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Mal kurz überlegen

Weiterbildung Bildung (© Frank Boston - Fotolia )

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Wenn Sie diese sechs Fragen beantworten können, steht Ihrer Fortbildung nichts mehr im Wege. 

1. Was wollen Sie damit eigentlich?

Eine Weiterbildung kann die Karrierechancen und das Gehalt erhöhen – aber nur, wenn sie auch sinnvoll ist. Wer sich fortbilden möchte, sollte sich daher vorher klarmachen, was er dadurch beruflich erreichen will: Lediglich Engagement zeigen und damit seinen Arbeitsplatz sichern? Oder sich für eine bestimmte Position qualifizieren? Je konkreter das Ziel ist, umso konkreter lassen sich auch die Kenntnisse und Fähigkeiten bestimmen, die dafür noch fehlen. Entsprechend kann man dann auch die passende Weiterbildungsmöglichkeit auswählen. Dabei lohnt es sich, im Internet verschiedene Suchmaschinen zu verwenden, um besser vergleichen zu können. Zum Beispiel gibt es die des InfoWeb Weiterbildung (iwwb.de), Kursnet von der Bundesagentur für Arbeit (kursnet.arbeitsagentur.de) oder auch seminarboerse.de. Wer schon weiß, dass er einen Fernkurs belegen will, kann in der Datenbank der Zentralstelle für Fernunterricht (zfu.de) suchen. Eine gute Übersicht, wie man bei der Suche am besten vorgeht, findet man bei der Stiftung Warentest (test.de/leitfaden-kursefinden).

2. Haben Sie genug Zeit?

Ein entscheidender Faktor: Wenn man nicht nur über ein Wochenendseminar, sondern über ein komplettes Studium nachdenkt, sollte man den Aufwand dafür nicht unterschätzen. Hat man genug Stunden pro Woche übrig – neben der Arbeit und womöglich auch der Familie? Am sinnvollsten ist es, vorab nachzurechnen, wann im Wochenverlauf Zeitfenster offenstehen und ob sie tatsächlich ausreichen. Hier spielt auch die Vorbildung eine Rolle: Während des Studiums zusätzlich Stoff aufzuholen ist schwierig. Daher ist es wichtig, die Teilnahmevoraussetzungen der Anbieter ernst zu nehmen. Sind keine formuliert, kann man nach der Vorbildung der anderen Teilnehmer fragen. Beraten lassen kann man sich bei unabhängigen Einrichtungen wie etwa Arbeitsagenturen oder Bildungsberatungsstellen. Auch Industrie-, Handels- und Handwerkskammern beschäftigen Weiterbildungsberater, die dazu verpflichtet sind, neutral zu informieren.

3. Haben Sie genug Geld?

Dieser Faktor ist ebenso ausschlaggebend wie die Zeit: Durch eine Weiterbildung entstehen zusätzliche Kosten, die man einkalkulieren muss. Und zwar am besten mithilfe eines Finanzplans, der die festen monatlichen Ausgaben und deren Entwicklung im Laufe der Studiensemester berücksichtigt. Wer einen Kredit aufnimmt, muss noch weiter in die Zukunft rechnen: In welchem Zeitraum lässt er sich abbezahlen, auch ohne die erhoffte Gehaltserhöhung? Vorher lohnt es sich aber, sich über Förderprogramme zu informieren, die bei der Finanzierung helfen könnten. Seit 2008 unterstützt das Bundesbildungsministerium zum Beispiel Fortbildungswillige durch die Bildungsprämie. Meister-Bafög können Handwerker und Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung beantragen. Das Programm "Aufstiegsstipendium" richtet sich an begabte und motivierte Berufstätige, die erstmals ein berufsbegleitendes oder ein Vollzeitstudium aufnehmen wollen. Arbeitssuchende oder Arbeitnehmer, denen eine Kündigung droht, können mit dem Bildungsgutschein gefördert werden. Schließlich kann man sich Bildungskosten zum Teil vom Finanzamt erstatten lassen.

4. Welche Lernform ist die richtige für Sie?

Jeder Mensch lernt anders. Einer kann sich diszipliniert allein an den Schreibtisch setzen, ein anderer braucht Lerngruppen und feste Termine, um sich zu motivieren. Die Anbieter von Weiterbildungen haben sich darauf eingestellt: Es gibt Präsenzstudiengänge, bei denen man dem Unterricht in einem Klassenraum folgt, ebenso wie Fernstudiengänge, bei denen man das Lehrmaterial mit der Post oder elektronisch erhält, um es sich allein anzueignen. Auch per E-Learning kann man sich weiterbilden – mit Apps, Podcasts oder Lernsoftware. In virtuellen Klassenräumen kann man sich dabei mit Mitlernenden austauschen. Beim Blended Learning wiederum werden E-Learning oder Fernunterricht mit Präsenzveranstaltungen kombiniert. Je nachdem, welcher Lerntyp man ist, hat man also genug Möglichkeiten, das passende Angebot für sich auszuwählen.

5. Ist das Angebot auch seriös?

Nicht nur die Art der Weiterbildung spielt eine Rolle, sondern auch ihre Qualität. Zum Mindeststandard gehört, dass ein Bildungsinstitut umfassend über sein Angebot informiert. Gute Anbieter geben Auskunft über Preise und zusätzliche Kosten, etwa für Lehrmaterial. Wer sich beraten lässt, sollte auch fragen, ob es Ansprechpartner bei Motivationsproblemen gibt. Weitere Kriterien sind die Qualifikation der Dozenten, die Größe der Lerngruppen und die Zertifizierung der Angebote. Studiengänge etwa müssen akkreditiert sein. Wichtig ist zudem, dass die Inhalte, Lernziele und Prüfungsmodalitäten ausreichend angegeben sind und dass verschiedene Lehrmethoden verwendet werden. Schließlich kann man noch erfragen, wie man sich mit Mitlernenden, Dozenten oder Alumni austauschen kann. Ein persönliches Kriterium sind die Vorkenntnisse, die man für die Weiterbildung mitbringen muss. Die Stiftung Warentest stellt unter test.de/checkliste-beratung-kurs eine Checkliste mit wichtigen Fragen zur Verfügung, die man bei der Beratung stellen sollte. Beim Abschluss des Vertrags sollte man dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag zufolge darauf achten, dass darin konkrete Leistungszusagen, Kündigungs-, Schadensersatz- oder Rücktrittregelungen stehen.

6. Wer kann Sie unterstützen?

Eine Weiterbildung macht man nicht allein. Schon durch den Zeitaufwand, den man investiert, sind auch Familie und Freunde davon betroffen. Erstere bekommt womöglich zudem die finanzielle Einschränkung für das Studium zu spüren. Daher sollte man sich vergewissern, dass auch das nahe Umfeld mitzieht. Im besten Fall hat das den schönen Nebeneffekt, dass man von seinen Liebsten motiviert wird. Die gegenteilige Auswirkung gibt es übrigens, wenn ein Ehepartner das Vorhaben nicht unterstützt: Bei der Bundesagentur für Arbeit hat man die Erfahrung gemacht, dass die Durchhaltechancen von nebenbei Studierenden dann stark sinken.

© ZEIT Online (Zur Original-Version des Artikels)

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