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Sei doch mal menschlicher

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Quelle: unsplash.com, Olu Eletu

Ob Amazon, BMW oder McKinsey – in allen Top-Unternehmen stehen High Potentials als erfolgshungrige Alleskönner hoch im Kurs. Doch mit der Generation Y ändert sich nicht nur die Arbeitsmentalität. Wenn du zu den neuen Führungskräften gehören willst, musst du menschlicher werden.

Bist du nach 1980 geboren? Wenn ja, darfst du dir gerne auf die Schulter klopfen. Denn deine Generation Y hat die Arbeitswelt ein bisschen menschlicher gemacht. Persönliche Entfaltung und Work-Life-Balance sind inzwischen die Top-Prioritäten junger Arbeitnehmer. Das heißt aber nicht, dass die Karriere zweitrangig wird: Laut einer Studie von univativ setzen viele für die Chance auf Karriere auch ihre Beziehung auf Spiel: Eine große Mehrheit der befragten Studenten ist bereit, für den Beruf vom Partner wegzuziehen.

Die zukünftigen Führungskräfte dieser Generation müssen sich an diese Entwicklung anpassen, um zu bestehen – und das macht sich bereits bemerkbar: Waren früher auf dem Weg an die Spitze überdurchschnittliche Noten und Abschlüsse der besten Unis entscheidend, ist nun ein ganzer Katalog an Eigenschaften und Fähigkeiten gefragt: High Potentials sollen nicht nur geistig besonders agil, sondern auch flexibel, belastbar, motiviert und weltgewandt sein und zudem über soziale Kompetenzen verfügen. Willst du zu den High Potentials deiner Generation gehören, reicht ein gutes Zeugnis allein also nicht aus. Du solltest auch Erfahrung auf internationalem Parkett gesammelt haben – zum Beispiel in einem Auslandsstudium oder -praktikum –, einige Fremdsprachen beherrschen und dich ehrenamtlich engagieren.

Eine lange Liste also. Kein Wunder, dass Schätzungen zufolge weniger als vier Prozent eines Uni-Jahrgangs diese Voraussetzungen erfüllen.

Gefragt wie nie

Gehörst du dennoch zum erlesenen Kreis der Top-Talente, darfst du dich glücklich schätzen: Die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt waren nie besser. Unternehmen leiden unter dem demographischen Wandel und müssen ihre Führungsetagen auffüllen. Das rückt die jungen High Potentials in die bequeme Lage, von Firmen gelockt zu werden. Mit einem durchschnittlichen Brutto-Jahresgehalt zwischen 52.000 und 71.000 Euro wird ihnen der Einstieg schmackhaft gemacht. Außerdem steht ihnen im Vergleich zu ihren Kollegen oft ein besseres Angebot an Weiterbildungen zur Verfügung.

Doch ist es tatsächlich das, was High Potentials wollen? Studien legen nahe, dass es den High Potentials – wie überhaupt der gesamten Generation Y – nicht mehr nur auf ein ordentliches Gehalt und einen sicheren Arbeitsplatz ankommt. Selbstverwirklichung und Weiterentwicklung heißen die Zauberwörter: High Potentials wollen schnell Verantwortung übernehmen, auch mal im Ausland arbeiten und aufsteigen können.

Die Achillesferse der High Potentials

Die Generation Y, vor der sich die High Potentials in Zukunft beweisen müssen, steht allerdings auch dafür, den blinden Arbeitseifer vergangener Generationen zu hinterfragen (daher "y" – "warum"). Das Leben eines Workaholics ist für sie eher abschreckend. So kommt es auch einmal vor, dass Karrierechancen abgelehnt werden, um mehr Zeit für die eigenen Hobbys zu haben. Die High Potentials dieser Generation teilen diese Werte aber nur bedingt: Um sich im Berufsleben zu verwirklichen, vernachlässigen sie schon mal ihr Privatleben. So fand eine Studie von Trendence heraus, dass High Potentials pro Woche rund drei Stunden mehr arbeiten als ihre Kollegen.

Auch die e-fellows in der Community sind sich der Aufopferungsbereitschaft zugunsten der Karriere bewusst: "Ich habe mich und meine eigenen Interessen relativ schnell vergessen. Man bleibt sich selbst einfach nicht mehr treu und scheitert mehr oder weniger an seiner eigenen Person", resümiert einer von ihnen.

Während Arbeitgeber gegen die höhere Leistungsbereitschaft der High Potentials wohl keine Einwände haben dürften, stören sie sich an anderen Eigenschaften: In einer Studie der Personalberatung Kienbaum beklagten die befragten Unternehmen, dass High Potentials unfähig zur Selbstkritik seien und zu Selbstüberschätzung neigten.

Es gilt also, die Balance zu finden: Auf der einen Seite musst du als High Potential die Ambitionen aufbringen, Karriere als Führungskraft zu machen. Hier wartet ein ganzer Katalog an Anforderungen auf dich. Auf der anderen Seite sind in Zeiten der Generation Y soziale Kompetenzen wichtiger denn je.

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