Partner von:

Der Name Harvard öffnet Türen

Superheld (© Sergey Nivens - Fotolia)

© Sergey Nivens - Fotolia

Es sind Geschichten wie diese, die davon zeugen, dass die Harvard Business School (HBS) noch immer die bekannteste und einflussreichste Wirtschaftshochschule der Welt ist. So bekannt, dass sich selbst hochrangige Politiker Zeit für ihre Studenten nehmen.

Im Sommer 2009 war die deutsche Harvard-Studentin Birte von Schwarzenfeld mit Kommilitonen im Libanon unterwegs. Das Ehemaligen-Netzwerk der Universität hat auch dort eine Landesgruppe - und die organisierte für von Schwarzenfeld und ihre 20 Mitstudenten mal eben eine Privataudienz beim damaligen Minsterpräsidenten Fuad Siniora. "Es ist extrem beeindruckend, was man mit dem Namen Harvard erreichen kann", sagt von Schwarzenfeld.

Die 30-jährige Physikerin hatte Anfang 2008 die Qual der Wahl. Gleich fünf Top-Hochschulen in den USA und Europa hätten sie gerne aufgenommen. Nicht nur, weil Testergebnisse und Noten der Unternehmensberaterin sehr gut waren. Als Frau und Naturwissenschaftlerin hat sie ein Profil, das Business Schools suchen. An vielen Hochschulen liegt der Frauenanteil in der MBA-Klasse um die 30 Prozent, fast alle würden ihn gerne erhöhen. Von Schwarzenfeld entschied sich für Harvard. "Vor allem wegen des Namens, den kennt man in Deutschland einfach", sagt sie. Außerdem war ihr ein genereller Management-Ansatz wichtig, sie wollte sich nicht in einem Fach wie Marketing oder Finanzierung allzu sehr spezialisieren.
 
Überrascht hat von Schwarzenfeld, die in ihrem Erststudium an der Technischen Universität in Berlin Physik studiert hat, wie verschult der MBA an der HBS ist. "Dort wird einem detailliert gesagt, was man wann lesen muss, welche Kurse man zu welcher Uhrzeit belegen muss. Alles ist durchgeplant", sagt sie. Im Stundenplan ist sogar genau festgelegt, an welchen Tagen die MBA-Studenten Bewerbungsgespräche anstatt Vorlesungen haben. So viel Fürsorge bedeutet aber auch, dass für jedes Problem jemand zuständig und ansprechbar ist. Zumal: Die Professoren sind für ihre Studenten fast immer erreichbar.
 
Die Harvard Business School liegt etwas abseits des Hauptcampus in Boston, der Charles River trennt die 1.800 MBA-Studenten von den "Undergraduates", den Bachelor-Studenten und den übrigen Fakultäten. Wohnungen, Restaurants, Geschäfte - der HBS-Campus bietet das alles. Es soll Studenten geben, die das Gelände während der Vorlesungszeit des zweijährigen MBA nicht verlassen. "HBS-Bubble nennen wir das", sagt von Schwarzenfeld.
 
Zwei Wochen vor der Lehman-Pleite im September 2008 begann sie ihr Studium. Die Krise war auch auf dem Campus Thema. "Natürlich haben wir auch über die Verantwortung der Business Schools diskutiert, der HBS wurden viele Vorwürfe gemacht", sagt von Schwarzenfeld.
 
Schnell hatten die Professoren die Mechanismen der Krise in den Lehrplan eingebaut, ein Ethikkurs wurde nun Pflicht. "Ich war ohnehin überrascht, wie oft die Professoren uns geraten haben, auch das langfristig Gute im Auge zu behalten und ethisch zu handeln", sagt sie. "Ich dachte eigentlich, Harvard ist Kapitalismus pur."
 
© Handelsblatt GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Zum Erwerb weitergehender Rechte wenden Sie sich bitte an nutzungsrechte@vhb.de.

nach oben
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren