Partner von:

Über 1.000 Unternehmen legen Gehaltszahlen auf den Tisch

Geld zählen (Quelle: freeimages.com, Autor: kipcurry)

Quelle: freeimages.com, kipcurry

Für die aktuelle Gehaltsstudie von 'alma mater' haben mehr als 1.000 Unternehmen Gehaltszahlen auf den Tisch gelegt. Wichtigstes Fazit: Auch 2012 sind die Aussichten für Einsteiger positiv. Mit durchschnittlich 40.825 Euro brutto kann der Absolvent rechnen. Spitzenreiter sind Fahrzeugindustrie, Elektrotechnik und Maschinenbau. Wie sieht es in den anderen Branchen aus? Wer bekommt mit welchem Abschluss wie viel? Und was zahlen Arbeitgeber für Praktika und Abschlussarbeiten?

Zum achten Mal wurden Personaler aus ganz Deutschland gefragt: Wie viel zahlt Ihr Unternehmen? Die Personalvermittlung "alma mater" führte von November 2011 bis Februar 2012 die Online-Umfrage "Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen" durch und knackte mit über 6.300 Gehaltsangaben einen neuen Rekord. Die Studie liefert dabei ein realistisches Bild für Berufseinsteiger: Wie unterscheiden sich die Zahlen in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands? Und wie viel mehr bringt der Master auf dem Konto?

Die Gehälter erreichen im Durchschnitt 40.825 Euro brutto pro Jahr. Und damit deutlich mehr als in den Vorjahren – 2011 waren es noch 40.097 Euro. Auch die Einstiegschancen für Absolventen sind für 2012 rosig: 95 Prozent der Firmen gaben an, in diesem Jahr Berufseinsteiger einzustellen. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 77 Prozent.

Auf die Größe kommt es an

Auch in diesem Jahr zeigt sich: Je größer das Unternehmen, desto höher das Gehalt. MIt 44.025 Euro verdient ein Arbeitnehmer in Großkonzernen (mehr als 5.000 Mitarbeiter) ganze 20 Prozent mehr als in Kleinstunternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter) – das sind 8.000 Euro mehr im jährlichen Bruttoverdienst. Doch selbst bei "den Kleinen" gibt es noch fast 2.000 Euro mehr als im Vorjahr. Außerdem weist die Studie trotz der schlechteren Gehaltsaussichten auf die Vorteile in kleinen Unternehmen hin: Kurze Entscheidungswege, direktere Kommunikation, flachere Hierarchien und größere Spezialisierung.

Gehaltsstudie, Abbildung 4 [Quelle: alma mater]

zum Vergrößern auf das Bild klicken

Spitzenreiter Automotive, Elektrotechnik, Maschinenbau und Chemie

Die Gehaltsspanne zwischen den einzelnen Branchen ist immens: Wer in der Tourismusbranche arbeitet, muss mit 27.000 Euro rechnen, die Fahrzeugindustrie erreicht einen Höchstwert von 46.000 Euro - das macht einen Unterschied von stolzen 45,2 Prozent.

Spitzenreiter unter den Einstiegsgehältern sind die Branchen Automotive, Elektrotechnik, Maschinenbau und Chemie. Sehr gute Verdienstmöglichkeiten gibt es außerdem im Bank- und Finanzsektor sowie bei KFZ-Zulieferern. Hier liegen die Gehälter zwischen 40.000 und 48.000 Euro.

Schlusslicht Öffentlicher Dienst, Medien und Tourismus

Die hinteren Plätze belegen wie in den vergangenen Jahren Öffentlicher Dienst, Medien und Tourismus – mit durchschnittlich 33.000 Euro. Beim Öffentlichen Dienst liegt das geringe Einstiegsgehalt allerdings mitunter an der Bindung an Tarifverträge. Auch bei den Medien können die schlechten Zahlen täuschen: Ein Hauptgrund für das schlechte Abschneiden sind hier die unterschiedlichen Verdienste in den einzelnen Funktionen – ein Einsteiger in der Fertigung verdient in der Medienbranche im Durchschnitt 40.000 Euro, während ein Trainee nur 25.716 Euro erwarten kann.

 

Gehaltsstudie, Abbildung 5, Gehälter nach Branchen [Quelle: alma mater]

zum Vergrößern auf das Bild klicken

West-Ost-Gefälle, aber kein Nord-Süd-Gefälle

Und in welchen Bundesländer verdient man am besten? Wie bisher belegten auch bei der aktuellen Studie ausschließlich östliche Bundesländer die hinteren Plätze – sowie die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und das Schlusslicht Bremen. Die Spitzenposition geht überraschenderweise an Niedersachsen, gefolgt von Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg. Grund für das gute Abschneiden von Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist mitunter die Ansiedlung überwiegend großer Firmen in diesen Gebieten. Außerdem müssen Unternehmen aus eher unattraktiven Regionen den "War for Talents" oft über hohe Einstiegsgehälter führen. In Bayern und Baden-Württemberg befinden sich dagegen viele kleine und Kleinstunternehmen, was eine Spitzenposition verhindert.

