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Die Tod-oh!-Liste

Skelett Totenschädel [Quelle: Wikimedia Commons, V. van Gogh]

Quelle: Wikimedia Commons, V. van Gogh

Kennste? Du stehst an der Bushaltestelle – und bist plötzlich tot. Alle anderen aber nicht! Wenn du es Freunden und Familie so leicht wie möglich machen willst, geh unsere Tod-oh!-Liste für dich durch. Sie hilft, rechtzeitig Ordnung in deine vorletzten Dinge zu bringen.

Schlechte Nachrichten: Du wirst dann mal weg sein. Glücklicherweise sind sieben Milliarden andere Menschen genauso mortal disponiert wie du. Was du ihnen voraushast? Die Gelegenheit, dir selbstbestimmt und rechtzeitig Gedanken über deinen Tod zu machen – sowie darüber, was kurz davor und danach mit dir geschehen soll.

Diese Liste wird dir helfen, deine persönliche Exitus-Strategie zu entwickeln. Das ist nicht nur gut für deinen Seelenfrieden, sondern wird auch deine Angehörigen entlasten, wenn es so weit ist.

1. Organspendeausweis

Gib von Herzen – auch wenn es dein Herz ist. Über 10.000 Menschen warten zurzeit allein in Deutschland auf ein Spenderorgan: Die Chancen stehen also gut, dass du deinen Tod zumindest in Teilen überlebst, indem zum Beispiel deine Niere anderswo neuen Anschluss findet.

Um im Ernstfall für Ersatzteile zu sorgen, benötigst du einen Organspendeausweis. Aber Achtung: Das Dokument nützt nichts, wenn du unterm Bus liegst, der Ausweis aber in der Schreibtischschublade! Im Zweifel muss es schnell gehen – trag den lebensrettenden Zettel deshalb immer bei dir.

Oder hast du etwa noch keinen? Den offiziellen Organspendeausweis kannst du dir hier herunterladen, gleich ausdrucken und unterschreiben. Ein Extraleben war noch nie so einfach einzusammeln.

Aufwand: ⚪⚪⚪
Kosten: ⚪⚪⚪
Gewinn: Mögliches Extraleben für einen anderen Menschen (und einen Teil von dir)

2. Patientenverfügung

Die Beschäftigung mit den näheren Umständen deines Ablebens mag unerquicklich sein, du wirst dabei aber viel über dich erfahren. Zum Beispiel, welche lebensverlängernden Maßnahmen du dir wünschst, wenn dein Körper im Sterben liegt und du deinen Willen nicht mehr ausdrücken kannst.

Um hier rechtzeitig Verbindlichkeit zu schaffen, solltest du eine Patientenverfügung verfassen oder ausfüllen. Darin legst du im Voraus schriftlich fest, welche medizinischen Maßnahmen du noch für notwendig erachtest, wenn du dich beispielsweise im Endstadium einer unheilbaren Krankheit befindest.

Vor allem für deine Angehörigen kann es eine große Entlastung sein, deine Wünsche zu kennen: Hast du nämlich keine Patientenverfügung, muss ein Bevollmächtigter oder Betreuer (siehe unten) eine Entscheidung für dich treffen.

Die Stiftung Warentest bietet eine ausformulierte Patientenverfügung zum Ankreuzen, Ausdrucken und Unterschreiben zum Download an – ein Multiple-Last-Choice-Test, mit dem du dich rechtzeitig auseinandersetzen solltest.

Aufwand: ⚫⚪⚪
Kosten: ⚪⚪⚪
Gewinn: Würdevolles Sterben nach deinen Wünschen; Entlastung deiner Angehörigen

3. Vorsorgevollmacht und/oder Betreuungsverfügung

Jetzt wird's technisch: Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung sind zwei unterschiedliche Dokumente, die es dir ermöglichen, in einer Notsituation automatisch bestimmte Rechte und Pflichten auf eine oder mehrere Personen zu übertragen. Wenn Vollmacht oder Verfügung (in der hier vorgestellten Form) greifen, wirst du zwar noch am Leben sein, aber nicht mehr in der Lage, dich um deine Angelegenheiten zu kümmern oder Entscheidungen mitzuteilen.

Beides sind also wirksame Vorsorgeinstrumente, die nicht nur dich als Betroffenen, sondern vor allem deine Angehörigen entlasten, für die im Ernstfall klare Zuständigkeiten (auch rechtlich) herrschen.

Über eine Vorsorgevollmacht kannst du beispielsweise deine Geschwister bevollmächtigen, deine Post zu öffnen, wenn du einen Unfall hattest. Ob, an wen und in welchem Umfang du Befugnisse überträgst, entscheidest du natürlich selbst, so kannst du beispielsweise auch Entscheidungen über deinen Aufenthaltsort oder dein Vermögen an andere übergeben. Eine Vorsorgevollmacht tritt erst in Kraft, wenn du nicht mehr handlungsfähig bist, und muss auch nicht von einem Notar bestätigt werden.

Anstelle (oder ergänzend) zur Vorsorgevollmacht kann du auch eine Betreuungsverfügung verfassen. Eine Vorsorgevollmacht ist, vereinfacht gesagt, das mächtigere Instrument, setzt aber auch mehr Vertrauen in den Bevollmächtigten voraus. Während der Inhaber einer Vollmacht deine Rechte im Notfall an deiner Stelle wahrnehmen darf, legst du mit der Betreuungsverfügung lediglich fest, wer im Ernstfall als dein gesetzlicher Vertreter bestellt werden soll. Weil eine solche Betreuung erst von Gericht bestätigt werden muss, kann ein Bevollmächtigter im Notfall normalerweise schneller in Aktion treten als jemand, der "nur" das Betreuungsrecht erhalten soll.

Achtung: Sowohl Vorsorgevollmacht als auch Betreuungsverfügung setzen großes Vertrauen voraus und sollten eingehend mit allen Beteiligten besprochen werden. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz bietet eine empfehlenswerte Infobroschüre zum Download an, die sowohl Vorsorgevollmacht als auch Betreuungsverfügung als ausfüllbare Formulare enthält: Du solltest die Vor- und Nachteile beider Vorsorgeformen aber gut vergleichen und verstanden haben, bevor du dich für eine davon (oder beide) entscheidest.

Aufwand: ⚫⚪⚪ bis ⚫⚫⚪
Kosten: ⚪⚪⚪
Gewinn: (Rechts-)Sicherheit darüber, wer im Ernstfall welche Angelegenheit für dich regelt; Entlastung deiner Angehörigen

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