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Wenn die Kurse tiefer fliegen - Netzwerke für Hobby-Börsianer

Finanz-Communitys [Quelle:sxc.hu, Autor: svilen001]

Finanz-Communitys [Quelle:sxc.hu, Autor: svilen001]

Hätten die's gewusst? Im Nachhinein lässt sich die Frage nicht beantworten, ob Mitglieder der verschiedenen Finanz-Communitys rechtzeitig vor der beginnenden Finanzkrise gewarnt haben. Genau das aber sollen die Netzwerke bringen: mit kollektivem Finanzmarktwissen nicht nur Anfängern auf die Sprünge helfen, sondern sogar ausgebuffte Profis im Aktienmarkt überflügeln. Experten warnen jedoch vor der Marktmacht der Communitys.

 Ein immer wieder beliebtes Spiel ist es, den Zufall gegen den Experten antreten zu lassen. Mal darf ein Affe Dartpfeile auf aufgehängte Aktien werfen, mal eine Kuh sich auf ihrer in Planquadrate unterteilten Wiese verewigen. Gerüchten zufolge siegte bislang immer der Zufall. Nicht ganz so zufällig, aber dennoch ernüchternd für die Börsianer war der Sieg der Mitglieder der Finanz-Community sharewise.de gegen die Profis. Die Macht geballten Halbwissens?
 

Ein Netzwerk für Aktien-Amateure

 Online-Communitys zum Thema Finanzen wurden vor allem in den letzten zwei Jahren gelauncht und fanden rasch begeisterte Nutzer. Verständlich: Börsen-Anfänger wünschen sich zwischen Katastrophenanleihen, Sekundärmarktrendite und Mehrstimmrechtsaktien jemanden, der ihnen Tipps gibt. Und vielen begeisterten Aktien-Amateuren machen Beratung und die Erklärung der Marktgesetze Spaß. Auf der anderen Seite stachelt der Aktienhandel auch ihren Ehrgeiz an. In den Communitys können sich die Hobbybörsianer daher nicht nur mit ihrem Wissen brüsten, sondern es beispielsweise in Börsenspielen unter Beweis stellen.
 

Experten- statt Gewinnwarnungen

 Die Finanz-Communitys können dabei durchaus marktrelevant werden. Experten warnen vor Kurstreibereien: Zwar können die Aktien großer Unternehmen kaum durch ein einzelnes Forum gestürzt oder gestützt werden, aber kleine, weitgehend unbekannte Firmen schon eher.
 
 Betrachtet man die Mitgliederzahlen der größeren Communitys, wird diese Warnung nachvollziehbar: Das Portal wallstreet-online.de beispielsweise habe, nach eigenen Angaben, 400.000 registrierte Nutzer und sei die reichweitenstärkste deutsche Online-Finangemeinschaft. Und 400.000 Nutzer können in einer gemeinsamen Kaufs- oder Verkaufsaktion durchaus etwas bewegen.
 

Nur mit Rating beraten

 An Kurstreibereien willst du vermutlich nicht teilnehmen. Aber ein wenig tiefer in die Geheimnisse der Börse einsteigen oder dich mit Gleichgesinnten austauschen würdest du schon gern? Die Netzwerke haben sich natürlich einige Methoden einfallen lassen, um das Risiko falscher Empfehlungen zu verringern.
 
 Auf sharewise.de ist zu sehen, wie erfolgreich die Tipps eines Users bisher waren. Auch auf tradingbird.de gibt es ein Ranking; außerdem kann man die Aktionen anderer Mitglieder kommentieren. Andere Seiten wie beispielsweise terminmarktwelt.de verzichten auf Web-2.0-Elemente weitgehend. Hier geben allein die Kommentare anderer Leser Auskunft darüber, ob ein Tipp oder eine Info auf breite Zustimmung stößt oder nicht.
 

Zum Beispiel sharewise.de

 sharewise ist das web-2.0-lastigste Projekt unter den Communitys. So kann man in seinem Profil beispielsweise eingeben, welche Werte man selbst zurzeit besitzt - und erhält automatisch Meldungen darüber, was andere Nutzer zu diesen Werten posten. Anhand der vielen verschiedenen Einschätzungen und Begründungen kann man sich dann selbst ein Bild machen, was man behält und was man lieber abstößt. Wer sich nicht nur auf "Laien"-Meinungen verlassen will, wird auf der Website außerdem mit den jüngsten Aussagen von Bankern und Börsenprofis versorgt.
 

Zum Beispiel wallstreet-online.de

 Während sich sharewise.de über Werbung finanziert, gehört das größte deutsche Finanznetzwerk im Internet, wallstreet-online.de, zum Axel-Springer-Verlag. Auch dieses Portal preist sich als "bankenunabhängig". Wer hier beraten und Ideen austauschen will, muss sich mit persönlichen Angaben "outen" - so soll Falschmeldungen vorgebeugt werden.
 
 Dafür werden die Mitglieder per News-Alerts über aktuelle Bewegungen an der Börse informiert, können sich auf einzelnen Unterseiten geballt Wissen zu Rohstoffen oder Spezialmärkten anlesen und natürlich im Netzwerk fröhlich beraten und Tipps austauschen. Das Konzept geht offenbar auf: wallstreet-online.de war laut AGOF internet facts 2008 das einzige Börsenportal, das seine Reichweite steigern konnte.
 

Zum Beispiel gemege.de

 "Gemeinsam mehr Geld" - das verspricht die neue "Web-2.0-Finanz-Community" gemege.de der Fidor AG. Neben der üblichen Usergemeinde, die bereitwillig Tipps gibt und über die besten Anlagestrategien diskutiert, bietet gemege.de einen besonderen Service: mehrere Hundert professionelle Berater, denen man eine Frage stellen kann. Und zwar wirklich zu jedem Thema, das einen interessiert.
 
 Die Experten, selbstständige Berater ebenso wie Bankangestellte, Asset-Manager, Versicherungsmakler oder Rechtsanwälte, können sich im Gegenzug einen guten Ruf erwerben und Kunden finden. Beim Finanz-Quick-Check vergleicht man die eigene Geldsituation mit der der anderen Mitglieder - zum Glück anonym. Und wenn der Vergleich nicht zufriedenstellend ausfällt, kann man sich gleich Spartipps von den Netzmitgliedern holen. Oder sich über das Finanzberater-Ranking einen Berater suchen, den andere Nutzer empfohlen haben.

Spiel und Spaß an der Börse

 Studenten haben selten viel Geld, und schon gar keines, das sie aufs Spiel setzen könnten. Es in Aktien anzulegen, ist immer ein Risiko - daran ändert sich auch mit der Beratung durch einige tausend Netzwerkmitglieder nichts. Aber die Mitgliedschaft in einer Community zwingt dich ja nicht, gleich in den Handel einzusteigen. Die Netzgemeinschaften sind auch ein unterhaltsamer Weg, Infos über Börse, Aktien und wirtschaftliche Zusammenhänge zu sammeln.

Besser als die Affen?

 Neben dem Netzwerkgedanken bieten viele Seiten zudem einen News-Alert, einen RSS-Feed oder andere Elemente, mit deren Hilfe du unkompliziert das Neueste aus der Börsenwelt erfährst - und gleich auch noch, was das für deine Aktien bedeuten könnte.
 
 Übrigens liegen die Amateure in den Netzwerken oft ziemlich gut mit ihren Einschätzungen. So sind viele sharewise-Mitglieder im Schnitt erfolgreicher als erfahrene Börsenmakler (Pressemeldung). Ob sie besser sind als der Affe oder die Kuh, wurde allerdings noch nicht getestet.

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