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Die Kirche als Karriereturbo

Marienfigur Maria heilig Kirche Glaube Hoffnung [Quelle: freeimages.com, danjaeger]

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Glaube, Kirche und Karriere - wie passt denn das zusammen? Sehr gut. Glaube gibt Kraft und dein kirchliches Netzwerk, richtig genutzt, ist Treibsatz für deine Karriere. Doch auch für Atheisten gibt es Netzwerke.

Das Thema Glaube polarisiert - auch und gerade unter Top-Studenten. Das beweisen nicht zuletzt die engagierten Diskussionen, die die e-fellows in der Community führen. Glaube ist irrational, trotzdem glauben auch Physiker. Dass die ganze Vielfalt der Schöpfung ohne göttlichen Willen entstanden sein soll, scheint selbst renommierten Naturwissenschaftlern wie dem Molekularbiologen Alister McGrath unglaublich. Andere, wie der Evolutionsbiologe Richard Dawkins, feiern mit der Gegenthese Bucherfolge. Auf welcher Seite man auch immer stehen mag: Atheisten und Gläubige vereint die Lust an der kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Wie nutzt Glaube bei der Karriere?

Dass Glaube bei der Karriere nützt, erscheint zunächst als Provokation. Denn natürlich ist dein kirchliches Netzwerk nicht in erster Linie dazu da, um an deiner Karriere zu stricken. Wer ehrlich zu sich ist, stellt aber fest: Schaden tut es in den meisten Fällen auch nicht. Kirchliche Karrierenetzwerke wie das Cusanuswerk (katholisch) und Villigst (evangelisch) haben es sich zum Ziel gesetzt, begabte junge Christen zu fördern und bei der Karriere zu unterstützen. Und so mancher findet in seiner Gemeinde einen Mentor, der ihn auch in Karrierefragen unter die Fittiche nimmt.

Glaube hilft - oder auch nicht

Allerdings macht nicht jeder positive Erfahrungen, wenn er sich öffentlich zu seinem Glauben bekennt. "Erzähle ich großartig herum, dass ich an Gott, Jesus und die Bibel glaube, ernte ich von der "aufgeklärten" Klientel nur Hohn und Spott. Man ist dann ruckzuck in der religiös-fanatischen Ecke, der unterstellt wird, dass sie zwanghaft missioniert", klagt ein e-fellows.net Stipendiat. Der Großteil der gläubigen e-fellows hat jedoch die Erfahrung gemacht: Glauben hilft - auch im Job oder an der Uni.

Mir hat mein christlicher Glaube immer geholfen - nicht, dass ich bevorzugt behandelt werde, aber mein Glaube macht es für mich einfacher, mit schwierigen Situationen fertig zu werden. Es ist mir auch in Australien - wo ich zur Zeit lebe - noch nie passiert, dass sich jemand darüber lustig gemacht hätte. Im Gegenteil, bei unseren social events wird manchmal auch über Religion gesprochen und das ist dann eher für die Atheisten blöd, weil sie nicht so gut mitreden können.

e-fellow Katharina

Glaube schafft Netzwerke

 Wie nutzt der Glaube im Job-Alltag? Ein Stichwort lautet: Vitamin B. Gläubige Menschen sind über ihre Gemeinde, Bibelkreise oder andere kirchliche Organisationen meist gut vernetzt. Das kann - zum Beispiel bei der Jobsuche - durchaus nützlich sein. Die Bindungen sind darüber hinaus überdurchschnittlich fest. Mehr als sonst gilt in christlichen Netzwerken das Prinzip der Nächstenliebe und gegenseitigen Unterstützung.

Auch Nicht-Gläubige vernetzen sich

Christen bilden also Netzwerke und die Atheisten stehen da? Nicht ganz. Auch Atheisten, Agnostiker und Laizisten tun sich zusammen: Bei e-fellows.net in der entsprechenden Community-Gruppe oder in der Giordano Bruno Stiftung, die sich als Netzwerk und Lobby-Organisation für Religionskritiker und Nicht-Gläubige versteht.

Glaube gibt Kraft und Vertrauen

Eins jedoch haben Gläubige den Atheisten voraus: Das Vertrauen in eine höhere Macht, die sie in Krisenzeiten auffängt und stützt. Wenn man seinen Job verliert, die Firma pleite geht, das Studium scheitert, dann gibt Glaube Kraft. Wer sich in Krisen an Gott oder an seine Gemeinde wenden kann, steht sie besser durch, als jemand, der sich mit seinen Problemen allein gelassen fühlt. Gottvertrauen, sagen viele Gläubige, ist wie ein Netz, das einen auffängt, wenn man fällt.

Für etwas Größeres zu leben, schafft nicht nur Sinn, sondern macht auch Mut. Der Christ glaubt, dass jede stupide Arbeit ein Teil des Dombaus ist. Gott zu dienen und ihm Ehre zu erweisen, indem ich nutze, was er mir geschenkt hat, schafft Selbstwertgefühl. Man mag die Ethik der Bergpredigt, das mit dem Wange-Hinhalten und Mantel-Lassen, als Nachteil sehen. Langfristig zahlt sich temporärer Selbstverzicht aber in der Stabilität der Geschäftsbeziehungen aus. Und sorgt auch für mehr Freude und Leidenschaft.

e-fellow Jan Thomas

Leben Gläubige stressfreier?

Zahlreiche psychologische und medizinische Studien attestieren praktizierenden Christen sogar eine längere Lebenserwartung. Fünf bis sieben Jahre gewinnen regelmäßige Kirchgänger demnach - der Zusammenhang gilt als statistisch erwiesen. Die Argumente klingen plausibel: Im Gebet, im Gottesdienst und in Hauskreisen finden Gläubige Ansprechpartner für ihre Sorgen. Das macht sie belastbarer. Harold G. Koenig, Professor an der Duke-Universität in North Carolina, untersuchte 4.000 Senioren. Das Ergebnis: Wer regelmä­ßig Gottesdienste besuchte, war weniger depressiv und kör­perlich gesünder. Koenigs Schlussfolgerung: "Kirchliche Aktivität kann Krankheit vorbeugen durch den direkten Effekt des Gebets, der Bibellese oder durch besseren Umgang mit Schwierigkeiten. Und auch indirekt, indem sich die Kirchgänger gesünder verhalten." (Quelle: Livenet.ch) Ob dieses Ergebnis auf den Glauben selbst zurückzuführen ist oder doch nur auf die gesundheitsfördernde Wirkung sozialer Kontakte - das lässt sich wissenschaftlich natürlich nicht ermitteln.

Als Christ denke ich, dass ich nicht immer nach der Bibel leben kann. Manchmal denke ich einfach zu sehr an mich. Allerdings habe ich so schon gewisse Hemmnisse, "über Leichen zu gehen" und setze Familie und Gemeinschaft höher als Geld.

e-fellow Lucas
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