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So macht die Arbeit glücklich

Business Großstadt [Quelle: Unsplash.com, Khara Woods]

Quelle: Unsplash.com, Khara Woods

Was macht gute Arbeit aus? Darüber gibt es viele Theorien. Jetzt zeigt eine Umfrage, was wirklich wichtig ist.

Es gibt Hunderte Meinungen darüber, was für gute Arbeit wichtig ist: Braucht es ein gutes Verhältnis zu den Kollegen? Muss Anstrengung angemessen honoriert werden? Oder muss die Work-Life-Balance stimmen? Wer glaubt, das alles sei wichtig, der täuscht sich schon. An der "London School of Economics" hat ein Forscherteam Umfragen unter mehr als 20.000 Menschen in ganz Europa ausgewertet – und kann jetzt sagen, was wirklich wichtig ist.

Dabei ist Glück nicht einfach Glück. Psychologen und Ökonomen unterscheiden schon lange zwischen ganz unterschiedlichen Arten: Sind die Menschen gut gelaunt? Oder sind sie zufrieden, wenn sie einen Schritt zurücktreten und das Leben in der Gesamtschau betrachten? All die unterschiedlichen Arten des Glücks haben die Forscher berücksichtigt.

Diese Punkte waren wichtig dafür, dass die Arbeit glücklich macht:

Work-Life-Balance: Kaum ein Aspekt der Arbeit hat so deutlichen Einfluss auf das Glück wie die Work-Life-Balance. Dabei geht es sowohl um die Laune als auch um die Bewertung des ganzen Lebens. Richtig übel wird es, wenn man auch nach der Arbeit noch so müde ist, dass man nichts mehr tun kann. Aber auch wenn die Arbeit zu wenig Zeit für Familie und Partner lässt oder man die Sorgen mit nach Hause nimmt, macht das unglücklich.

Ein gutes Arbeitsklima: Wer sich mit den Kollegen versteht und von ihnen Hilfe bekommt, der ist besser gelaunt – und sogar mit dem ganzen Leben zufriedener.

Abwechslungsreiche Arbeit: Immer wieder etwas anderes machen – wer Abwechslung hat, dem geht in allen Glücksdimensionen deutlich besser. Noch besser: Wenn man dabei auch immer wieder neue Dinge lernen muss.

Aufsstiegschancen: Je besser die Aufstiegsschancen, desto größer das Glück. Das gilt nicht nur für die Arbeit, das ganze Leben wird dann besser.

Einfluss auf die Arbeit: Wer mitentscheidet, wie die Arbeit organisiert ist, der ist zwar nicht unbedingt besser gelaunt, aber doch mit dem Leben zufriedener.

Das Gehalt: Auch wenn oft anderes behauptet wird: Geld macht glücklich. Wer mehr verdient, wird im Durchschnitt glücklicher – und für dieses Glück gibt es keine Obergrenze. Klar ist: Eine Gehaltserhöhung von 100 Euro fällt bei einem Gehalt von 1000 Euro stärker ins Gewicht als bei einem Gehalt von 8000 Euro. Aber über eine Zehn-Prozent-Gehaltserhöhung freuen sich Arme wie Reiche.

Und dies ist nicht so wichtig:

Die Arbeitszeit: Fallen viele Überstunden an oder nicht? Solange die Work-Life-Balance stimmt, ist die Arbeitszeit gar nicht so wichtig. Eine Ausnahme gibt es in der Studie, sie ist nicht sehr überraschend: Wer Teilzeit arbeiten muss, aber gerne Vollzeit arbeiten würde, der findet das nicht so gut. Umgekehrt sind die Menschen glücklich, wenn sie Teilzeit arbeiten wollen und das auch können – vor allem Frauen.

Die Führungsposition: Chefs haben mehr zu sagen, aber auch mehr Verantwortung. Eine Führungsposition als solche macht Menschen nicht glücklicher. Wer mehr Geld verdient oder wirklich mehr Einfluss auf die Arbeitsorganisation hat, kann dadurch glücklicher werden. Die Führungsposition oder die Selbständigkeit an sich bringt wenig.

Gleitzeit: Wer selbst festlegen kann, wann er anfängt und aufhört zu arbeiten, der kann den Beruf leichter mit Familie oder Hobbys kombinieren. Für die Laune bringt das aber am Ende nicht viel.

Boni: Hängt der Lohn davon ab, wie sehr man sich anstrengt? Oder bekommen die Faulen genau so viel wie die Fleißigen? Im Durchschnitt ist das für das Glück der Arbeitnehmer praktisch egal.

Ist die Arbeit hart? Selbst wenn der Beruf sehr harte Arbeit erfordert – auf das Glück der Europäer hat das kaum Auswirkungen. Vorausgesetzt, man ist abends nicht zu müde für alles.

Am wichtigsten ist, Arbeit zu haben

Egal, ob die Stelle gut oder schlecht ist – Hauptsache, man hat überhaupt Arbeit. Auch in der neuen Untersuchung betonen die Forscher, was schon viele Wissenschaftler vor ihnen festgestellt haben: Kaum etwas macht Menschen so unglücklich wie Arbeitslosigkeit. Selbst wenn der Stellenverlust nur droht, schadet das dem Glück. Wer einmal arbeitslos war, bleibt lange unglücklicher – selbst wenn er eine neue Stelle gefunden hat.

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