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Deutsche Studenten im europäischen Spiegel

Quelle: sxc.hu; User: Gastonmaq

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Portugals Studenten sprechen fließend mehrere Sprachen, Italiener lieben das 'Hotel Mamma', und die meisten Deutschen studieren mit Partner. Das verrät ein neuer Hochschul-Atlas. Der Report 'Eurostudent' sagt, wer wo und wie studiert, wie er wohnt und alles bezahlt.

 Drei Jahre lang haben Hochschulforscher Dominic Orr und seine Kollegen von der Hochschul-Informations-System GmbH in Hannover Studenten aus ganz Europa zu ihren Lebens- und Studienbedingungen befragt. Mit dem so entstandenen europäischen Hochschul-Atlas können sich jetzt Studierende aus allen EU-Ländern miteinander vergleichen.
 

Die Deutschen studieren mit Liebe

 In Deutschland studiert man offensichtlich gerne zu zweit. Über die Hälfte der Studenten gibt an, in einer festen Partnerschaft zu leben. Nur 43 Prozent der Studenten sind noch zu haben. Ganz im Gegensatz zu den Portugiesen, Schotten und Italienern. Über 90 Prozent der Studierenden dieser Länder leben nicht in einer festen Beziehung. Verheiratet sind die meisten Studentenpärchen aber in ganz Europa nicht.

Wohnen im "Hotel Mamma"

 So frei sich die italienischen Studenten in der Liebe geben, so klare Vorstellungen haben sie über ihren Wohnort. Der ist nämlich zu 73 Prozent bei Mama. Die Spanier und Portugiesen sind in Sachen Auszug ähnliche Muttersöhnchen – über die Hälfte der dortigen Studenten lebt zu Hause. Die Deutschen sind in dieser Beziehung selbstständiger. 76 Prozent der deutschen Studierenden sind aus dem "Hotel Mamma" ausgezogen. Für sie sind Zimmer im Studentenwohnheim allerdings rar. Nur jeder elfte Student findet dort Unterschlupf. Zwei Drittel wohnen in der eigenen Bude.
 

Alles eine Frage des Geldes

 Der Schlafplatz, das Essen und auch die Studiengebühren wollen bezahlt sein. In Deutschland bekommt rund die Hälfte der Studenten die größte Finanzspritze von den Eltern. BAföG und andere staatliche Zahlungen machen nur 13 Prozent des Einkommens von Studenten aus. Für über ein Viertel des Geldes, das deutsche Studenten zur Verfügung haben, müssen sie selbst mit anpacken und arbeiten.
 

Die Arbeitstiere leben im Norden

 Im Vergleich zu den Studenten der baltischen Staaten sind die Deutschen mit einer 41-Stunden-Woche faul. Hierzulande verdienen die Studierenden nur sieben Stunden pro Woche ihre Brötchen und geben an, knapp 34 Stunden in Seminaren zu sitzen oder zu lernen. Die lettischen Studenten müssen 26 Stunden in der Woche für ihr Geld arbeiten. Gleichzeitig investieren sie aber auch 33 Stunden ins Pauken. Auch ihre baltischen Nachbarn sind wahre Arbeitstiere: Im Schnitt haben die Studenten dort eine 60-Stunden-Woche.
 

Wenige Blicke über die Grenzen

 Für viele Arbeitgeber ist ein Auslandsstudium in der heutigen Zeit ein Muss. Doch nur jeder zehnte europäische Student macht sich auf den Weg über die Grenzen seines Landes. Die norwegische Studentenschaft ist Spitzenreiter: 19 Prozent haben schon im Ausland studiert oder ein Praktikum gemacht. Auf Platz zwei liegen die Deutschen mit 17 Prozent. Auf den hinteren Rängen reihen sich die südlichen Staaten ein. Die Portugiesen zum Beispiel bleiben lieber zu Hause. Nur sieben Prozent wagen dort den Schritt ins Ausland - und das, obwohl 53 Prozent angaben, zwei Fremdsprachen fließend zu sprechen. Tatsächlich liegt es auch nicht an mangelnden Sprachkenntnissen oder Heimweh, dass viele Studenten nicht ins Ausland gehen. Der Großteil kann sich das einfach nicht leisten.

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