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Wie du bekommst, was du verdienst

Gehaltsverhandlung (Quelle: fotolia, Autor: Knipserin)

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Top Uni-Abschluss, erstklassige Praktika und natürlich Erfahrung im Ausland: Mit dieser Qualifikation steht einer steilen Karriere eigentlich nichts mehr im Weg. Trotzdem fällt es gerade Berufseinsteigern schwer, ihre Leistungen in Verhandlungen selbstbewusst zu vertreten und das Gehalt herauszuholen, das sie verdient hätten. 'Wer gut informiert ist und im entscheidenden Moment die Nerven behält, hat am Ende deutlich mehr in der Tasche', sagt Karriereberaterin Ines Speda.

Gehalts-Verhandlung. Das Wort alleine beschreibt schon den Weg, wie gut qualifizierte Uni-Absolventen und Young Professionals bekommen, was sie verdienen: Sie müssen ihre Interessen gegenüber dem Chef vertreten und gute Argumente dafür liefern, warum der gar nicht anders kann, als dem Gehaltswusch zu entsprechen. Doch wie geht das?

Den Marktwert ermitteln: die persönlichen Stärken betonen

"Entscheidend ist, dass man seinen Marktwert kennt", sagt die Karriereberaterin Ines Speda. Die Basis dessen seien die individuellen Stärken und Erfahrungen des Bewerbers. Da Absolventen in der Regel noch nicht über langjährige Berufspraxis verfügten, könnten sie vor allem mit ihren akademischen Leistungen punkten. "Dazu gehören der Abschluss - beispielsweise Bachelor, Master und Diplom - oder ein möglicher Doktortitel. Auch Auslandsaufenthalte oder besonderes Engagement während des Studiums schlagen positiv zu Buche." Praktika geben nicht nur Auskunft über die Einsatzbereitschaft eines Bewerbers; wenn sie einen Bezug zur angestrebten Stelle erkennen lassen, können sie im Bewerbungsgespräch ein schlagendes Argument liefern.

Das übliche Gehalt: Branche, Unternehmensgröße und Standort beachten

Neben den eigenen Stärken sollte man auch den Markt kennen und wissen, wie viel Geld für vergleichbare Aufgaben üblicherweise bezahlt wird. Hierbei sind eine Menge Faktoren zu beachten, beispielsweise die Unternehmensgröße, Branche und Standort. So sind die Gehälter in der Pharma-und Automobilindustrie beispielsweise vergleichsweise hoch; in der Werbung werden tendenziell geringere Löhne bezahlt. Außerdem lassen sich in Großstädten durchschnittlich höhere Gehälter durchsetzen als in ländlichen Regionen.

Wie viel Netto bleibt vom Brutto?

Mit dem Gehaltsrechner kannst du auf einfachem Weg herausfinden, wie viel Geld du herausbekommst.

 
     

© by www.smart-rechner.de

Die richtige Argumentation: Fakten kennen und Gründe nennen

Die umfassende Recherche ist eine gute Grundlage für eine plausible Argumentation. "Im Gespräch mit dem Chef sollten Bewerber den Gehaltswunsch nicht in erster Linie mit der persönlichen Situation begründen, etwa Kosten für die Wohnung, das Auto, die Kinder", rät Speda. "Besser ist es, seinen Marktwert im Vergleich zu anderen Bewerbern oder Kollegen zu bestimmen und mit der eigenen Qualifikation oder Leistungen für das Unternehmen zu begründen." Gehaltstabellen geben eine erste Übersicht darüber, wie viel Geld in einer Branche bezahlt wird. Meistens wird dabei nach Position und Berufserfahrung unterschieden, sodass die Gehaltstabellen eine zuverlässige Quelle sind.

Die Basis für Gehaltsgespräche ist in der Regel das Brutto-Jahresgehalt. Um seinen Wunschlohn zu bestimmen, sollte man alle möglichen Bestandteile - beispielsweise Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie mögliche Boni - berücksichtigen. Außerdem können vermögenswirksame Leistungen oder ein Firmenwagen eine Rolle spielen. 

Durch ein sicheres Auftreten überzeugen: Verhandeln kann man lernen

Wenn man seine Gehaltsvorstellungen definiert hat, geht es an die Durchsetzung. Hierbei darf man nicht vergessen, dass man mit dem Chef in eine Verhandlung eintritt. Klar, dass er versuchen wird, den Preis zu drücken. Deshalb ist es ratsam, das Gehalt etwa zehn Prozent höher anzusetzen - um Spielraum für Zugeständnisse zu haben. Aber Vorsicht: "Wer zu hoch pokert, ist schnell aus dem Rennen", warnt Speda. "Erfolgreich ist, wer die goldene Mitte findet - denn Chefs mögen Mitarbeiter, die sich selbstbewusst für ein Ziel einsetzen. Und sie lehnen diejenigen ab, die sich allzu sehr überschätzen." Ein sicheres Auftreten kann man lernen, indem man sich seine Ziele und Fähigkeiten klar macht - und indem man immer mal wieder über das eigene Gehalt verhandelt. Bei guten Leistungen springt dann in der Regel mit der Zeit auch mehr raus.

Das kannst du erwarten: Gehälter nach Fachrichtung und Branche

Gehaltstabelle für Juristen

Gehaltstabelle für Ingenieure

Gehaltstabelle für Naturwissenschaftler

Top-10: In diesen Branchen sind die Gehälter am höchsten

Quelle: PersonalMarkt Services GmbH - Gehalt.de

Die oben genannten Gehaltsangaben geben eine grobe Orientierung, was man als Berufseinsteiger mit dem jeweiligen fachlichen Hintergrund in den Branchen verdienen kann. Das exakte Gehalt hängt allerdings von vielen Faktoren ab. Deshalb kann das individuelle Einstiegsgehalt am besten über einen persönlichen Gehaltscheck ermittelt werden, wie er unter anderem auf Gehalt.de kostenlos abgefragt werden kann."

Top-Verdiener in der Beratung

Die meisten Beratungen versuchen, ihre Einstiegsgehälter streng geheimzuhalten. Laut Recherche der Zeitschrift "karriere" zahlen die großen Unternehmensberatungen Hochschulabsolventen inklusive aller Boni 70.000 bis 80.000 Euro. Laut den Erfahrungen der e-fellows liegen die Einstiegsgehälter allerdings in der Regel etwas unter dem von der "karriere" angegebenen Wert, also zwischen 60.000 und 70.000 (allerdings ohne Zusatzleistungen).

Laut "karriere" wiederum sollen manche Beratungen aus dem Mittelfeld sogar etwas mehr als die Top-Beratungen bezahlen, um dadurch einen weniger zugkräftigen Namen auszugleichen. Generell sind die Einstiegsgehälter nur nach Qualifikation, nicht nach Studienfachrichtungen gestaffelt. So können Bewerber, die eine Promotion oder einem MBA haben, mit einem deutlich höheren Einstiegsgehalt von 90.000 Euro oder mehr rechnen. 

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