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Frauen, werdet Computer-Nerds!

Lücken im Lebenslauf (Quelle: fotolia, Autor: Sergey Nivens)

© Sergey Nivens - Fotolia.com

Männer verdienen deutlich besser als Frauen. Das ist bekannt. Spannend aber sind die Fakten dahinter: Zum Beispiel ist die Gehaltslücke bei Medizinern und Juristen eklatant - in der IT-Branche dagegen ist sie kaum vorhanden.

Männer verdienen in Deutschland noch immer deutlich mehr als Frauen. Dieser Satz ist zur Zeit wieder häufig zu lesen, naht doch der so genannte "Equal Pay Day" am 19. März. Das ist der Tag, bis zu dem Frauen statistisch gesehen "unbezahlt" arbeiten, vergleicht man ihr Gehalt mit dem der männlichen Kollegen. Dementsprechend ist an diesem Mittwoch die alljährliche Auswertung der Verdienstunterschiede vom Statistischen Bundesamt erschienen. Und die zeigt Positives:

Die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen hat sich im vergangenen Jahr etwas verringert. Arbeitnehmerinnen kamen auf durchschnittlich 16,20 Euro brutto je Stunde, das waren 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen verdienten (20,59 Euro). Im Jahr zuvor hatte der Abstand noch 22 Prozent betragen.

Doch auch an den 21 Prozent Entgeltlücke gibt es jede Menge Kritik. Denn Qualifikation und Art der Tätigkeit werden dabei nicht berücksichtigt. Frauen entscheiden sich für andere Stellen und Branchen als Männer, sie haben seltener Führungsverantwortung, arbeiten häufiger in Teilzeit und haben häufiger Unterbrechungen in ihrer Erwerbsbiographie, etwa durch Babypausen. Entsprechend schwer sind ihre Gehälter oft vergleichbar. Zudem fließe in die Auswertung des Statistischen Bundesamtes nur sozialversicherungspflichtige Jobs ein; der Rest bleibt außen vor.

Viele Erklärungsansätze und ein "unerklärter Rest"

In diese Lücken springt eine andere Studie, die FAZ.NET exklusiv vorab vorliegt: Zum einen erweitert sie die Datenmenge über die sozialversicherungspflichtigen Stellen hinaus. Berücksichtigt werden also auch Arbeitnehmer, deren Vergütung oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen liegt. Dazu zählen zum Beispiel geschäftsführende Gesellschafter, Selbständige und Beamte. Zum anderen betrachtet die Studie weitere Faktoren wie Branche, Alter, Berufsausbildung und Firmengröße – mit hoch spannenden Resultaten.

Die Auswertung stammt von der Hamburger Vergütungsberatung Compensation Partner, die fast 245.000 Gehaltsdaten analysiert hat. Unbereinigt ergibt sich hier zunächst sogar eine noch größere Lohnlücke von rund 25 Prozent. Im Vergleich zur Vorjahresauswertung der Berater hat sie sich allerdings um fast zwei Prozent verringert – die gute Nachricht des Statistischen Bundesamtes spiegelt sich also auch hier wider.

Eine Erklärung dafür, warum die Entgeltlücke überhaupt besteht, sieht die Studie der Vergütungsberatung darin, dass Männer häufiger Führungsverantwortung übernehmen als Frauen. Die Gehaltsunterschiede sinken demnach, wenn der Faktor "Personalverantwortung" miteinbezogen wird. Generell ergäben sich bei Tätigkeiten mit ähnlichen Anforderungen deutlich geringere Gehaltslücken.

Herausgefunden haben das die Vergütungsberater durch das Bilden so genannter "Zwillingspärchen". Sie stellten Männer und Frauen mit ähnlichen Berufsprofilen gegenüber. Die Kandidaten hatten ein ähnliches Alter, arbeiteten in der gleichen Region, im gleichen Beruf und auf vergleichbarer Hierarchieebene. Und siehe da: Je nach Beruf schrumpften die Differenzen auf bis zu 1,5 Prozent. Allerdings: Der so genannte "unerklärte Rest" bleibt auch bei den Zwillingspärchen – im Durchschnitt liegt er immer noch bei um die 15 Prozent. Fazit der Berater: Der bereinigte Unterschied bei der Bezahlung von Männlein und Weiblein ist deutlich kleiner als es die nackten Zahlen zunächst vermuten lassen. Es bleibt aber immer noch eine Lohnlücke übrig, die etwa auf schlechte Verhandlung, Frauendiskriminierung etc. zurückzuführen sein könnte. Auch das Statistische Bundesamt kommt auf einen solchen, nicht erklärbaren Rest, der bei vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation verbleibt. Es beziffert ihn sogar mit 7 Prozent noch etwas niedriger als die Vergütungsberater.

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