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Deutsche arbeiten besonders hart für ihr Geld

Geld, Gehalt [Quelle: flickr.com, Autor: 401(K) 2012]

Quelle: flickr.com, 401(K) 2012

Das weltweite Vermögen steigt weiter, aber auch die Schulden. Sie wachsen erstmals seit sieben Jahren wieder schneller als die Wirtschaftsleistung. Deutschland ist im Ranking derweil nur im Mittelfeld. Die Gründe sind hausgemacht.

Die Welt wird immer reicher – zugleich steigt die Zahl der Millionäre stärker als früher. Das geht aus dem "Global Wealth Report" der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors und der Unternehmensberatung Capgemini hervor, die beide am Mittwoch vorgelegt wurden. Laut Allianz stieg das Bruttogeldvermögen auf der Welt im vergangenen Jahr um 7 Prozent auf 169 Billionen Euro. Das Wachstum hat sich damit wieder etwas beschleunigt. Besonders große Zuwächse gibt es mit einem Anstieg um 15 Prozent in Asien (ohne Japan). Immer mehr Chinesen gelingt der Aufstieg in die Vermögensmittelschicht. Diese definiert sich durch ein Nettogeldvermögen (also abzüglich Schulden) von 7.700 bis 45.900 Euro. Knapp mehr als eine Milliarde Menschen verfügen auf der Welt über ein Vermögen dieser Größenordnung, 560 Millionen davon sind Chinesen. Von den 550 Millionen Menschen auf der Welt mit einem Netto-Geldvermögen von mehr als 45.900 Euro, sind mittlerweile schon mehr als 100 Millionen Chinesen.

In den anderen Regionen der Welt wuchsen die Vermögen ebenfalls, in den Industrieländern jedoch unterdurchschnittlich. Deutschland liegt mit einem Geldvermögenszuwachs um 4,7 Prozent auf gut 5,7 Billionen Euro im europäischen Mittelfeld. Der Zuwachs der Geldvermögen wird jedoch auf ganz unterschiedliche Weise erzielt. So geht zum Beispiel drei Viertel des Geldvermögenszuwachses in Nordamerika in den vergangenen fünf Jahren auf Erträge des Vermögens aus der Geldanlage zurück und nur ein geringer Teil auf Sparleistungen. Im Euroraum sind 68 Prozent des Vermögenszuwachses Resultat der Geldanlage des Vermögens. In Deutschland allerdings nur 27 Prozent. Das ist ein außergewöhnlich niedriger Wert. Die Deutschen sparen dafür um so mehr. 200 Milliarden Euro wurden im Jahr 2016 aus dem laufenden Einkommen zurückgelegt. Im gesamten übrigen Euroraum waren es 250 Milliarden Euro. "Die Deutschen lassen nicht ihr Geld arbeiten, sie arbeiten für ihr Geld", fasst Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz den Befund zusammen.

Bankeinlagen bleiben der deutschen Sparer liebstes Kind

Dass es auch anders geht, zeigen die Beispiel aus Nachbarländern. Während die Deutschen 320 Euro im Monat aus ihrem Erwerbeinkommen zur Seite legen, um Vermögen aufzubauen, können zum Beispiel die Niederländer, Belgier, Franzosen, aber auch die Italiener, Spanier oder Portugiesen, die hohen Erträge aus der Vermögensanlage für Konsumzwecke nutzen. Aus dem Erwerbseinkommen muss – im Durchschnitt – gar nicht gespart werden. 2000 Euro Wertgewinne ihrer Geldanlagen schlagen zum Beispiel bei den Niederländern monatlich zu Buche – auch bedingt durch ein viel stärker am Kapitalmarkt ausgerichtetes Altersvorsorgesystem. Auch in Belgien und Finnland werden so monatlich 1.000 Euro extra vereinnahmt. In Frankreich, Italien und Spanien sind es immerhin noch gut 430 bis 600 Euro im Monat. Der durchschnittliche Deutsche erzielt hingegen nur 300 Euro Gewinn aus seiner Geldanlage in Deutschland im Monat.

Grund dafür ist die Geldanlage, die in Deutschland besonders stark auf mittlerweile kaum mehr verzinste Bankeinlagen abzielt. Deswegen war Deutschland jahrelang auch einer der größten Verlierer der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese Effekte lassen nun nach Berechnungen der Allianz nach. Immobilienkredite werden in Deutschland anders als in anderen Ländern meisten langfristig und nur selten zu variablen Zinssätzen vergeben. Die Vorteile der niedrigen Zinsen schlagen daher erst nach und nach in Deutschland durch. Profiteure sind nach Berechnungen der Allianz vor allem die Bezieher gut durchschnittlicher Einkommen. Die Rede ist hier vom 6. bis 8. Einkommensdezil. Hier sind die Einkommen ausreichend hoch, um Immobilienkredite zu erhalten und sie auch bedienen zu können. Größte Verlierer der Geldpolitik sind demnach die Gruppen mit unterdurchschnittlichen Einkommen, die keine großen Kredite erhalten und auch nicht in Aktien und anderen Wertpapieren sparen, die von der Geldpolitik profitiert haben.

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