unter anderem UBS zu den Opfern der Abwerber. Reputationsverlust, die Kürzung der Bonuszahlungen und die geplante Rosskur im Investment Banking haben die Schweizer geschwächt. Zu den hochkarätigen Abgängen gehören Clark Hutchison und Bill Templer, die für UBS den Derivatehandel aufgebaut haben. Schmerzlich ist auch der Weggang von Robert Rankin in Hongkong. Der Investmentbanker leitete das UBS-Geschäft in der Region Asien-Pazifik und wurde von der Deutschen Bank abgeworben.
 
 Aber es nicht nur die Deutsche Bank, die auf Einkaufstour geht. Die britische Großbank Barclays ergänzt ihr US-Team gerade um 210 Analysten und Händler. In Europa ist die Einstellung von bis zu 65 Investmentbankern geplant. Auch der japanische Broker Nomura stellt kräftig ein. Beide Institute wollen die Krise nutzen, um in die erste Liga des Investment-Bankings vorzustoßen. Dabei nutzten sie aggressiv die Turbulenzen nach dem Kollaps von Lehman Brothers. Während Nomura große Teile des Europa- und Asiengeschäfts von Lehman übernahm, sicherte sich Barclays die US-Aktivitäten. Ähnlich wie die Deutsche Bank ist Barclays bislang glimpflich durch die Krise gekommen. Während bei teilverstaatlichten Konkurrenten wie der Royal Bank of Scotland die Regierung bei der Gestaltung der Gehälter mitspricht, zahlt sich jetzt aus, dass Barclays bislang auf Staatshilfen verzichtet hat.
 
 Die Banken, die sich dem Einfluss des Staates entziehen konnten, locken nach der Erholung im ersten Quartal auch wieder mit höheren Boni. Die US-Beratungsgesellschaft Johnson Associates rechnet bei den unabhängigen Instituten mit einer Aufstockung des Bonuspools um bis zu 45 Prozent in diesem Jahr. "Auch die bereits totgesagten Garantieboni kehren zurück", heißt es bei einer Londoner Personalberatung. Nachdem solche garantierten Ausschüttungen im Zuge der Finanzkrise in Verruf gerieten, würden einige Institute jetzt wieder zu Garantien greifen, um gute Leute anzulocken. Zahlungen unabhängig von der Leistung der Mitarbeiter würden aber nicht mehr wie früher für zwei bis drei Jahre, sondern meist nur noch für ein Jahr garantiert.
 
 Aber nicht nur die starken Banken schätzen die Garantieboni wieder. Auch einige der vom Staat abhängigen US-Institute würden gerne Garantien gewähren, um Spitzenkräfte halten zu können. Das US-Finanzministerium hat dazu noch keine klare Entscheidung getroffen. Unter anderem zählt Morgan Stanley zu den Banken, die das Grundgehalt der Führungskräfte deutlich anheben wollen, um Ausfälle bei den Boni zu kompensieren. UBS greift zum selben Mittel, um Spitzenkräfte zu halten. Konzernchef Oswald Grübel hat Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 50 Prozent für seine Investmentbanker verteidigt. kck/mm/tor

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