Schere zwischen den Bundesländern wird kleiner

Insgesamt liegen die Einkommen aber in jedem Bundesland höher als im Vorjahr. In Berlin kann ein Einsteiger beispielsweise mit durchschnittlich 40.749 Euro rechnen – einem Plus von knapp 5 Prozent zum Vorjahr. Auch die Schere zwischen den Bundesländern ist erneut kleiner geworden. Betrachtet man das Einstiegsgehalt nach Bundesland und Abschluss, so verdienen Bachelor-Absolventen in Niedersachsen am meisten. Master-Absolventen geht es in Baden-Württemberg besonders gut, Berufseinsteiger mit Diplom haben im Saarland die besten Gehaltschancen.

Gehaltsstudie, Tabelle 7 [Quelle: alma mater]

zum Vergrößern auf das Bild klicken

Neu: Großstädte im Vergleich

In der aktuellen Studien werden zum ersten Mal auch Großstädte unter die Lupe genommen. Dabei liegt Wiesbaden beim Bachelor mit 41.000 Euro an der Spitze – gefolgt von Braunschweig, Saarbrücken und Wolfsburg. Wer einen Master oder ein Diplom hat, bekommt in Frankfurt am Main mit 42.600 Euro am meisten Gehalt. Stuttgart und München liegen auch hier wegen der vielen kleinen Unternehmen nur im Mittelfeld. Mit durchschnittlich drei Prozent weniger Gehalt belegen Düsseldorf, Köln und Mainz die hinteren Plätze. Interessant ist der Trend, dass Großstädte generell mehr für einen Master als für ein Diplom bezahlen. So bekommt man in Berlin mit einem Master im Durchschnitt bis 600 Euro mehr.

Uni oder FH?

Nur 25 der 1.015 teilnehmenden Firmen beantworteten die Frage, welchen Einfluss die Art der Hochschule auf die Vergütung hat. Davon waren sich allerdings 92 Prozent einig, dass Universität oder Fachhochschule keine Rolle spielt. Wichtiger seien vielmehr der individuelle Werdegang. Große Unterschiede zwischen den Hochschul-Arten gibt es dagegen im Öffentlichen Dienst.

Zahlt sich der Master aus?

Ein große Rolle beim Einstiegsgehalt spielt dagegen der Studienabschluss. In Unternehmen mit 100 bis 999 Mitarbeitern verdienen Bachelor-Absolventen 39.682 Euro. In derselben Unternehmensgröße verdienen Einsteiger mit Master 41.311 Euro und Absolventen mit Diplom 40.847 Euro. Der Master wird also sogar besser bezahlt als das Diplom. Die größten Unterschiede zwischen Bachelor und Master machen Kleinstunternehmen: Rund 5.500 Euro mehr wert ist dort der Master (37.875 Euro). Bei anderen Unternehmensgrößen liegt der Wert bei "nur" etwa 2.000 Euro.

Mit oder ohne Tarif

Die Studie zeigt, dass Einsteiger bei Firmen ohne Tarifbindung etwa 4.500 Euro weniger verdienen. Das liegt aber vor allem an der Unternehmensgröße – Kleine Betriebe sind kaum tarifgebunden, während sich Großkonzerne um eine einheitliche Regelung bemühen.

Keine Erhöhung für Praktikanten und Abschlussarbeiten

Die Vergütung von Praktika liegt 2012 bei monatlich durchschnittlich 605 Euro brutto. Für Abschlussarbeiten bezahlen Arbeitgeber 675 Euro. Vergangenes Jahr lag die Vergütung noch bei 619 Euro für Praktika und 687 Euro für Abschlussarbeiten. Nach den Großunternehmen (679 Euro) zahlen überraschenderweise Firmen mit weniger als zehn Mitarbeiter am meisten (645 Euro) für Praktika. Das liegt laut der Studie unter anderem an der schwereren Rekrutierung für die kleineren Betriebe und der höheren Verantwortung der Aufgaben. Für Abschlussarbeiten zahlen Kleinstbetriebe sogar 116 Euro im Monat mehr als Großkonzerne (647 Euro).

Wo sich das Praktikum lohnt

Besonders gut verdienen Praktikanten bei Großhandel, Unternehmensberatung, Wirtschaftsberatung, Steuerprüfung, KFZ-Zulieferer und Banken (über 700 Euro monatlich). Für Abschlussarbeiten lohnt sich die Fahrzeugtechnik mit überdurchschnittlichen 800 Euro.

nach oben

Jobs, Praktika

und akademische

Stellen suchen

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren