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Das verdienen Berufseinsteiger

Geldregen Geldscheine Scheine Geld (© fotolia.com - sirnabolo)

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Akademiker sind am deutschen Arbeitsmarkt begehrt, Absolventen bieten sich viele Chancen – aber die regionalen Unterschiede sind groß. Wo die höchsten Gehälter locken, zeigt der Gehaltsatlas der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Gehalt.de.

Allen Krisen auf der Welt zum Trotz strotzen viele Unternehmen in Deutschland immer noch vor Kraft. Sie brauchen Personal, um die Aufträge abzuarbeiten. Außerdem müssen mit Blick auf die kommenden Jahre viele Arbeitsplätze mit neuem Personal besetzt werden, weil die jetzigen Mitarbeiter aus den geburtenstarken Jahrgängen des vergangenen Jahrhunderts in den Ruhestand gehen werden. Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist auf einem Rekordhoch, und die Besetzungszeiten gerade bei vielen akademischen Berufen steigen – ein Zeichen, dass es den Arbeitgebern zunehmend schwer fällt, die geeigneten Kandidaten zu finden.

F.A.Z.-Gehaltsatlas 2016 – Top Regionen für akademische Berufseinsteiger © Gehalt.de / F.A.Z.-Grafik Niebel

Des einen Leid, des anderen Freud: Für Jungakademiker sind damit die Berufsaussichten in den kommenden Jahren generell günstig. Wer ein begehrtes Fach studiert hat und eine gewisse Mobilität mitbringt, hat schon heute oftmals die freie Wahl. Dann wird der Bewerbungsprozess umgekehrt: Mehrere Arbeitgeber bemühen sich um die Kandidaten. Die zunehmende Knappheit hat auch Einfluss auf die Verdienstaussichten. Derzeit verdienen akademische Berufseinsteiger im Durchschnitt inklusive Sonderzahlungen rund 45.400 Euro im Jahr, wie aus dem neuen Gehaltsatlas hervorgeht, den die F.A.Z. in Zusammenarbeit mit der Hamburger Vergütungsberatung Gehalt.de veröffentlicht. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um knapp 700 Euro. Für den Atlas wurden rund 17.000 Datensätze ausgewertet.

Die höchste Durchschnittsvergütung können Neulinge demnach in Leverkusen erzielen – mit mehr als 53.000 Euro. Hier ist die Dominanz des Bayer-Konzerns als Arbeitgeber ein wichtiger Grund für die guten Verdienstaussichten. Den selben Effekt haben auch Volkswagen für Wolfsburg/ Braunschweig und BASF für Mannheim/ Ludwigshafen. Die zweite große Gruppe unter den lukrativsten Regionen bilden die Ballungsräume München, Stuttgart und Frankfurt. Damit liegen die meisten Topstandorte im Süden oder in der Mitte Deutschlands. Deutlich weniger verdienen Absolventen dagegen, wenn sie ihre erste Stelle im Norden oder im Osten des Landes antreten. Hamburg und Bremen bewegen sich um die 45.000 Euro im Jahr, in Berlin sind es 40.000 Euro – und in Dresden und Leipzig noch weniger. Allerdings lässt es sich gerade im Osten wegen der geringeren Lebenshaltungskosten damit häufig auch ganz gut leben. Da vor allem die Mieten in der Regel deutlich unter denen der westdeutschen Ballungsgebiete liegen, ist die Kluft beim verfügbaren Einkommen meist deutlich geringer als beim Gehalt.

Entscheidend für die Verdienstaussichten sind allerdings auch weitere Faktoren wie zum Beispiel die Einsatzbranche. "Die Automobilindustrie ist eine der Top-Branchen für akademische Berufseinsteiger", sagt Tim Böger, der Geschäftsführer von Gehalt.de. Seinen Worten zu Folge können Absolventen bei Autoherstellern und deren Zulieferern nicht nur ein hohes Gehalt, sondern auch spannende Arbeitsfelder erwarten, die von Smart-Cars bis hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen reichen.

F.A.Z Gehaltsatlas 2016 Top-10-Branchen © Gehalt.de / F.A.Z.-Grafik Niebel

Ohnehin verändert die rasant voranschreitende Digitalisierung der Wirtschaft den Bedarf an Fachkräften erheblich. Viele Unternehmen stocken ihre IT-Abteilungen auf und arbeiten an neuen Geschäftsmodellen. Dazu braucht es eine Vielzahl an Fachleuten. "Auch die attraktivsten Arbeitgeber wie Google, Daimler, BMW oder Adidas müssen um die besten Informatiker ringen, was so vor zehn Jahren noch nicht der Fall war", hat Tim Böger beobachtet. Die frischgebackenen Programmierer schnuppern mittlerweile schon an der Gehaltsgrenze von 50.000 Euro und verdienen damit fast so viel wie junge Juristen oder Ingenieure. Die Betriebswirte mit ihren knapp 44.000 Euro per annum haben sie schon längst hinter sich gelassen. Nur eine Gruppe fällt dagegen weiter deutlich ab. "Geisteswissenschaftler bleiben auch in diesem Jahr das Schlusslicht im Gehaltsranking", fasst Böger zusammen.

Junge Politikwissenschaftler, Historiker oder Soziologen können demnach hohe Gehälter nur außerhalb ihres angestammten Arbeitsbereiches erreichen. Dies kann in Unternehmensberatungen der Fall sein oder in neuen Berufen im IT-Umfeld. Zuletzt hat auch die Großbank Barclays den Wunsch geäußert, als Konsequenz aus der Finanzkrise mehr Geisteswissenschaftler und weniger Jungmanager einzustellen. Und noch eine Entwicklung hat Böger ausgemacht: "Bachelorabsolventen können auch ohne den Master gut verdienen – das betrifft jedoch nur bestimmte Berufe." Gehalt.de habe festgestellt, dass die Spanne zwischen den Verdiensten von Bachelor- und Masterabsolventen nach einigen Jahren Erfahrung seit der Bologna-Reform weiter auseinander geht. "Ein Masterstudium lohnt sich immer mehr", sagt Tim Böger.

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Kommentare (3)

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  1. Anonym

    Ich finde in dem Artikel keinen Bezug zur bezahlten Wochenarbeitszeit. Bei den Ingenieurswissenschaften dominiert häufig die IG-Metall. Dort werden die Gehälter immer für 35 Stunden pro Woche angegeben. In der Baubranche im Bautarif hingegen sind 40 Stunden Standard. Ich sehe in der Statistik daher keinen großen Informationsgehalt.

  2. Anonym

    Hallo Hendrik, E-Technik steht in diesem Artikel für Elektrotechnik.

  3. Anonym

    E-Technik, steht das für Energietechnik oder Elektrotechnik?

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